Remaraweng Boarisch

Zielsetzung

Bairische Sprache - Mundarten und Dialekte

Sprachkulturgut und Welterbe

wir über uns

Die Verarmung und Verschandelung des Hochdeutschen und unserer Umgangssprache nehmen erschreckend zu.

Das Sterben unserer Mundarten hat ein bedrohliches Ausmaß erreicht. Es gibt aber keine bairische, österreichische, südtirolerische oder Schweizer Identität ohne unsere Sprache mit ihrem Reichtum an Dialekten.

Nur wer weiß, wo er selbst herkommt, kann sich selbstbewusst und kritisch dem anderen öffnen.

Jeder interkulturelle Dialog wird zum Geschwätz, wenn kein Selbstbewusstsein von der eigenen Kultur vorhanden ist.“


Roman Herzog
(1994 bis 1999 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland)

 

Es ist allerhöchste Zeit!

 

Mander - 's isch Zeit!“

 

Andreas Hofer
(1767 bis 1810 Tirolischer Freiheitskämpfer und Patriot)

 

Die Verarmung und Verschandlung des Hochdeutschen und unserer Umgangssprache nehmen erheblich zu. Damit sind auch unsere Lebensart und Identität bedroht.

In Kindergärten und Schulen, in Rundfunk und Fernsehen, in Freizeit und Arbeitswelt wird die heimatliche bairische Sprache kaum gefördert, ja oft missachtet, aus Ignoranz verhöhnt, gar unterdrückt.

 

Beispiele...

Wir wehren uns z.B. gegen

·         unbairische Floskeln wie „tschüß“, „lecker“ oder „Knöllchen

·         das schlampige „nich“ für „nicht“

·         den kupierten Artikel „ne“ oder nöööö statt „nein“ (bairisch: nãã)

·         die Flut nördlicher Importe wie „kucken“, „Jungs“, „außen vor“, „Schnäppchen“, „ab und an“

               (mehr unter Remaraweng Boarisch - Lehrgang Tabuweada)

·         die Verwendung falscher Grammatik von Worten wie:

·         ‚auf‘ als Adjektiv anstatt als Präposition
„Das Fenster ist ‚auf‘“ anstatt korrekt „Das Fenster ist ‚offen‘“

·         ‚hoch‘ als Adverb anstatt als Adjektiv
„Einen hohen Berg ‚hochgehen‘“ anstatt korrekt ‚hinaufgehen
(mehr unter Remaraweng Boarisch - Lehrgang Tabuweada)

·         die falsche Betonung unserer Ortsnamen (links korrekte Aussprache)

          „Irschenberg à Irschenberg“

          „Prinzregententheater“ à „Prinzregententheater“

          „Sankt Bartholomä à „Sankt Baltomäea

          „Donnersbergerbrücke à Donnersbergerbrücke"     

          „Gaschteig à „Gasteig“

·         die harte norddeutsche aspirierte Fortis-Plosive (stimmhafter bilabialer Plosiv) anstatt der stimmlosen, Lenis Aussprache von Konsonanten von Worten inkl. Ortsnamen.
(Der Unterschied zwischen b und p ist im Anlaut neutralisiert, d.h. es tritt für beide gleichermaßen der stimmlose und unbehauchte „Halb­fortis“-Konsonant.)
 (links korrekte Aussprache)

          Passau (Bassau) à (Pphassau)

          Post (Boost) à (Pphost)

          Platz (Blooz) à (Pphlatz)

(mehr unter Remaraweng Boarisch - Lautlehre: Konsonanten)

 

·         die Verdrängung einheimischer, ja sogar hochsprachlicher Begriffe (Harke, Wippe), namentlich auch bei Berufen, wie z.B.

Klempner und Fleischer statt bairisch Spengler und Metzger

und auf der Speisenkarten, wie z.B.

Rote Beete

à

Rote Rüben, Rana oder Råna, 

Klopse und Klößchen

à

Knödel und Nockerl

Quark

à

Topfen

Sahne

à

Rahm oder Obers

(mehr unter Remaraweng Boarisch - Lehrgang Bairisch Kulinarisches - Fressads und Sauffads (Essen und Trinken))

Wir müssen zusammenhalten

 

Treu dem guten Alten, aber darum nicht minder empfänglich für das gute Neue“

 

Erzherzog Johann  

(1782-1859, Mitglied des Hauses Habsburg, österreichischer Feldmarschall und in der Revolutionszeit von 1848/1849 deutscher Reichsverweser)

 

Die bairische Sprache ist unser ältestes und edelstes Kulturgut. Bairisch ist auch die Muttersprache in Österreich und Südtirol (siehe Sprachraum).

Es gibt keine bairische Identität ohne unsere Sprache mit ihrem Reichtum an Dialekten.

In unserem süddeutschen Sprach- und Kulturraum führen wir uns eng verbunden mit dem nahverwandten Fränkischen und Schwäbisch-Alemannischen

Wir appellieren an den Stolz unserer Landsleute...

 

Wer heute versucht, etwas Bewahrenswertes zu bewahren,
der muß schon fast ein Revolutionär sein. “

 

Erhard Eppler
(Deutscher Politiker, 1968 bis 1974 Bundesminister für Wirtschaft)

 

     ...unsere angestammte Mundart im Alltag selbstbewusst zu verwenden

     ...auch beim Gebrauch der Hochsprache nicht die nördliche Aussprache nachzuahmen, die der Duden anmaßend als „Standardsprache“ vorschreibt.

Beispiele...

„König Ludwig“

à

Könich Ludwich    

„zwanzig Grad und windig“

à

zwanzich Grat und windich

„vertraglich“

à

vertrachlich“ oder  „vereinigt“ à „vereinicht

„Bad“ à „Bat“ oder  „Kind“

à

Kint“ oder  „Geld“ à „Gelt“

Chemi““ (>Kemie<)

à

Schemie“ oder „Chirurg“ à „Schirurg

„Chef“

à

Cheff“ (Langvokal statt Kurzvokal)

bisher“

à

„bisher

                    (mehr unter Remaraweng Boarisch - Lehrgang Konsonanten)

Wer als Bayer oder Österreicher (beides Baier) so redet, dem fehlt der Stolz.
Wer als bairisches Kind so redet, dem fehlt die Erziehung. Wer als Lehrer so lehrt, der schadet unseren Kindern und unserer Kultur.

 

Unsere Zielgruppe

 

Tätig zu sein ist unsere Bestimmung.“

 

Erzherzog Johann

 

Wir sind weder nostalgische Anbeter alter Aschen noch Träumer einer vergangenen Ära. Wir sind weltoffen, modern und realistisch.

Wir appellieren an bodenständige Personen aus allen Schichten der Gesellschaft – Ärzte, Rechtsanwälte, Pädagogen, Geistliche, Ingenieure, Handwerker, Wissenschaftler, Professoren, Schauspieler, Autoren – und vor allem an Personen mit Vorbildcharakter und Multiplikatoreffekt die mit bairischer Primärkompetenz bei offiziellen Anlässen das Bairische nachhaltig aufwerten.

Helfen Sie mit – aus Liebe zur Heimat und mit dem Streben, diese kostbare und unwiederbringliche Heimat – eine 1200 Jahre alte Kultur, die zu den ältesten Europas zählt – für zukünftige Generationen zu erhalten!

Heimatverbunden und weltoffen

 

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und
nicht die Anbetung der Asche“
 

Gustav Mahler 
(1860-1911, österreichischer Komponist im Übergang von der Spätromantik zur Moderne)

 

Wir lieben unsere Sprache, aber wir träumen nicht in Nostalgie. Wir müssen unsere mehr als tausend Jahre alte Sprache schützen, pflegen und bewahren. Nicht den Nationalstaaten mit ihren oft willkürlichen Grenzen gehört die Zukunft in einem geeinten Europa, sondern den viel älteren Regionen und ihrer gewachsenen Kultur.

Wirken Sie mit, dass das Bairische, dass die süddeutsche Art zu reden und zu leben, erhalten und gestärkt wird.

Wir möchten vor allem die Jugend ansprechen und sie gemeinsam mit Elternhaus und Schule wieder stärker für die bairische Sprache begeistern.

Bewahren – Erneuern - Weitergeben

 

Damit Traditionen jedoch nicht zu inhaltlosen, rückwärtsgewandten Hüllen erstarren, müssen sie von jeder Generation immer wieder neu interpretiert und in das eigene Leben, in den eigenen Alltag integriert werden. Traditionen pflegen und gleichzeitig für Erneuerung und Innovation offen sein – nur auf dieser Weise bleibt unsere Kultur auch für die Zukunft lebendig und behält ihren Stellenwert.

 

Sabina Kasslatter-Mur
(Südtirolische Kulturlandesrätin)

 

 


Kontakt

Internet:       www.bairische-sprache.at oder  www.bairische-mundarten.de

E-Post:         Netzmoasta@bairische-sprache.at
(Termine, Anregungen zum Internetauftritt)

                                               

 

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Seite zuletzt aktualisiert am 11. Jänner 2016