Mundartsammlung

 

 

 

SAINIHÅNSER MUNDARTLISTE

 

STAND: 6. MÄRZ 2001                       3.271 WÖRTER ERFASST

 

 

Erklärung der Sonderzeichen für die Sainihånser Schreibweise:

 

å  ein dunkles „a“ wie in: Båß, Flåsch (Baß, Flasche). Das „å“ wird ungefähr wie die französische Silbe „-ent“ ausgesprochen – vgl. „Appartement - jedoch nicht nasal!

 

é  ein helles „e“, wie in: Bétt, Héén (Bett, Henne).

 

ô  ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiel: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart). Das „ô“ wird ungefähr wie das „a“ in der englischen Silbe „-all“ ausgesprochen – vgl. „Football.“

 

à, è, ì, ò, ù  Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren). Andererseits werden Nasallaute mit einem stummen „h“ angedeutet, wenn auch das allgemeindeutsche Stammwort ein stummes „h“ aufweist. Beispiel: Huh, Fuh (Hahn, Fahne). Werden jedoch die Buchstaben „b“ oder „d“ verschluckt, so sind sie in Klammer geschrieben z.B.: Schô(d)n, Rua(b)m (Schaden, Rüben).

 

è am Wortende  ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“ , das dem „e“ näher kommt als dem „i“ – vgl. Épfè, Gôwè (Apfel, Gabel).

 

öi  eine Verschmelzung von „ö-i“ und „e-ü“ Es handelt sich dabei meist um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiel: Göid, Föid (Geld, Feld). Das „öi“ wird ungefähr wie die französische Silbe „-euill-“ ausgesprochen – vgl. „Feuilleton."

 

  Apostrohe werden bei Buchstaben gesetzt, bei denen das restliche Wort verschluckt wird. Beispiel „er hôt ‘s gsôgg“ anstatt „er hôt es gsôgg.“ Außerdem werden Apostrohe auch gesetzt, wenn sie das zusammenstoßen von zwei Selbstlauten verhindern sollen. Beispiel: „toà wia r’a Grôußa“ anstatt „toà wia a Grôußa“, ähnlich dem englischen „an“ – vgl. „an apple.“

 

Bei Wörtern mit unklarer Betonung wird der betonte Vokal (Selbstlaut) unterstrichen. Beispiel: „muliôschat.“

 

Das Geschlecht von Hauptwörtern wird auf der rechten Spalte in Klammer angegeben:

(m) = masculinum – männlich,   (f) = femininum – weiblich,   (n) = neutrum - sächlich

 

 

Erklärungen zur Liste mit Mundartausdrücken

aus St. Johann in Tirol

 

Die vorliegende Sammlung von Mundartausdrücke aus St. Johann in Tirol bzw. dem Leukental, von denen der Großteil auch für weitere Gebiete des Bezirks Kitzbühel gültig ist, soll helfen, den St. Johanner Dialekt zu bewahren und zu verstehen. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass es nur im Hören möglich ist, unverfälschte Sprache zu erfahren. Deshalb ist eine schriftliche Aufzeichnung der “Sainihånser Mundart” nur ein Hilfsmittel zu deren Bewahrung, wobei die von uns verwendeten Sonderzeichen als Ergänzung zum normalen Alphabet nur eine Annäherung zum gesprochenen Wort sein können. An eine Tondokumentation ist in näherer Zukunft gedacht.

 

Zur Auswahl der Wörter

 

Die Wörter wurden nach folgenden Gesichtspunkten ausgewählt:

 

1.      Wörter, die nur in Sainihåns und der näheren Umgebung vorkommen - soweit man dies überhaupt sagen kann. Beispiel: "Bitschei, gschtiascht” (Semmel, lieblich).

 

2.      Wörter, die im Sainihånserischen eine andere Bedeutung als im Hochdeutschen haben können. Beispiel: “Sawè” (Säbel, aber auch: Rausch).

 

3.       Wörter, die aus Fremdsprachen stammen. Beispiel: “Hoss” (Heuboden auf der Alm - von franz.: hausse = Höhe) oder “Umbröi” (Regenschirm – von engl.: umbrella bzw. ital.: umbrellone).

 

4.       Wörter, die obwohl allgemein auch deutsch, auf spezifisch Sainihånserische Weise gesprochen und demgemäß geschrieben werden. Beispiel: “Kufa, Môda” (Koffer, Marder).

 

Nicht aufgenommene Wortvarianten:

 

Es wäre unsinnig, jedes deutsche Wort, nur weil es in einer kleineren Sainihånser Abwandlung gesprochen wird, aufzulisten. Allgemeindeutsche Wörter werden nur in Sainihånser Version geboten, wenn der Unterschied zum Hochdeutschen so wesentlich ist, dass man auch von einem "Sainihånser Wort" sprechen kann. Beispiel: “Toifè” (Teufel).

 

Nicht aufgenommen sind:

 

1.      Infinitivformen: mit der Endung “-en” bzw. “-a”, wie “singa, fånga” (singen, fangen), ebenso mit der Endung “-eln” bzw. “-ln”, wie “hôgln” (hageln).

 

2.      Hauptwörter mit der Endung “-er” bzw. “-a”, wie “Schneida” (Schneider). Dagegen sind Wörter mit verändertem Wortstamm schon aufgenommen wie “Oàsa” (Einser).

 

3.       Wörter mit der Endung “-el” bzw. “-l”, wie “Kégl” (Kegel). Dagegen sind Wörter aufgenommen, bei denen die Wortprägung stärker verändert ist, wie “Tôfè” (Tafel, Schwefel).

 

4.       Verschiedene Wörter mit verkürzten Vorsilben “b-, g-, z-“, statt “be- ,ge-, zer-.” Beispiele: “glegn, zrissn, Gsétz.” (gelegen, zerrissen, Gesetz).

 

Sonderfall:

 

Wörter, die auf Sainihånserisch mit hellem “ô” bzw. dunklem “å” ausgesprochen werden, werden nur in schwieriger verstehbaren Ausnahmefällen gebracht, wie: “Wôôg, Hôwan” (Waage, Hafer). Nicht aufgenommen sind Wörter wie “hôt, môg, Bôd” (hat, mag, Bad), weil ihre Auflistung ins Uferlose führen würde. Hier gilt die Grundsatzregel: "versuche a statt o!"

 

Zur Wortschreibung und Wortaussprache

 

Vorbemerkung:

 

Das Problem der Sainihanser Mundartschreibung ist, wie wohl das jeder Mundartschreibung, nie ideal zu lösen. Zum einen, weil gewisse, vor allem vokalische Lautnuancen - wie z. B. das "öi" in Wörtern wie “Göid, Föid, Wöit” (Geld, Feld, Welt) - der schriftlichen Fixierung, die ihnen nahekommen will, doch entschlüpfen. Sie sind mundartliche Eigenlaute, die im schlichten Alphabet nicht vorgesehen sind. So ist dieser Laut, der hier als "öi" geschrieben wird eine Verschmelzung von “e-ü” und “ö-i.”

 

Das Faktum der nie zu erreichenden idealen Mundartschreibung hat seine guten Seiten. Erstens widerspricht es der lebendigen und variationsfreudigen Mundart, sie total zu reglementieren, zumal viele Wörter in verschiedenen St. Johanner Familien auch mit leichten Unterschieden ausgesprochen werden. Man sollte jedenfalls die Spannung zwischen gesprochener und geschriebener Sprache - wie sie in der Mundart der Fall ist - nicht zu ernst nehmen. Was täten da die Franzosen und Engländer, bei denen die geschriebenen und gesprochenen Wörter krass voneinander abweichen.

 

Erklärung der verschiedenen Variationen von Lauten

 

Vokale (Selbstlaute) und Vokalverbindungen

 

A

 

1.      Das helle "a" - das auch gedehnt vorkommen kann. Beispiel: “Ganggal, waar” (Teufelchen, wäre). Es kommt auch als verkümmertes "a" bei Endungen vor. Beispiel: “Schuasta, Weda” (Schuster, Wetter). Sonderfall: es kommt auch als "r"-Ersatz vor. Beispiel: wer, mir - werden als “weª, miª” ausgesprochen.

 

2.      Das nasale "à" wird immer dann gesprochen, wenn dem "a" ein "m" oder "n" folgt, bzw. folgen sollte, aber mundartlich aufgesogen wurde. Beispiel: “naa” (nein). Analog werden auch im Hochdeutschen Verbindungen von "a" und "m" bzw. "a" und "n" nasaliert. Beispiel: Finanzamt. Deshalb wird dieser Nasallaut auch nicht mit einem Akzent versehen.

 

3.      Das dunkle "a", das sich in der Aussprache dem hellen "o" annähert und mit "å" geschrieben wird. Beispiel: “Årwéssn” (Erbsen).

 

AU

 

Das "-au" wird im Sainihånserischen gleich wie im Hochdeutschen ausgesprochen. Beispiel: “auffè, Sau” (hinauf, Sau)

 

ÄUÈ

 

Die Lautung "-äuè" wird im Sainihånserischen als eine dunklere Form des "-ei" ausgesprochen und ist eine spezifische Abwandlung des hochdeutschen "-au." Beispiel: “Mäuè, fäuè” (Maul, faul).

 

E

 

1.      Das reine "e" wie im Hochdeutschen. Beispiel: “Weg, Schnee, See”.

 

2.      Das dunkle "e", das sich in der Aussprache einem kurzen "ä" annähert. Beispiel: “Schnegg, gnettig” (Schnecke, eilig).

 

3.      Das nasale "è" in der tatsächlichen oder unterdrückten Verbindung mit "m" oder "n". Beispiel: “scheè, Krè” (schön, Kren).

 

4.       das gequetschte "é", das sich in der Aussprache einem "ö" annähert. Beispiel: “Bétt, Méttn” (Bett, Lärm).

 

EA

 

Die Lautung "-ea" nähert sich in seiner Sainihånserischen Aussprache einer Verbindung von "-äa" an. Beispiel: “ameascht” (vorher)

 

EI

 

1.      Analog zum Hochdeutschen steht das "ei" in Wörtern wie “weiß, glei” (weiß, gleich). Häufig dient es aber auch zur Abwandlung von "eu." Beispiel: “heìt, Leit” (heute, Leute). Die Abwandlung von "äu" wird mit "ai" geschrieben. Beispiel: “Haisa, laitn” (Häuser, läuten).

 

2.      In der nasalen Form wird das "eì" etwas dunkler als das hochdeutsche, reine "ei" ausgesprochen: Beispiel: “seì, heìt” (sein, heute).

 

3.      Das "-ei" am Wortende ist eine sprachliche Eigenart des östlichen Tiroler Unterlandes und zeigt immer eine Verkleinerungsform an. Beispiel: Dianei, Végei (Mädchen, Vögelchen).

 

I

 

1.      Das "i" ist wie das schriftdeutsche "i" auszusprechen, auch wenn es oft für “ü” steht. Beispiel: “Kiwè, Sindt, miad, Kiah” (Kübel, Sünde, müde, Kühe).

 

2.      Das unbetonte "i" am Wortende wird als unbetontes "e" ausgesprochen und hier als “è” geschrieben. Beispiel: Scheikè, Öifè (Joppe, Elf Uhr).

 

IA

 

Die Vokalverbindung "-ia" klingt ähnlich dem hochdeutschen "-ier" wie etwa bei Stier. Beispiel: “Wiascht, adiam” (Wirt, manchesmal).

 

O

 

1.      Das reine "o" ist wie das schriftdeutsche "o" auszusprechen. Beispiel: “losn, doscht” (hören, dort). Das reine "o" kommt auch in der Verbindung mit "i" als "oi" vor. Beispiel: “Hoiz. Koihn” (Holz. Kohlen).

 

2.      Das helle "o", das eigentlich ein dunkles "a" ist. Es wird im hochdeutschen Stammwort immer mit "a" geschrieben, im Sainihånserischen jedoch fast als o ausgesprochen, sodaß es hier auch als "ô" geschrieben wird. Beispiel: “ôschrei(b)m, Bôda” (abschreiben, Bader).

 

OA

 

Das helle "o" in Verbindung mit "a" ist die nasalierte Sainihånserische Ausspracheform eines "-ei" im Hochdeutschen. Beispiel: “Oàsa, moana” (Einser, meinen). Die Lautung "-oa" nähert sich in ihrer Aussprache einer Verschmelzung von "å" und "a" an. Beispiel: “Koasa, alloa” (Kaiser, allein).

 

OI und ÔI

 

Die Vokalverbindung "-oi" wird hell ausgesprochen. Beispiel: “Bois, Lois” (Weile, Alois), während das "-ôi" etwas dunkler ausgesprochen wird. Beispiel: “amôi” (einmal).

 

ÔU

 

Das "-ôu" wird als eine Verschmelzung von "a-o-u" ausgesprochen. Beispiel: “Bôukirch, gfrôun” (Kirchenempore, gefroren).

 

Ö

 

Das "ö" kommt im Sainihånserischen selten in reiner "ö"-Lautung vor wie etwa im Schriftdeutschen bei schön, Höhe. Meist wird es zum "e" bzw. “é” abgewandelt. Beispiel: “bled, schéé” (blöd, schön).

 

ÖI

 

In der Verbindung "-öi" wird eine Verschmelzung von "e-ü” und “ö-i" geschrieben. Sie stellt die Wandlung der hochdeutschen Lautung "-eld" dar. Beispiel: “Göid, Wöit, Föid” (Geld, Welt, Feld).

 

U

 

Das "u" wird immer rein ausgesprochen, auch in den Lautverbindungen "-ua" und "-ui." Beispiel: “Kuah, vui, Stuih” (Kuh, viel, Stuhl).

 

Ü

 

Das "ü" klingt stets nach "i." Beispiel: “miassn, Nissei” (müssen, Nüßchen).

 

 

Sainihånser Doppelvokale und ihre Bedeutung:

 

"aa", Beispiel: “Baam, waar” entspricht dem hochdeutschen "au, ä" (Baum, wäre)

"ai", Beispiel: “Haisa” entspricht "äu" (Häuser)

"ea", Beispiel: “Ream, eà, greà” entspricht "ie, ih, ü, üh" (Riemen, ihm, grün)

"éé", Beispiel: “schéé, déé” entspricht "ie, ö" (diese, schön)

"ia", Beispiel: “Briaf, miad, friah” entspricht "ie, ü, üh" (Brief, müde, früh)

"oa", Beispiel: “Loab, hoaß” entspricht "ai, ei" (Laib, heiß)

"oi", Beispiel: “Hoiz, Woin, Toifè” entspricht "ol, ohl, oll, eu" (Holz, Wolle, Teufel)

"ôi", Beispiel: “Ôim, Wôih, Tôi” entspricht "al, ahl, all" (Alm, Wahl Tal)

"ôu", Beispiel: “rôut, Brôut” entspricht "o" (rot, Brot)

"öi", Beispiel: “Göid, Föid, Wöit” entspricht "el, ehl, ähl" (Geld, Feld, Welt)

"ua", Beispiel: “zua, Fuada” entspricht "u, uh" (zu Futter)

"ui", Beispiel: “vui, Schui, Muih” entspricht "il, iel, ul, uhl, ull, ül, ühl, üll " (viel, Schule, Mühle)

 

Konsonanten (Mitlaute)

 

P,B

 

1.      Rein lautlich vertritt das "b" weitgehend das "p", das heißt: im Sainihånserischen wird eigentlich kein hartes "p" ausgesprochen. Ebenso wird auch "pp" weicher, etwa wie "bb" gesprochen. Da hartes "p" und weiches "b" somit eigentlich gleich ausgesprochen werden, wird hier großteils die schriftdeutsche Schreibung belassen, um eine bessere Lesbarkeit des Wortes zu erreichen.

 

2.      Das "b" wird im Sainihånserischen oft zu einem "w" erweicht. z. B.: “Kaiwè, Weiwè” (Kalb, Weib), dennoch ist dieses "w" in seiner Aussprache dem "b" etwas näher als ein reines "w."

BE

 

Die hochdeutsche Endung "-be" wird in Sainihånserischen stets zu "-am." Beispiel: “Gruam” (Grube) und die Silbe "-ben" wandelt sich zu "-ôm." Beispiel: “hôm” (haben).

 

CH

 

Das "ch" wird innerhalb eines Wortes härter als auf Hochdeutsch ausgesprochen, am Wortanfang allerdings wird es zum "k." Beispiel: “Christkindl”. Die Schreibung bleibt gleich wie im Schriftdeutschen.

 

D,T

 

Rein lautlich wird im Sainihånserischen das "t" weitgehend vom "d" vertrteten. Das heißt: es gibt eigentlich kein echtes hartes "t." Ebenso wird auch das "tt" weicher ausgesprochen etwa wie "dd" oder "dt." Die Schreibweise wird deshalb großteils wie im Schriftdeutschen belassen, um eine bessere lesbarkiet zu erreichen.

 

F

 

Das "f" wird gleich wie im Schriftdeutschen verwendet, jedoch wird das einfache "f" bei einigen Wörtern als "ff" ausgesprochen: Beispiel: “laffn, kaffn” (laufen, kaufen).

 

G, K

 

1.      Wie allgemein in den Tiroler Mundarten üblich, wird bei vielen Worten ein hartes "k" ausgesprochen, ebenso wandelt sich manchmal auch das "g" zu einem "k." Beispiel: “kring, krôd” (gering, gerade).

 

2.      Die Silbe “ge-“ am Wortanfang wird oft als besonders hartes “k” ausgesprochen und deshalb auch mit “kh” geschrieben-. Beispiel: “khåckt” (gehackt).

 

3.       Die Sonderform "-gn" wird fast immer als "-ng" gesprochen, es verschmilzt also zu einem Doppelkonsonanten, sodass man die Schreibweise "-gn" belassen kann. Beispiel: “wirgn, liagn” (würgen, lügen). ähnlich wie im Italienischen – vgl. Lasagne.

 

H

 

Das "h" bleibt gleich wie im Hochdeutschen und wird auch in der Sainihånser Mundartschreibung als Dehnungsfaktor "stummes h" verwendet. Beispiel: “Huh, Hosbohn” (Hahn, Saubohne).

 

L

 

Das "l" wird ebenfalls wie im Hochdeutschen gesprochen, falls es überhaupt gesprochen wird, denn sehr oft wird das "l" einfach eingeschmolzen. Dies geschieht bei folgenden Silben:

bei "-al, -aal, -ahl, -all" Beispiel: “Wôid, Sôi, môhin, Bôin” (Wald, Saal, mahlen, Ball)

bei: "-el, -eel, -ehl, -ell" Beispiel: “Göid, Söi, Möi, schnöi” (Geld, Seele, Mehl, schnell)

bei: "-il, -iel, -ill" Beispiel: “Muich, vui, wui” (Milch, viel, will)

bei: "-ol, -ohl, -oll" Beispiel: “Goid, woi, voi” (Gold, wohl voll)

bei: "öl, -öll" Beispiel: “Oi, Hoi” (Öl, Hölle)

bei: "-ul, -uhl, -ull" Beispiel: “Stui” (Stuhl)

bei: "-ül, ühl, üll" Beispiel: “Huisn, Muih, fuihn” (Hülse, Mühle, füllen)

 

Q

 

Das "q" klingt im Sainihanserischen wie "kw", braucht aber nicht so geschrieben zu werden, denn eine “Kwöin” oder ein “Kwadrat” sind in dieser Schreibweise unannehmbar.

 

R

 

Das "r" wird von manchen Sainihånsern zwar vorne gerollt, von den meisten aber kehlig gesprochen. Häufig wird das "r" bei einigen Vokalverbindungen eingeebnet.

bei "-rz" wird der Laut zu "-schz" Beispiel: “Méschz, Pfuschz” (März, Pfurz)

bei "-erl, -erd" zu "-ea." Beispiel: “wean” (werden).

bei "-irt" zu "-iascht" Beispiel: “Wiascht” (Wirt)

bei "-ort" zu "-ouscht" Beispiel: “Wouscht” (Wort)

bei "-öhrl" zu "-eal" Beispiel: “Real” (Röhrl)

 

V

 

Das "v" wird oft als "f" ausgesprochen, jedoch gibt es gleich wie im Hochdeutschen auch die Aussprache als "w" Beispiel: “Vasn” (Vase) - das entspricht vielleicht dem Bewusstsein, die ursprünglich lateinische oder französische Herkunft des Wortes nicht zu vertuschen.

 

W

 

Das "w" ist im Sainihånserischen oft eine Erweichung des "b." Beispiel: “Kaiwè, Weiwè” (Kalb, Weib), dennoch ist dieses "w" in seiner Aussprache dem "b" etwas näher als ein reines "w", das sonst auch genau wie im Hochdeutschen gesprochen wird.

 

X

 

Das "x" ersetzt häufig den Laut "-chs” oder –“chts" Beispiel: “Bix, nix, Haxn” (Büchse, nichts, Hachsen). Bei "-gs" wird zwar auch ein "x" gesprochen, jedoch behält man hier die dem hochdeutschen angenäherte Schreibweise bei, da "xund, Xöichts oder xechn" (gesund, Geselchtes, gesehen) doch zu radikal wäre.

 

Z

 

Das "z" steht oft für "tz" wenn es im Gegensatz zum Hochdeutschen, einem langen statt einem kurzen Vokal folgt. Beispiel: “Baaz, Rooz” (Batzen, Rotz).

 

Die Mitarbeiter bei der Erstellung der Sainihånser Mundartliste

 

Die “Arbeitsgruppe Mundart” des St. Johanner Museums- und Kulturvereins trifft sich seit Sommer 1997 einmal im Monat und sammelt laufend Mundartausdrücke, Sprüche und Redensarten aus St. Johann in Tirol und Umgebung. Folgende Personen haben sich dabei besonders um die Dokumentation und Bewahrung der heimischen Mundart bemüht: Mag. Peter Fischer, Barbara Hechenberger, Komm.-Rat Carl Hofinger, Manfred Kecht, Josef Mößl, Christine Salvenmoser, Toni Schöllenberger, Dr. Josef Seibl †, Mag. Irmgard Silberberger, Peter und Elisabeth Taxer, Ing. Josef Wörgötter, Krimhilde Zobler.

 

Wir sind laufend bemüht, die vorliegende Mundart-Liste zu erweitern und zu korrigieren. So arbeiten wir an einer Verbesserung der von uns entwickelten Sainihånser Schreibweise, an einer besseren Erklärung der einzelnen Mundartausdrücke, an der Erstellung von Querverbindungen und ganz einfach an der Korrektur von Übersetzungs- und Tippfehlern. Wir sind deshalb für jede Art von Anregungen, Kritiken, Verbesserungsvorschlägen, Hinweisen auf Fehler, Änderungsvorschlägen und Ergänzungen sehr dankbar.

 

St. Johann in Tirol, am 3. Jänner 2001

 

 

Kontaktadresse:

Museums- und Kulturverein St. Johann in Tirol

z. Hd. Herrn Mag. Peter Fischer

Bahnhofstraße 8

A-6380 St. Johann in Tirol

Tel.: 05352/6900-13

Fax: 05352/6900-23

Mail: fischer@st.johann.net

Internet: www.kulturwerk.at/museum

 

 

A

 

 

Åchitza - åchitzn

(m) Ächzer, Seufzer - ächzen, seufzen

 

Åchitzwerch

(n) Gejammer

 

adiam

manchesmal

 

adiam amôi

hie und da

 

adiam oà

manche

 

adiamanzt amôi

hin und wieder

 

afig

nässend entzündlich, widerlich

 

afig seì

eifrig sein, sich für etwas mit Freude einsetzen, auch: entzündet sein

 

åft

nachher, auch: also

 

againgst, agalèngs(t)

schließlich und endlich, bald, gleich, gleich einmal, mit der Zeit

 

Ahndl

(n) Großvater

 

åhndn, åhndtoà

jemand oder etwas bemängeln, wehtun

 

Aigei

(n) kleine Augen, auch: liebliche Augen, zärtlicher Ausdruck für die Augen einer Frau

 

Aitzei

(n) kleines bißchen, an Aitzei mehr = um ein Jota mehr

 

alloà

allein

 

Amaleed

(n) Omelett, Pfannkuchen

 

ameascht

zuerst

 

amee

früher

 

aménd

möglicherweise

 

anaachnd - auf anaachnd

beinahe, einigermaßen, ungefähr

 

anacht geèm

Aufmerksamkeit schenken

 

ånascht

anders

 

anédla

etliche, einige

 

Anei

(n) Anna

 

Angal

(n) Obstgarten vor dem Hof

 

Ångl

(f) Bienenstachel, Angel

 

ångln

stechen durch eine Biene oder Wespe

 

aniada

ein jeder

 

anôuscht

irgendwo, anderswo

 

Ant

(f) Ente

 

antan

nachäffen

 

Åntlaß - Åntlaßtôg

(m) Fronleichnam -. Fronleichnamstag

 

Anz

(f) Doppeldeichsel bei Zugtiergespannen, oder beim Schlitten

 

anzn

Wehklagen der Kuh, wenn ihr eine andere mit dem Horn eine Verletzung zufügt

 

Anzn - iwa d'Anzn gschlôgn

hat man, wenn ein Ehepartner eine andere Liebschaft anfängt

 

Arb

(n) Verriegelungsvorrichtung bei Stalltür

 

Årchgruam

(f) Jauchengrube, auch Kotgrube beim Plumsklo

 

Ari hôm - koanè

(f) - koà Ari hôm = bei weitem nicht

 

Årwéssn

(f) Erbsen

 

Årwéttsråggl

(f) Weib, das gerne und fleißig grobe Arbeit verrichtet

 

aschling

rückwärts

 

Aschlingkeiwè

(n) Kalb, bei dem zuerst die Hinterbeine kommen, wenn es zur Welt kommt

 

åschpala

Ausruf des Erstaunens wie: Jessesgott,

 

assig

gut, leicht zu essen

 

Astach

(n) Geäst

 

Astl

(n) Vorbau am Heuboden unter dem Dach über dem Stall

 

aufåmma géh

eine Wöchnerin betreuen

 

aufaschling

zurück, schnell rückwärts; iatz geht's aufaschling = jetzt geht es umgekehrt, in die andere Richtung - das kann positiv oder negativ verwendet werden

 

aufbischn

schmücken (Almabtrieb)

 

aufbreedln

umkippen, auch in Konkurs gehen vgl. aufhausn

 

aufbrééna

aufbrennen z. B.: die heißen Hufeisen beim Beschlagen

 

aufdåxn

aufdecken, auftreiben, auch jemanden aufreißen

 

aufdeitn

sich wichtig machen, aufschneiden

 

aufdrah

aufdrehen, auch: aufbegehren

 

aufentlein, aufentlin måchn

auftauen

 

auffa

herauf

 

auffè

hinauf

 

auffèroa(d)ln

hochkrempeln bei Hosenbeinen oder Ärmeln

 

auffèstuippn

Ärmel oder Hosenbeine aufkrempeln

 

aufhaaschtn

wenn Schnee am Pferdehuf oder am Schuh anfriert und einen Klotz bildet

 

aufhausn

in Konkurs gehen, um Haus und Hof kommen

 

aufheign

letztes Heu des Tages einbringen

 

Aufhéwa - Aufhéwa söichn

(m) derjenige, welcher beim Aufbrennen des Hufeisens den Pferdehuf hält. Aufhéwa söichn = so tun, dass dieser den Gestank von verbranntem Horn voll ins Gesicht bekommt. Das war früher ein üblicher Jux

 

aufkéma

ertappt werden bei Lügen oder Heimlichkeiten

 

aufkranzn

früher wurde der Schmuck zum Almabtrieb mit Kränzen befestigt, die Rinder wurden aufkranzt, und an diesen Kränzen wurden die "Furggln" befestigt

 

auflåssn

Pferde zulassen - vgl. "bschöin"

 

aufloan

aufstellen und dann anlehnen (Bretter), sich in halbliegender Stellung etwas ausrasten

 

aufmaar(ig)

aufmerksam

 

aufmaarig seì

oppositionell, dagegen sein

 

aufnôgln

aufnageln z. B.: der Hufeisen beim Beschlagen

 

aufnuu(d)ln

jemandem auf den Nerv gehen und regelrecht fertig machen

 

aufréckn

sich erholen, auch: jemanden aufkommen lassen

 

aufschnaggln

in Konkurs gehen

 

auftoà

aufmachen

 

auftruin

Rundholz aufschlichten

 

aufziachn

aufziehen (in beiderlei Sinne: Uhr aufziehen, Kinder aufziehen)  jemanden ärgern, verarschen

 

aufzoan

aufstapeln, aufschlichten (Holz)

 

aufzweckt

aufgetakelt

 

aufzwickn

reizen;  si a Diandl aufzwickn = sich eine anlachen

 

Augnweal

(n) Gerstenkorn am Auge

 

aus und ééhm

gleich

 

ausantan

verspotten

 

ausdaaln

jemanden ausrichten

 

Ausdénkta

(m) ein raffinierter, intelligenter, erfinderischer, schlauer, tüftlerischer Mensch

 

ausdusln

ausschlafen, bei einer Grippe oder einem Rausch

 

ausfahna

ausfädeln, aber auch: aushorchen

 

ausfisln

ausschälen, aus einer Schale herausschälen wie z. B.: Erbsen, vgl. auch ôfisln

 

ausgrausign

hinausekeln

 

ausgschamb

unverschämt, unverfroren

 

Ausgschau

(n) Unordnung, Nicht zusammengeräumt, nicht zusammengekehrt

 

aushosln

die Hose ausziehen

 

auslåssn

Kühe auslassen

 

Auslåß-Schmôiz

(n) Butterschmalz

 

ausmégn

wegkommen, auskommen, sich terminlich frei machen

 

aus'n Staunam bringa

eine Arbeit erfolgreich weiterbringen

 

auspaschzn

durch Druck verformen, sodaß es aus dem Leim geht, bzw. aus allen Nähten platzt, auch ausbuchten

 

aussaklétzln

etwas kleinweise herauskratzen, herauspicken

 

aussaweaschz

Richtung heraus, herauswärts (vgl. ausweaschz)

 

ausschaù - an Aussaschaunde

aussehen - (f) eine Frau mit sprechenden Augen

 

ausschbeim

ausspucken, aber auch eine Naht "schbeibb aus", wenn sie beim Aufgehen ist

 

ausschoppn

ausstopfen, eine Höhlung zustopfen

 

aussè

hinaus

 

aussègrôsn

untreu sein, verbotenes tun, auf d'Seit géh

 

aussèpôussn

ausschütteln, z. B.: Staub

 

aussèrosln

hinausekeln, "mobbing"

 

austabeig

außen

 

austauchn

wenn einer Kuh nach der Geburt die Gebärmutter heraushängt

 

Austrôghaisl

(n) Ausgedinge, Zuhaus beim Bauernhof, in dem die hintergebenen Bauersleute wohnen

 

ausweaschz

Richtung nach außen, auswärts (vgl. aussaweaschz)

 

auswénig

auf der Außenseite, auch: auswendig (Gedicht lernen u. ä.)

 

auswoa(d)n

Innereien herausnehmen

 

Auta

(n) Euter, auch das Auto wird häufig als "Auta" ausgesprochen

 

autadalig

ist eine Kuh, die ein entzündetes Euter hat

 

Åxl

(f) Achsel

 

B

 

 

Baamè

(n) kleiner Baum

 

bacheiwårm

lauwarm

 

Bagaasch

(f) Gesindel, Pack, Saubande

 

Baikei

(n) viereckige Lücke mit Deckel am Plafond über dem Ofen, um die Wärme in den darüberliegenden Raum zu lassen

 

Bamhackè

(n) Dreckrand am Fuß, vor allem am Rist - auch: Specht

 

Båmpf

(m) zu dicker unansehnlicher Brei zum Essen

 

båmpfn

gierig schnell hineinstopfen beim Essen

 

Båndåst

(m) schwerer, behäbiger, unangenehmer Mensch

 

bandln

mit jemandem liiert sein

 

Bang

(m) seuchenhaftes Verwerfen der Rinder, Bangseuche

 

Bånkert

(m) uneheliches Kind

 

barawan

Hilfsarbeit machen

 

Bårchand

(m) einseitg gerauhter Stoff, meist aus Baumwollgarn oder Leinen, allgemein österreichisch: "Barchent"

 

Bårfuaßschliidn

(m) Schlitten ohne Eisenkufen, nur aus Holz

 

Bårg

(m) männliches Ferkel

 

bårggln

stolpern, schwanken

 

bärig

eindrucksvoll, großartig, toll

 

Bårm

(m) Futtertrog für das Vieh

 

Bårmstock

(m) Kletzenbrot ohne beide Scherze, auch: Holzstock zum Höherstellen eines Futtertroges

 

Bärndreeck

(m) Lakritze

 

Bärntåtzn

(m) Ziegenbart-Pilz

 

baschtln

vgl. "Neidei" jedoch von einem unrasierten Mann

 

Båschz - kloaner Båschz

(m) ein kleines Kind, Baby

 

Basei

(n) Cousine

 

Bätt

(f) Rosenkranzkette

 

bauchweeïg

wird einem bei etwas Unangenehmen, daß einem schlecht werden könnte

 

beàggn

aufsässiges Gezeter von Kindern

 

Beal, Beadei

(n) kleine Kügelchen, z. B.: Ziegenkot

 

Béckibuh

(f) Rodelbahn

 

bedaggln

betrügen, über's Ohr hauen

 

Béédei

(n) kleine Beere

 

Beedl

(n) kleines Kind

 

Beedlbutz

(m) unheimliche Nachtvögel als Kinderschreck

 

Beedleitn

(n) zum Angelus läuten

 

beedllippisch

bettelnd

 

Beedlsôôk

(m) jemand, der hartnäckig bettelt und nicht aufhört

 

beefin

andauernd schimpfen, zetern

 

béégln

bügeln

 

Béén

(f) kleine Schlittenkutsche

 

Bééruméss

(f) Waldameise

 

Beeschta

(f) lange, ungepflegte Haare

 

beidln

bei den Ohren nehmen, rütteln

 

Beiß

(f) stark juckender Hautausschlag

 

beita

sagt man zu Kleinkindern, wenn sie etwas nicht tun sollen, wenn sie nicht brav sind

 

Beitn

(f) großes Kellertablar, Bretterstellage

 

bekééma

jemanden zufällig treffen

 

beluxn

täuschen

 

bénggn, beàggn

aufsässig protestieren bei Kindern

 

béngln

entfilzen (Flachs)

 

bénzn

bitten, betteln, jammern

 

Beschti

(m) Hans Dampf, der gerne Späße mit Leuten treibt, vgl. auch Hôôrangangg

 

betrogn

nicht ohne Risiko, schwierig

 

betrogn seì

 mit allen Wassern gewaschen sein aber im negativen Sinne, mit "an Betrogna" möchte man lieber nichts zu tun haben

 

bettat

betend, Bezeichnung für einen Menschen, der immerzu betet

 

Biadra

(m) Hölzernes, verschließbares Trinkgefäß mit Trinkzapfen, wurde viel bei Heuarbeit und Getreideschnitt verwendet, weil das  Wasser kühl blieb

 

biagn wia'r a Roaf-Ôst

z.B. sich vor Schmerzen krümmen wie ein Ast, der um ein Holzfaß gelegt wird

 

Biaschbaam

(m) Birnbaum

 

Biastmuich

(f) erste Milch nach dem Kalben

 

Bichè - Biichei

(m) Hügel - (n) Hügelchen

 

Bidal

(n) kleines Butterweckerl

 

Bih

(f) Zwischenboden im Heuboden oder in der Tenne

 

Biidara

(m) Holzfäßchen zum Umhängen für Fischer

 

Biigling

(m) schlecht gedeihendes Jungrind oder Schwein, auch besonders schwer erziehbarer Bub

 

Biischd

(f) Bürste

 

biisn

rennen aus Angst oder Freude bei Weidevieh

 

Biiß

(m) Trense, der Teil des Pferdegeschirrs wo die Pferde draufbeißen

 

Biiz

(m) kleiner Bub

 

Bill

(f) zusammengebundenes Heu, das auf dem Kopf getragen wurde

 

Bilstubn

(f) Brechelstube zur Flachserzeugung

 

Binggl

(m) Beule, auch: kleines Kind

 

Birchbesn

(m) Stallbesen aus Birkenreisig

 

Bisch

(f) Blumen, Büsche

 

Bischtling

(m) mageres Kalb mit aufstehenden Haaren

 

Bißguur

(f) streitsüchtiges, zänkisches Weib

 

Bitschei

(f) Semmel (eines der besonders typischen Worte für unsere Region)

 

bittegôschéé

bitte gar schön

 

Biwè

(m) Wärmflasche, (f) Bibel

 

Bix - Bixei

(f) Dose, Gewehr - (n) Dose, Gewehr in Verkleinerungsform

 

bizl

zu wenig eingenäht

 

blään

weinen, intensiv weinen

 

Bladlhaufn

(m) faules, dickes Weibsbild

 

Bladlra(d)l

(n) Metallrad zum Ausschneiden des Teiges

 

Blass

(f) Kuh oder Pferd mit weißem Stirnfleck

 

bleàggitzn

blinzeln

 

Bleamè (Bleamei)

(n) Blume

 

bleamèn

den Sinn erfassen

 

Blédalèng

(m) Hosenbein

 

Bleech

(n) Fleck , die "Bleecha" sind Flecken auf der Kleidung und dgl.

 

bleedan

lachen, kichern, auch: sehr schnell Schi fahren, auch: Verziehen der Nüstern beim Gamsbock

 

Bleetscheerin

(f) großer, schmutziger flüssiger Fleck

 

Bleetschn

(f) großer Fleck

 

Bleetschn hänga låssn

verdrossen herschauen

 

blefdan

viel reden, meist sinnloses Zeug

 

Blegat

(n) falscher Saum

 

bleggitzn (Weda bleggitzn)

blinken, Wetterleuchten

 

Bletschn

(f) große Blätter, vom Kraut, Kohlrabi etc...

 

Bletzn

(m) Schorf,  Kruste, verkrustetes Blut

 

blickig

ist jemand mit einem feurigen Blick

 

Bliiz

(m) Blitz, aber auch: "auf'n Bliiz géh" = feiern, saufen gehen

 

blinnan

übersiedeln

 

Blitza

(m) Feier mit Alkoholkonsum, aber auch: Mensch, der dauernd im Wirtshaus sitzt, vgl. "Stiera"

 

blitzn

blitzen, aber auch: feiern, saufen

 

Bloakn

(f) Hangrutschung, Mure, Murenkegel

 

Bloamach

(n) Heublumen

 

Blôda

(f) Blase, dicke Frau

 

blôdagstéwat

pockennarbig

 

blôdamôsat

pausbäckig bei besonders dicken Menschen

 

bluadig håscht toà

sich besonders plagen

 

Blunzn

(f) Blutwurst

 

Bluttl

(f) dicke, schwere Frau

 

Bluuza

(m) abfällig für großen Kopf

 

bò(d)nscheichè Hosn

eine zu kurze "bodenscheue" Hose

 

Boà

(n) Bein im Sinne von Knochen

 

boàhaggln

alpine Sportart, bei der man mit dem Bein beim Bein des Gegners einhakt und ihn dann über seine Schulter werfen muß.

 

Boàhosn

(f) strumpfähnliche, gestrickte Röhrchen für die Waden als Kleidungsstück zur Lederhose, vgl. auch Waadlstuuzn (Legwarmers)

 

Boàling

(m) Knochen

 

Boas - an Boas hôm

(m) auf etwas scharf sein

 

Boàschagg

(m) magerer Mensch

 

Boasmuich

(f) saure Milch, meist aus Magermilch gemacht

 

Boass - Boaz

(f) Laab zum Käse erzeugen (Eindickungsmitttel der Kesselmilch), Gewürzmischung zum Pökeln

 

Boasslbéér

(f) Berberitze

 

boassln

kugelförmige, kleine Schneeflocken schneien, bzw. "Mini-Hagel"

 

boatn

warten

 

boazn, eìboazn

pökeln, Fleisch einbeizen

 

Bôchhaitn

Pestwurz, Pflanze mit großen Blättern an Bachufern (wird nur in der Mehrzahl verwendet)

 

Bock stéh

dafürstehen, bezeugen, aber auch bei einer Leiter unten verhindern, daß sie wegrutscht

 

Bockbaschtn

Wiesenbocksbart (wird nur in der Mehrzahl verwendet)

 

Bockhaut - ôitè Bockhaut

(n) eigensinniges, stures Pferd - freundschaftlicher Gruß unter Männern

 

bockn

brünstige Ziegen, übermütiges Springen von Rindern, Pferden aber auch Kindern

 

bodn

etwas noch im letzten Augenblick fertiggemacht haben

 

Bôdwaschl

(m) Waschlappen

 

Bôgarat

(f) Gestell (z. B.: für das Heu), meist Provisorium

 

Bognsôg

(f) Säge, bei der das Blatt durch einen Bogen an beiden Enden eingespannt ist

 

Bôikn

(m) Fensterladen

 

Bois(ei)

(f) Zeitabschnitt, (kurze Zeit), eine Weile; in Verkleinerungsform: Boisei (n)

 

boisndsgweis

manchmal

 

böivan

laut und aufsässig schimpfen, vgl. auch: beefan

 

Boock

(m) Dreibein in Schmiede, wo das Pferd beim Beschlagen den Huf aufsetzen muss; aber auch: Bock

 

Boonhockerl

(n) Buschbohnen

 

bôôs

passend, gut brauchbar

 

bôôsa

besser

 

boowin

dicken Rauch machen, qualmen, quellender Nebel

 

Boschn

junger Nadelbaum

 

bôsn

ausschütteln

 

Bôukirch

(f) Kirchenempore

 

bôussn

hinunterprellen durch stoßen auf Unterlage

 

bowin, aufa bowin

heraufstrudeln von Wasser

 

Boxln

(f) Frucht des Johannesbrotbaumes

 

Braadling

(m) Täubling

 

brachtn

tratschen, schwätzen, unsinniges reden, prahlen

 

Bråndreita

(m) Rotschwanz (Vogel)

 

Bratlkoch

(n) Weizenkoch mit geschnetzeltem Fleisch

 

Braù

(f) Augenbraue

 

Breàggei

(n) weinerliches Herabziehen der Mundwinkel bei Kindern

 

Brechè

(f) geschwätziges Weib, das besonders gerne über die Leute redet, aber auch Gerät zum geschmeidig-Machen von  Hanf bzw. Flachs

 

Brechè - ôitè Brechè

(f) altes Tratschweib

 

Brechènudln

(f) im Fett gebackene Nudeln, die es bei der Flachsarbeit gab

 

Bréckei låchn

sich übergeben - eigentlich: Bröckchen lachen

 

breedlbroad

beansprucht viel Platz

 

Breedler

(m) hohe Holzschuhe

 

Breedlinger

(m) niedere Holzschuhe

 

breedln

jemanden übervorteilen

 

Bréém, bréémig

(f) Pferdebremse, ein "bréémiger" Tag ist sehr schwül, meist vor einem Gewitter

 

Bréénkoch

(n) Weizenmehlbrei

 

bregln

langsam dahinköcheln lassen

 

brénaggln

zublinseln, flirten, kokketieren

 

brénnd

raffiniert

 

brézln

bruzzeln

 

Brézngstoih

(n) magere, dürre Frau

 

brihma

brünstig sein - Schweine

 

Brinzn

(f) Krusten vom Kochen

 

brockn

pflücken

 

Brôdanapfei

(n) Täubling

 

broglat

bei Stoffen: stark gerüscht, gerafft - Gegenteil von glatt

 

Broi

(m) Bierbrauer

 

Brôôda

(m) glasiger Topfen als Krapfenfüllung

 

brôôdig

dunstiges Wetter, schwül, tropisch

 

Brôtaiwei

(n) niedrig gelegene Alm

 

Brôusn - koan Brôusn

(m) Krümel, Brosamen - keine Spur, um kein Bisschen

 

brôusntruckn

total trocken

 

Brout

(n) Brot

 

Broutbreesl

(n) Brotbrösel

 

Bruach

(f) Teil des Pferdegeschirrs, auch Kälbergurt gegen Tragsackvorfall bei Geburten

 

bruchhaschtig

ist es bei gefrorenem Scheee, durch den man beim drübergehen einbricht

 

Bruggnwôôgn

(m) flacher Pferdewagen mit Holzbrettern und nur schmalen Rändern - wie Pritschenwagen

 

brummin

nörgeln, meckern

 

Brummisuppn

(f) ist jemand der immer etwas auszusetzen hat,

 

brunftig

sind Hirsche in der Paarungszeit

 

Brunöiei

(n) Kohlröserl, Brunelle

 

brunzn

Wasser lassen

 

Brunzriin

(m) Rinne zur Verrichtung der Notdurft für Männer, ging meist von der Kammer direkt ins Freie

 

bruuch seì

mißlungen sein, ein schwieriger Mensch sein, auch: nicht mehr das sein, was es vorher war

 

bscheißn

übers Ohr hauen, betrügen

 

bschissn géh

es geht einem schlecht

 

Bschlôgbrugg (-brigg)

(f) Hözener Boden in Schmiede, wo Pferde beschlagen werden

 

Bschlôghammal

(n) Hammer zum Beschlagen der Pferde

 

bschlôgn fôhn

mit dem Pferd zum Beschlagen gehen

 

Bschlôgstånd

(m) Gestell, das das Pferd zwingt, den Huf zu heben

 

bschoad singa

z.B. im Advent wurde bschôad gsunga

 

Bschoadpaktl

(n) Reiseproviantpaket, Jausenpaket, Mitbringsel

 

bschoadtoà

gegenprosten, bescheidgeben, jemandem eine Gefälligkeit tun, Als Gast bei einer Jause teilnehmen

 

bschöin

Pferde zulassen - vgl. "auflåssn"

 

Bschöira

(m) staatlich befugter Halter eines Zuchthengstes

 

bseichn

keine Milch mehr geben

 

bsétzn

mit Tuch besetzen

 

bsuna

sonderbar, besonders, ausgefallen, verwirrt (bei Personen)

 

Bsuuf

(m) Trinker, Besoffener

 

Buachnissei

(n) Samenkörner der Buche

 

Buag

(m) Hüfte

 

Buamasunn

(f) Vollmond

 

Buamazipfè

(n) Speisenbeilage aus Kartoffel- oder Griesteig, im Wasser gesotten

 

Budarôusn - Budableamè

(f - n) Trollblume

 

Budei

(n) war vor Einführung der cl - Norm ein doppelter Schnaps: 1/16 Liter

 

Buga

(m) abwertender Ausdruck für ein Pferd

 

bugan

sich abschinden wie ein Pferd

 

Bugarat

(f) Gestell (für das Heu)  

 

Buggl

(m) Rücken, Buckel

 

bugglfünfan

wie umgangssprachlich: der kann mir mal den Buckel runter rutschen

 

bugglkraxn

auf dem Rücken tragen

 

buggln

hart arbeiten

 

Buhi

(m) grober Mensch

 

buhli, buhli

Lockruf für Hühner

 

Buiei

Huhn, Lockruf für Hühner

 

Buigoar

(n) Lockei im Hühnernest, meist aus Gips

 

buin

brüllen z.B.: wie ein Stier, aber auch: fürchterlich weinen

 

buìridig

ist eine ständig stierige Kuh, dauerbrünstig

 

Buitl

(n) Bild, Bildchen, Fleißbild

 

bulat

mit gekraustem Haar

 

bunggat

ge- oder verbogen, gebaucht

 

buraweis

selbstverständlich

 

Buschgschiil

(n) Blumentopf

 

Buschlaam

(f) Balkon auf der Hauptfassade, wo Blumen sind

 

Buschlappin

(f) eine Frau, die ganz verrückt nach Blumen ist

 

Buschpöiza

(m) Ableger, Steckling

 

Buttn - dés is mia Buttn

(f) Milchtransportgefäß - ärgerlicher Ausruf: das ist mir egal

 

D

 

 

Dåå

(m) Ackerunkraut Namens "gemeiner Hohlzahn" alte Form: "Doan"

 

daab

taubes Gefühl bei einem Körperteil

 

Daachè

(f) Dohle

 

daasig

müde, schwächlich

 

dabårma

erbarmen, leid tun

 

Dåchtl

(f) Kopfnuß, Ohrfeige

 

Dack

(f) wasserabweisendes Material - Plane, meist bei einem Wagen verwendet

 

dadriasing

drangsalieren, nötigen, aufsässig lästig sein

 

dafånga

wieder genesen, auffangen

 

Daff

(f) kistchenförmiger Behälter für Salz und dgl.

 

dafiidascht

erholt, wieder genesen, davongekommen

 

dagaawig

ergiebig, anstrengend

 

Daggl

(m) alter Mann

 

daglônga

erreichen, erlangen

 

dagneissn

etwas intuitiv merken, wahrnehmen

 

dagrattln

gerade noch erreichen

 

dagréttln

etwas fertig bringen

 

dagrinndn

ergründen

 

dagwanndn

kleiden, bekleiden

 

dahinta

dahinter

 

dahoam

daheim

 

dakéma

sich erschrecken

 

dakésting

verköstigen

 

daklachin - nimma daklachin

 - fast nicht mehr gehen können aus Erschöpfung, z.B.: im hohen Schnee

 

dakrein

etwas gerade noch fertig bringen

 

dakrôdn

richtig geraten, gelingen

 

daleegn

darniederliegen, vor Erschöpfung zusammenbrechen

 

dalémpan - ea dalémpaschz nid

fertig bringen - es reicht ihm nicht ganz

 

dalig

verletzt, nicht mehr ganz brauchbar, fehlerhaft, tadelig, mangelhaft

 

damisch

verrückt, auch: bewußtlos, auch: Steigerungsform z. B.: "damisch guat"

 

Damm

(m) Daumen

 

dampfig

etwas alkoholisiert

 

Dåmpfplauderer

(m) jemand, der immerzu redet und dabei noch lauter Unsinn

 

damuutn - dea damuut mè an an èppan

 ähnlich erscheinen - der komt mir ähnlich vor wie jemand anderer

 

danaxt

unlängst

 

danepft

erschöpft

 

danôôgld

von Bremsen oder Wespen zerstochen

 

dapémpan

durchschütteln

 

dapfnasn - nimma dapfnasn

schwer atmen - körperlich fertig sein vor Atemlosigkeit, etwas nicht mehr schaffen bzw. erreichen

 

Dårei

(n) naive, gutgläubige, etwas beschränkte Frau

 

Dårftschai

Frau, die immer unterwegs ist

 

Darmdiirer

(m) Hungerleider

 

Dåsch

(f) naive, nicht sehr intellegente Frau

 

daschupfn

erholen, auch: etwas im letzten Augenblick schaffen

 

daspeechn

sehen, erspähen

 

Dåstla

(m) selbstgemachte Patschen

 

dåstln

unsicher umhertappen, greifen

 

Datschei

(n) spezielle Art von Pfannkuchen, in verschiedenen Versionen möglich

 

davôu

davor

 

davù

davon

 

davunandstwegn

deshalb, deswegen

 

davunanztwegn

deshalb, deswegen

 

davùschraufn

sich verdrücken

 

dawånzn

Schwierigkeiten machen bei einer Arbeit

 

daweascht - gånz daweascht

wert - sehr bemerkenswert, sich auszahlen (eher ironisch-negativ: sich eigentlich nicht auszahlen), das kann doch nicht sein, erstaunlich

 

dawei

währenddessen, inzwischen

 

dawei hôm

Zeit haben

 

daweilång

gelangweilt

 

dazahn

gerade noch vom Fleck bringen

 

dearisch

schwerhörig

 

deasn

derjenige

 

Deastbotn-Épfè

(m) Kartoffel

 

deastla

dienstwillig, hilfsbereit, entgegenkommend

 

Dechei

(n) Kosewort bzw. Lockruf für Ziegen

 

decht

doch

 

dechtln

abdichten von Holzgeschirr im Wasser, Alkohol trinken, trinken

 

déén

dörren

 

Degl - Degei

(m) Schale, Tiegel - (n) kleine Schale, Tiegel

 

démpfig

ist es bei schwülem Wetter; aber auch: ein Pferd, wenn es sich verkühlt und laut schnaubt

 

déngg

links, abwegig

 

déngln

Die Sense mit einem Hammer an der Klinge klopfen, daß sie scharf wird

 

Derggl

(m) matschige, teigige, oft schmutzige Masse, meist Dreck, dickflüssige Erdmasse

 

déstawéng

deswegen

 

Diach - Diacha

(n) ein Oberschenkel  - beide Oberschenkel

 

Dian

(f) Dienstbotin

 

Diandl

(n) Mädchen, Dirndlkleid

 

Dickat

(n) Satz, trübes Zeug bei Flüssigkeit

 

Dieldumdei

(n) Lustbarkeit

 

dielitzn

nervendes Auf- und Zumachen einer Tür

 

Dingin - koa ukasige Dingin

(f) Frauenperson - eine recht hübsche Frauensperson

 

Dinkin - a da Dinkin

(f) Dunkelheit - im Dunkeln

 

Dippè

(m) Beule vgl. Diwè

 

dittisch

zornig, eigensinnig

 

Diwè

(m) Beule, auch: Dübel+C758

 

Diwèwebbs

(f) Luder

 

Doas

(m) Geleier, Unsinn, ewig dasselbe (Musik, Geschichten)

 

Dôchkééhl

(f) Traufe, die von der Dachrinne herunterkommt

 

Dôchschôôn

(M) Dachschaden - geistige Beschränktheit

 

Dôda

(f) flottes Mundwerk, vgl. Schnôda

 

Dodl

(m) beschränkter Kerl

 

dôèggad

unbeholfen

 

Doggl

(m) Patschen, Hausschuhe, auch blöder Bub bzw. Mann

 

Döi

(m) Dampf, feuchte Wärme

 

doibat

unscharf, stumpf, z. B.: Hacke

 

Doibb

(m) Dieb

 

dôïg

einheimisch

 

Dôïga

(m) ein Einheimischer

 

dôiggat

teigig, auch: deppert bei einer Person

 

Doim

(m) dummer Kerl oder kleiner Flußkarpfen mit großem Kopf

 

Dootschn

(m) kleiner Bub

 

doscht

dort

 

Dôsiger

(m) ein Hiesiger - vgl. Dôïger

 

Dotschn

(m) kleiner Mann, auch ganz kleiner, meist von Wild und Ziegen verbissener Nadelbaum in Hochlagen

 

dôuln

langsam gehen, sich langsam bewegen

 

Dôumniidei

(n) kleine Nudeln aus Erdäpfelteig mit Mehl

 

Draam

(m) Traum, auch: Kantholz vor allem am Dachstuhl (Dachsparren)

 

Drahdaling

(m) Verwicklung des Fadens beim Spinnen

 

Drahdiwixpfeifei

(n) Kartoffelkroketten

 

drång

eng, gedrückt, fest

 

Dranggin

(f) ungeschlachtes Weib, Trampel, eher großes Mädchen (langbeinig)

 

dreckn

Kuhfladen auf der Alm zerkleinern und grob ausstreuen

 

driftn

Holz auf dem Wasserweg ins Tal transportieren (vgl. Brandenberger Ache)

 

Driitschl

(f) geschwätziges Weib, das besonders gerne über die Leute redet

 

Drischl

(m) Dreschflegel

 

Dritt - s'Dritt

(n) das dritte Mahd

 

driwakéma

sich über etwas hermachen

 

driwig

gewaltig, stark

 

Drôhtwaschl

(m) Reibebürste aus Draht für Pfannen

 

droi

drei

 

druck di, sist ...

hau ab, sonst ... passiert was

 

Druhtschei

(n) harmloses unansehnliches weibliches Wesen

 

druin

jemanden ärgern, aufstacheln

 

drumumma

rundherum

 

Dschmårganst

(m) am Morgen

 

Dschnåchts

(m) am Abend

 

Dschumpus

(m) Gefängnis

 

ducha

weg von etwas her zu jemand

 

duck di

bück dich - aber auch: versteck' dich

 

duckn

wenn der Hahn die Henne befruchtet

 

duichi

weg von etwas und jemand

 

duichi kéma

vom Haus wegkommen, in fremden Dienst kommen

 

dumpa

dämmrig

 

Dunggråttn

(m) Mistwagen

 

Dunkiat

(f) Dunkelheit

 

durcha

herdurch

 

durchgéh - durchgånga

durchgehen z. B.: Pferd - mit jemand anderem des anderen Geschlechtes abgehauen, aber auch: gestorben

 

durchs

hindurch

 

Dusl

(m) Grippe, Unbehagen, Magenverstimmung, Viruserkrankung

 

duslig

kränklich

 

Duttlkeiwè

(n) junges Kalb, das noch gesäugt wird

 

duttln

trinken an der Zitze

 

Duttn

(f) Zitze

 

Duur

(m) abgestorbener, dürrer Baum

 

E

 

 

eana - an eanarè Vier

ihnen - vier Personen

 

Easchbéé

(f) Erdbeere

 

Easchtépfè

(m) Erdäpfel

 

Easchtépfèniidei

(n) Gnocchi

 

Easchtkaasal

(n) Krokus

 

Eb

(f) Mutterschaf

 

ee

halten - Fuhrmannsruf an die Pferde

 

ee(n)

hinunterwürgen

 

Eecha - Eecha klau(b)m

(f) Getreideähren - verlorene Ähren aufsammeln

 

eechn

klingen (beim Reden) - des eecht g'rad a so as wenn's des so moanast, (kommt von Echo!)

 

eed seì

sich einsam - verlassen fühlen, Heimweh haben

 

Éél

(f) Erle

 

Ééling

(m) Ohrenschützer

 

éém ôh

quitt sein

 

éésig

öde, langweilig

 

Egascht

(n) erste Mahd

 

Egaschtkatzl

(n) junge Katze, die zur ersten Heumahd geworfen wurde

 

ehnda

eher

 

Ehôitn

Gesinde, Dienstboten

 

eìbringa

Gegeneinladung für einen Besuch; auch: Heu in die Tenne bringen

 

eìbuckn

am Rand umbiegen

 

eìcha

herein

 

eìchè

hinein

 

eichèbleamèn

anmachen, anbaggern

 

eìchèkråchn

aggressiv drauflosstürmen

 

eichèmaggn

 hineinstopfen

 

eichèschoppn

übermäßig essen, eine Öffnung ausstopfen, aber auch: verwöhnt werden z.B.: "den håm(b)s es hint und vôun eichègschopp"

 

eichèwôdn - z'weit eichèwôdn

hineinwaten z.B.: ins Wasser - sich verschulden

 

eide 30 Jôhr

gegen 30 Jahre, fast 30 Jahre

 

eìdurch

hinein

 

eìduttn

einführen (im sexuellen Sinne) vgl. "eìwischzln"

 

eìfaàna

einfädeln

 

Eìfôi

Einfall

 

eìgfåßt

wohlbeleibt, untersetzt

 

eìgsegnt seì

wo hineingetappt sein, da geht es einem nicht gut, übervorteilt sein, eingedeckt sein mit nicht positiven Dingen

 

eìgspréng

dafür sein

 

eìgwickit

eingewickelt

 

eìgwoacht

eingeweicht

 

eìhaun

die erste Furche beim Ackerbau machen

 

eìheian

einschlafen, in den Schlaf wiegen

 

eìheign

letztes Heu der Saison einbringen

 

Eìheig-Zech

(f) Gratisgetränk nach dem Einbringen des Heues

 

eìhénga

zusammenhängen im Sinne von  anhängen zweier Gegenstände, die zusammengehören

 

eìhôu

viel essen, sich bei jemanden einschmeicheln

 

Eìnéhmat

(n) Medizin

 

eìrissig

ist einer, mit dem nicht gut Kirschen essen ist; aufdringlich

 

eìsåma

die Kühe vormelken

 

eìschiassn

einsinken im Morast oder im Schnee

 

Eisgléggei

(n) Soldanelle

 

Eisn aussa warma

(n) Hufeisen zum aufbrennen auf Huf vorbereiten

 

eisngaxt

mit einer Eisenachse versehen - z.B.: ein schwerer Wagen

 

eìsoafign

einseifen (zum rasieren genauso wie jemanden übers Ohr hauen)

 

eìsôizn

pökeln, bzw. jemandem das Gesicht mit Schnee einreiben

 

eìsuùn

einbeizen von Fleisch

 

eìtoà

Vieh in den Stall treiben, sich etwas oder auch jemanden anschaffen

 

eìweaschz

Richtung nach innen, einwärts

 

eìwénig

innen, innerlich, auf der Innenseite

 

eìwischzln

einführen (im sexuellen Sinne) vgl. "eìduttn"

 

Elastabanndl

(n) Gummiband

 

Émpa

(m) flaches Holzgefäß zum Milch abrahmen

 

émppai

auf der anderen Seite

 

éndslang

sehr lang

 

énk

euch

 

Énkè

(m) Knöchel

 

ént

drüben

 

éntabei

auf der anderen Seite

 

éntaloà

außer, dass -  im Sinne von "höchstens", z. B.: mårgn weaschts regna, éntaloà da Föhn hébb 's Weda no.

 

éntarisch

unheimlich im ängstlichen Sinne

 

éntraun

bemerken (er hat's nit entraut - er hat es nicht bemerkt) zutrauen

 

Enzian

(m) nur der stengellose Enzian

 

énzlång

endlos lang, elendslang

 

Épfibaatz

(m) Apfelmus

 

Épfikiachè

(m) Apfelrad

 

éppa

jemand, ungefähr, etwa

 

éppan pratzln

jemanden ums Ohr hauen

 

éppan seì

jemandem überlegen sein

 

éppas

etwas

 

Érgei

(m) Georg

 

Érwing

(m) Ärmel

 

Érwing

(m) Ärmel

 

Eschtl

(n) kleines Gut

 

Éschtôg, Érchtôg

(m) Dienstag

 

Éss

(f) Feuerstelle, Esse

 

F

 

 

Faaschtei, Faaschtl

(n) kleine Fahrt, Fuhre auf einem Wagen oder Schlitten

 

Fåck

(m) Schwein

 

Fackè

(m) Ferkel

 

fackin

tun Schweine, wenn sie Junge bekommen

 

Fackisau

(f) Sau mit Ferkeln

 

fåckisch réén

unanständig reden

 

fåckitzn

sich anpatzen, ungustiös essen, auch bei einem Sauwetter tut's "fåcketzn"

 

Fåcknstaiei

(n)  Schweinestall

 

fåggan

Handel treiben, teilschen

 

fahn

sieben

 

Fahreita

(m) Gittersieb für Getreide und Heublumen

 

Fårch

(f) Föhre

 

Fårfin

(f) kleine Suppeneinlage, kleine Nöckchen vgl. ital. "Farfalle"

 

Fårm

(m) Farn, Farnkraut

 

Fasch

(f) Binde, Wickelband

 

Faschnpoppei

(n) Wickelkind

 

Fäuèhauffn

(m) fauler, arbeitsunwilliger Mensch

 

fearig - an fearing

letztjährig - einen letztjährigen

 

Feaschd

(f) Ferse

 

feascht

voriges Jahr

 

Fedastrah

(f) Schilf

 

Fees - koan Fees z'démpfig

(m) Die Redensart bedeutet: um kein bisschen zu schwül = saukalt

 

Feesei

(n) Fussel, kleiner Wollrest

 

Fehmuich

(f) Magermilch

 

fehrig

vom letzten Jahr

 

Feicht

(f) Fichte

 

feigln

zu Trutz tun

 

feihn

fehlen, daneben schießen (verfehlen) auch: feilen

 

Feiråm

(m) Feierabend

 

Feischtôg

(m) Feiertag

 

Feischtôgschinndta

(m) einer, der immer an Sonn- und Feiertagen arbeitet

 

Feischtôgschlund

(m) Luftröhre, wenn man sich verschluckt bekommt man etwas in den "Feischtôgschlund"

 

feìwircha

feines Leinen

 

feìzig

schlecht gelaunt (meist bei Kindern)

 

Fensterstoihn

(m) Fensterbrett

 

Fergl

(f) Holzrahmen zum Heutragen

 

Fetzn

(m) Schürze, Putzfetzen, Rausch

 

Fetznbanndl

(n) Band zum Binden des Schurzes

 

Fiadal

(n) Heufuhr

 

fiasln

stolpern, auch: jemandem das Bein stellen

 

Fiischda

(n) Schürze (bei der Tracht) - Vortuch

 

fiischling

vorwärts

 

findig

geschickt

 

Fineis

(n) Firnis

 

Fingaling

(m) Fingerhandschuh

 

firanånd

aneinander vorbei

 

Fischkôiter

(m) Fischbehälter

 

flåckn

hinlegen

 

flaggisch

unanständig, sehr ungepflegt

 

Flaxn

(f) Sehnen

 

Fleckei

(n) kleines Feld, ein Fleck Stoff

 

Fléhl

(n) kleiner Schal, Verkleinerungsform für "Flor"

 

Fleihn

Haferspreu

 

Fleihnpoister

(m) mit Haferspreu gefüllter Polster

 

Fleihnsôck

(m) Sack mit Haferspreu

 

Flénggn

(m) zerrissen herabhängender Stoff- oder Hautfetzen,

 

fliachn

fliehen, auch: ein bißchen zur Seite rücken

 

Fliahn

(m) Instrument des Tierarztes zum Aderlassen, dreckiges Messer

 

flôdan

flattern

 

Flôdra

(m) stoßweiser Wind, Windböe

 

Floigntaiwing

(m) Fliegenpilz

 

Flor

(m) Schal

 

Flôuch

(m) Floh

 

flôuchn

stehlen, auch: von Flöhen befreien

 

flôus

flach

 

Foam

(m) Schaum (beim Bier)

 

Fôcha

(m) schlechter Zahn - schlechte Zähne, große Zähne

 

fôchn

fangen (Vögel)

 

Foggara

(m) einer, der billig (günstig) einkauft

 

Foia

(n) Feuer

 

Foiatoifè

(m) Dreifuß auf offener Feuerstelle

 

Foierasikuranz

(f) Feuerversicherung

 

foign

folgen, gehorchen

 

foigs (auch foigst)

beinahe (vgl. "schiaga"), fast, geschwind (- tua 's foigs!)

 

foigst

fast, beinahe, vgl. "schiaga"

 

Fôissn

(f) Wiesnampfer auf der Alm, die großen Blätter wurden oft als Papierersatz verwendet, um etwas einzupacken

 

foppn

jemanden foppen, aufschneiden, prahlen

 

fotzgscheit seì

aufschneiden, prahlen

 

fotzhaggln

schmusen

 

Fotzhowè

(m) Mundharmonika

 

Fotzn

(f) Maul, häßlicher Mund, Ohrfeige

 

fotzn

schlagen

 

Fotznbréms

(f) Hözerne Maulsperre zum Einspannen der Unterlippe eines Pferdes, um das Pferd ruhig zu stellen - nur selten vom Schmied verwendet

 

Fotzngåttan

(m) Spreize für Pferdemaul, damit man die Zähne feilen konnte

 

Fotznråschbè

(f) Zahnfeile für Pferde

 

fratschln

ausfragen

 

Fråtz

(m) schlimmes Kind

 

freia

freilich, selbstverständlich

 

Freidhof

(m) Friedhof

 

Freidhofbleamè

(n) blauer Fleck, wenn ein Äderchen platzt - vgl. Tôutnbleamè

 

frémbm

Scheu gegenüber Fremde bei Kleinkindern

 

Frétta

(m) Mensch, der sich bei der Arbeit schwer tut

 

Fréttn

(f) schwer zu bearbeitendes kleines landwirtschaftliches Gut mit wenig Ertrag

 

Friah

(f) Früh, (a da Friah = am Morgen)

 

friahwernd

wenn Kühe im Frühherbst kalben

 

frimma

sich einreden lassen

 

froadig

gierig, heiß auf etwas, sehr aufgeregt

 

froadig seì

zornig, aufgebracht, angefressen sein

 

Froas - an Froas fôìn

(m) in Ohnmacht fallen - erschrecken

 

Froasn

(f) haben Kinder, wenn sie Krampfanfälle bekommen und zittern, dieser Zustand geht schon fast in die Richtung von epilleptischen Anfällen

 

frôd

unfreundlich, manchmal gehässig aber vor allem ironisch bis sarkastisch reden und nicht immer ganz bei der Wahrheit bleiben

 

fruatig

rüstig, rasch, flink, flott, ergiebig arbeiten (von fruchtbringend ?)

 

fruatlings

frisch, flink

 

fruatlings gach

schnell

 

fruats

fast (vgl. "foigs" und "schiaga") kurz entschlossen, gleich, flink, schnell, aber auch: fast

 

Fuada - Fuada fåssn

(n) Futter -  Heu auf einen Wagen auflagen

 

Fuadakuchi

(f) Raum zum Vorbereiten des Futters

 

Fuadalauch

(n) Bodenluke eines Futterschachtes

 

Fuag låssn

recht lassen, Platz lassen

 

Fuaßfetzn

(m) Tucher/Tücher als Sockenersatz

 

Fuaßgrasei

(n) feines Gras, Saugras, Rispengras

 

fuchtig

ungeduldig, zornig

 

Fuchtl

(f) nervöse Frau

 

fudig ré(d)n

provokant daherreden

 

Fuh

(m) Fahne

 

Fuhiei

(n) Fohlen

 

fuin

füllen - aber auch: Fohlen zur Welt bringen

 

fuizig

verfilzt

 

Funsl

(f) schlechtes Licht, schlechte Lampe

 

Funsn

(f) böses, unsympathisches Weib

 

Furggl

(f) Buschen beim Almabtrieb, aus Baumwipfeln gemacht

 

Furm - an Furm hôm - mit an Furm schiach/schéé

(m) Form - etwas sinnhaftes beinhalten, eine Form haben - besonders häßlich/schön

 

fuscht géh

ausgehen, weiter gehen

 

fuxn

es fuxt, wenn sich etwas wehrt, bzw. nicht gelingen will, auch: sekieren

 

G

 

 

gaach

schnell, geschwind, zornmütig, auch: steil

 

gaach - a da Gaachn

schnell, in der Überraschung (f)

 

gaaln

ganz leichter Schneefall

 

Gaatsch

(m) unappetitlicher Brei

 

Gåchè

(f) Schafgarbe

 

gachzôunig

jähzornig, schnell aufbrausend sein, cholerisch

 

gåffn

dumm schauen

 

Gagei

(n) Haarknoten, kleiner Mensch, kleine Fäkalie

 

Gagga - Gägga

(m) Kot, sagt man zu Kleinkindern, wenn sie etwas nicht angreifen sollen, wenn etwas ekelhaft ist

 

Gåggei

(n) Ei

 

gåggitzn

Lautäußerung der Hühner, schnell und aufgeregt daherreden

 

Gahn

(f) mehrere Funken (vgl. auch "Guhn")

 

Gai

(n) ausschließlich eignener Bereich, z. B.: aufs Gai gehen, auf das flache Land gingen die Metzger zum Viehkauf, auch: in das Revier eines anderen eindringen

 

gaingst - an gaingst amôi

in absehbarer Zeit, irgendwann einmal

 

Gaitling

(m) einjähriges Kalb

 

galings

gleich einmal

 

Gamsbleamè

(n) Platenigl, Aurikel

 

Gamshoan

(m) Gemsheide (Loiseleuria procumbens)

 

gamsig seì

weiberleutig sein

 

Gamuin

(f) Kamille

 

Ganggal

kleiner Teufel, auch Lausbub

 

Ganggalschmôiz

(n) Margarine

 

Gant - auf dè Gant kéma

(f) in Konkurs gehen

 

Ganta

(m) geästetes und gestapeltes Rundholz

 

Gåritza

(m) Jammerer, aber auch: quietschendes oder knarrendes Geräusch

 

gåritzn

Geräusch der Hühner (z. B. am Morgen oder bevor sie legen), auch Frauen können gåritzn, auch: quietschen, knarren

 

Gåschpansåch

(f) Thema, bei dem es über sexuelle Dinge geht und das nicht jeder hören soll, vgl. auch: Reischpiseit oder Schinndln aufn Dôch

 

Gascht

(f) Gerte, Rute

 

Gaschtei

(n) kleiner Garten

 

Gaschtlhaiei

(n) kleine Gartenharke

 

Gåschtnhaiei

(n) Gartenhaue

 

Gåschtnzoig

(n) Gartenerträgnisse

 

Gassla

(m) einer, der Fensterln geht

 

Gåttan

(m) Gatter, Türe am Holzzaun, Säge zum schneiden von Rundholz

 

Gåttanschnåppa

(m) Verschlusshebel bei Zaungatter, auch große, krumme Nase

 

Gattehosn

(f) lange Unterhose

 

Gåtz, Gatzl, Gatzei

(f - n) Kelle, Schöpflöffel(chen)

 

Gaul

(m) Arbeitspferd

 

Gaùzn

(m) großer Strohhut für die Männer, vor allem beim Schnitt verwendet

 

gawich

falsch, verkehrt

 

geanggn

umkippen, z. B.: mit dem Sprunggelenk

 

geantoand - a Geantoandè

etwas gern bereitwillig tun - eine leicht herumzukriegende Frau

 

Geascht

(f) Gerste

 

Géd

(m) Pate

 

Gédei

(n) Patenkind männlich

 

Gedrasch

(n) Schneematsch

 

Gegg

(m) Zorn

 

Gehwerch

(n) Germ, auch Fuß

 

gei

gell, gelt, nicht wahr?

 

Geìzei

(n) kleiner Strohhut für Frauen

 

gént

gehend

 

gént géh

gleich gehen

 

Gergglwerch

(n) schreckliche, unharmonische Musik

 

Gerlosgwigg

(f) Ausdruck für etwas, das so gut wie unerreichbar weit weg ist

 

Germ

(m) Hefe, oder auch lästiger Mensch

 

getôi

bergab

 

Gfahr

(n) Transporteirichtung, Gefährt

 

gfeihd

daneben geschossen; aber auch: gefährlich, hinterfotzig (bei Personen)

 

gfeiht - éppas gfeihts toà

gefehlt, falsch - etwas verbotenes oder falsches tun

 

Gfépp

(n) besonders übertriebene Lobesworte

 

gfiahrig

praktisch

 

gfiggat

klein

 

gfôichat

halbfärbig, Falbton

 

gfrähschd

gefroren (Finger, Zehen)

 

Gfratza

Kinder

 

Gfrétt (n)

Schwierigkeiten, etwas Schwieriges

 

Gfries

(n) häßliches Gesicht, Fratze

 

Gfrihbeidl

(m) Spötter, Zyniker

 

gfrihôiwa réhn

mit Absicht blöd reden

 

gfrôid

verwandt

 

Gfrôitschåft

(f) Verwandtschaft

 

gfrôuhn daherréèn

ironisch reden, mit trockenem Humor reden

 

Gfuih

(n) Gefühl

 

gfuxat

rothaarig

 

giadei

gelinde, vorsichtig, nicht grob

 

Giaßvogl

(m) Schwarzspecht

 

Giatl

(n) kleines Anwesen (Gut), Haus

 

gib und gab

wia 's gib und gab bei ins da Brauch gween ist = wie es bei uns überall Brauch war

 

Gierscht

(f) gespaltene Holzstangen zum Zaun machen

 

Gigg

(f) zweirädrige Pferdekutsche, Kurzform für Christian

 

Giggal

(n) kleines Fenster

 

Giggarigibleamè

(n) Kuckuckslichtnelke

 

Giggarigihahl

(n) Kuckuckslichtnelke

 

giggitzn

stottern

 

Giggus

(m) Schnaps

 

Gigl - da Gigl und da Gogl

(m) der eine und der andere, wird bei Gegensätzen verwendet

 

Gimmal

(n) Gurke

 

Gimmalsalôd

(m) Gurkensalat

 

Gingg

(m) Schnaps

 

gipsa

obstinat, hartleibig, auch hinterlistig

 

gipsan

hart, grob

 

Gipskniidl

(m) hinterlistiger Mensch

 

Gischbè, Geschbè

(m) nicht ernst zu nehmender Kerl, magerer Bub

 

Gizè - an Gizè hôm

(m) auf etwas, oder jemanden eine Wut haben

 

Gizèmanndl

(n) Mann, der gleich auf der Palme ist

 

Glaatsch

(m) Straßenmatsch

 

glånga

ausreichen

 

glångat

oval

 

Glangg, Glanggla

(m) unzuverlässiger Mensch, der nichts ernst nimmt

 

glånggeit

oval, länglich - rundlich

 

glanggln

baumeln

 

Glass - iwatriems Glass - der hôt 's Glass nit dazochn

(n) gehabe - übertriebenes Gehabe - der hat sich nicht entscheiden können

 

gleanig

glühend

 

Gleeck

(n) einfaches Kraftfutter für Rinder

 

Glega

(n) primitives Bett

 

Gléggei

(n) kleine Glocke

 

Glégglbock

(m) Leithammel, Rädelsführer

 

gleichn - an gleichn toà

gleichen - die Absicht zeigen

 

Gleichnis - a Gleichnis hôm

(n)  - es geht einigermaßen

 

gleichweit

gleichgültig, egal

 

gleichweit seì

unzuverlässig sein

 

gleìm

fest, dicht, nahe, eng, hart

 

gleimfleischig

muskulös

 

glénggan

vernachlässigen, nicht ernst nehmen, gleichgültig handeln

 

glienig

beweglich, gelenkig

 

Glifta - der hôt a Glifta

(n) Gehabe - der hat ein großes Gehabe

 

Glinsal

(n) glänzender Kleinschmuck

 

Gloabbat

(n) Essensrest, der noch einmal auf den Tisch kommen soll

 

Glôas

(n) Geleis - auch: vereiste Spurrinne im Winter auf der Straße

 

Glôswéggei

(n) eine Flasche Bier

 

Glott

(m) schwarzer Stoff

 

Gluggitza

(m) Schluckauf

 

gluggitzn

glucksen, blubbern, auch: Geräusch, das Bruthennen von sich geben

 

Glumpp, Glumppat

(n) wenig wertvolles, unnützes Zeug

 

glustig seì

Lust auf etwas haben

 

glustn

Appetit auf etwas haben

 

Gluuf

(f) Sicherheitsnadel

 

Gmacht

(n) männliches Geschlechtsteil

 

Gmass

(n) Größe, auch: Ähnlichkeit untereinander

 

gmeamb seì

für etwas vorgesehen sein

 

gmelat

voller Sommersprossen

 

Gmias

(n) Gemüse, Kleinkram

 

Gmiehl

Brösel, Restbestände

 

Gmoà

(f) Gemeinde

 

Gnaag

(n) schlechte Ware, schlechtes Obst

 

Gnagg

(n) Genick

 

gneissn

bemerken, kapieren, sehen

 

Gnerggn

(m) kleiner Mensch

 

gnettig

eilig, dringend, stress haben

 

gnoagat

gebückt, z. B. dahergehen

 

Gnôôg

(n) Genage, bei Fleisch mit vielen Knochen

 

gnôu

übermäßig sparsam, geizig

 

Gnôuggétza

(m) leichtes Nicken, auch: Ja-Sager

 

Goagl

oberster Bereich zwischen den Oberschenkeln

 

goagln

wackeln

 

goahn

gähnen

 

Goaß oder Bock

(f bzw. m) Rennschlitten

 

Goaßa

(m) Ziegenhirt auf Almen (niederster Dienstgrad auf der Alm - meist von Schulbuben ausgeübt)

 

Goaßhaagl

(n) Ziegenstall auf der Alm

 

goaßhaxat

x-beinig

 

Goaßhôôg

(m) Ziegenstall

 

Goassl

(n) Peitsche, Geißel

 

Goasslschnôitza

(m) Peitschenknall

 

Goaßreìm

(m) großes Glück

 

Goaß-Sôìm

(f) Ziegensalbe

 

Godnbrout

(n) Patenbrot, das die Patenkinder zu Ostern und zu Allerheiligen bekommen

 

Gogg - Goggn

(m) eitriger Mitesser, Wimmerl - Mehrzahl "Goggn"

 

Goggl

(m) Gockel, Hahn

 

Gôgl

(m) Haarknoten, Kotknödel

 

gôh daweascht

erstaunlich!

 

Gôi, Eisgôi

(f) glatte Fläche, bei der man leicht ausrutscht

 

Goidépfè

(m) Türkenbund

 

göin

gellen

 

gôit

ist eine Kuh, wenn sie keine Milch gibt

 

Goita

(m) grobe Steppdecke, bzw. Bettdecke

 

Gôitviech

(n) Jungrinder

 

göizgodtausndmôi

Gott möge es Dir vergelten als Dankeswort

 

Good

(f) Patin

 

Goodei

(f) Patenkind weiblich

 

Goodei kråtzn (krain)

(n) jemandem schön tun

 

gôôr

fertig, restlos aufgebraucht

 

gôrig

abwegig

 

gôschat seì

einen großen Hintern haben

 

Goschn

(f) freches Mundwerk

 

Gott sprich

sozusagen, quasi

 

gottsgnôdn

gutwilligerweise

 

Gôwideixl

(f) Gabeldeichsel für ein Zugtier - vgl. auch "Zwiegschbààdeixl"

 

Gôwileitlbuchè

(f) Sagengestalt, eigentlich eine Leuchterscheinung von phosphoriszierenden Flechten

 

grà

grämen

 

Graa(b)mè

(n) kleiner Graben

 

Graànis

(n) Verdruß, Kummer

 

Graatn

(f) Grannen, Gräten, auch: Borsten auf den Gerstenähren

 

Graatscha

(m) Eichelhäher vgl. auch: Ùseecha

 

gråggat, grad gråggat

sehr viel

 

Gråmpn

(m) altes schlechtes, eigensinniges Pferd

 

Grånd

(m) großer Trog

 

Grandl

(n) Wasserbehälter beim Herd

 

Granggln - Grangglbéé

(f) Preiselbeeren

 

Grånsn

(f) Bett aus Brettern mit Heu oder Strohsack auf der Alm

 

Grant

(m) die schlechte Laune

 

grantig seì

schlecht gelaunt sein

 

Grantling

(m) grantiger Mensch

 

Grantscherm

(m) ein Mensch, der immer schlecht gelaunt ist

 

gratschig

knusprig

 

gratschln

knirschen, z. B.: mit den Zähnen

 

Gråtta

(m) große Schritte

 

Grattei

(n) kleiner Wagen, z. B.: Handwagen zum Liefern von Milcheimern

 

grattln

mit kleinem Fahrzeug transportieren

 

Gråttn

(m) Karren

 

gråttn

schreiten, große Schritte machen

 

Grauskneecht

(m) Mann, der durch seine Anwesenheit, den ängstlichen Frauen Sicherheit gibt

 

greà

grün

 

grébbisch

ungschlacht, grob

 

Grééd

(n) Gerede

 

Greedlfrisur

(f) Frisur, bei der die geflochtenen Zöpfe vorne auf den Kopf gesteckt sind

 

Greèl

(f) eine Frau, die immer etwas auszusetzen hat

 

greèln

ständig etwas auszusetzen haben

 

Gréénaggn

(f) eingetrocknetes Agensekret

 

Gréggamanndl

(m) kleiner, schmächtiger Mann

 

greicht

geraffter Stoff, in Falten gelegter Stoff

 

Greiei

(n) Perlen, (z. B. am Rosenkranz)

 

Greisei

(n) ganz wenig, eine Prise

 

Grémmèn

(m) Hoden

 

grénggln

nörgeln

 

Grénggn

(m) große ungeschlachte Beine, auch schimpfend: "riahr deine Grenggn" ursprünglich: ein dürrer Ast

 

Grénggn - diira Grénggn

(m) dürres Holz, dürres Pferd

 

Griaskoch

(n) Grießbrei

 

griaslat

kleinkörnig wie Gries

 

griasln

scheinheilig einschmeicheln

 

griawig

herzig oder lustig gemütlich, lieb, liebenswert

 

Gridl

(f) oberster Bereich zw. den weiblichen Oberschenkeln, Schimpfwort für faule Frau

 

griggn

schadenfroh vorzeigen ohne zu geben

 

Grind

(m) Kopf, Kälberausschlag, Räude, die Flecken macht

 

grindig

dreckig, schorfig

 

gringlat

eingeringelt

 

gripfn

juckende Stelle kratzen

 

Grischbei

(n) kleiner, schmächtiger Mensch

 

Groà - die Groà dalånga

(f) bei Krankheit über dem Berg sein, Vitamine erhalten

 

Groamat

(n) Grummet, zweite Mahd

 

grob - grob a netts Dianei

grob als Steigerungsform: ein besonders, über alle Maßen nettes Mädchen

 

Grobwedaårwétt

(f) Arbeit unter Dach

 

grohln - rohln

Donnergeräusch in weiter Entfernung

 

groiggitzn

rülpsen-aufstoßen, Vorstufe zum Erbrechen

 

Groiggn

(f) Grammeln

 

Grôsa

(m) einer, der immer um den Brei herumredet

 

grôußtoand

großtuerisch, großspurig

 

Gruaggn

(m) krumme Beine, lange Beine vgl. Grenggn

 

Gruin

(f) Grille

 

Gruna

(m) Brummler, Stöhner

 

Gruschpèn

(f) Knorpeln

 

Gruuch

(m) Geruch

 

gschaftig

wichtigtuerisch

 

Gschaftloch

(n) überaktiver Mensch, der sich überall einmischt

 

gschamig

verlegen

 

Gscheidheit

(f) Besserwisser, vorlauter Mensch

 

Gscher

(n) Belastung, Anhang

 

gscherig

Umstände machend

 

Gschiir - aus'n Gschiir kéma

(n) Geschirr - wütend werden, außer Rand und Band kommen

 

gschissn daherréèn

ironisch bis zynisch reden

 

gschisti gschasti

hin und her - unentschlossen

 

Gschlacht

(n) Sippschat, Abstammung, Menschenschlag

 

Gschlamp

(n) unnützes Zeug, das manche Leute mit sich herumtragen

 

gschlåmpat

schlampig

 

Gschlitta

Kinder

 

Gschlôder

(n) schlechter Kaffe, auch Suppe ohne Geschmack

 

Gschloß

(n)Türschloß

 

gschmeidig

mager, zart

 

gschmoaßig

mager, zart, schmächtig

 

Gschnågga

Kinder

 

gschneggat

besonders neugierig, jemand, der die Fühler wie eine Schnecke ausstreckt

 

gschnegglat

mit gekraustem Haar

 

gschnôwiat

frech dagegen redend, bes. bei Kindern

 

gschramst

schiefes Gelände, quer (durchs Gelände)

 

gschredlt

in Blockbauweise gebaut

 

gschroppat

uneben, steinig

 

gschrunzlat

faltig

 

gschtiascht

lieb, reizend, lieblich, liebenswert, eines der typischen Worte für unsere Region

 

gschuuslat

hektisch, nervös, schusselig

 

Gschwear

(n) eitrige Beule, Geschwür

 

gschwoin

geschwollen, angeschwollen - aber auch: arrogant, protzig, angeberisch

 

Gsiif

(n) Gesöff, Getränk, meist alkoholisch

 

Gsôgat

(n) Gerede

 

Gsoi

(m) Geselle

 

Gsöichts

(n) geselchtes Fleisch

 

Gsoiïn

(f) Frau

 

Gsoiïn - hôôrigè Gsoiïn

Frau - Frau mit Haaren auf den Zähnen

 

Gsoot

(n) kurz gehackte Heuschnipsel

 

Gsootmaschin

(f) Hächsler

 

gspaarig

sparsam

 

Gspadei, Gspadl

(n) kleine Blechbüchse

 

gspezèg

herzig, lieblich, lieb

 

gspiin

spüren

 

Gsprang

(n) hastiges Springen, auch übertiebene Eile

 

gsprénglat

gesprenkelt

 

Gsprénk

(n) Stress - vgl. Gsprang

 

Gstiat

(n) drängende Eile, Getue

 

Gstiat

(n) übertriebenes Getue

 

gstimsig

nett, hübsch besonders bei Kindern

 

Gstoi

(n) Gestell, Ständer, Figur eines Menschen

 

Gstrang

(n) Gestränge

 

Gstrôu

(m) Hammel

 

Gstupp

(n) Pulver (z.  B. von Gewürzen)

 

Gsturi

(n) umständliches Getue

 

Gsuuschts

(n) eingebeiztes Fleisch, Surbraten

 

Guatdunk

(f) weibliches Geschlechtsorgan

 

guating 30 Jahr

knapp über 30 Jahre

 

Guattl

(n) Bonbon, Süßigkeit

 

guggabärn

verstecken spielen

 

guggitzn

schauen, gucken

 

Guhn

(f) die Funken (vgl. auch "Gahn")

 

gülln

Jauche aufbringen

 

Gummiradla, Gummiwagei

(n) zweirädriger Handwagen

 

Gumpin

(f) tiefere Wasserlache

 

Gunggl

(f) große Kuhglocke oder ähnlicher Hohlkörper, bauchige Flasche

 

Gurfè

(f) böse Frau

 

guritzn, gåritzn

quietschen

 

Gutschewara

(m) Hausierer, meist mit einem Bauchladen

 

gwaagn

hebeln, biegen

 

gwaggitzn

wenn ein Baby unruhig ist, z. B.: nach dem Aufwachen, gibt es derartige Geräusche von sich (noch nicht weinen!)

 

Gwahriidl

(m) Schneewächte

 

gwåmpat und gweicht

Redensart über einen dicken Priester

 

Gwånd, Gwanddl

(n) Gewand, Anzug

 

gwandtn

kleiden, anziehen

 

gwåschat

sehr dick, übergewichtig

 

Gwax

(n) Gewächs

 

gweanggitzn

wenn ein Baby unruhig ist, zappelt und Geräusche von sich gibt.

 

Gwéésch

(n) frisch gedüngter Almboden, bzw. Almboden, wo immer die Gülle heinausgelassen wird

 

gwénggln

brummeln, nörgeln

 

gwiggitzn

quietschen

 

Gwirg

(n) umständliche Tätigkeit, bei der sich alles wehrt, Murks

 

gwôhn

bemerken, fühlen, spüren

 

Gwôhra

(m) Gespür - auch Taktgefühl

 

Gwuhat

(f) Gewohnheit

 

H

 

 

ha

wie bitte?

 

håå

halten - Fuhrmannsruf an die Pferde

 

Häadei

Küken, auch: wehleidige, empfindliche, zarte Person

 

haàn

Haare verlieren, Winterfell verlieren

 

haatschn

mühsam, schleppend gehen

 

habban

ein Kind tragen, auf den Schoß nehmen

 

håckn

hacken

 

Hadadaxl

(n) Eidechse

 

Hafal

(n) Tasse

 

haftig

schwach

 

Haftl

(f) Häckchen zum Zusammenhalten von Kleidungsstücken

 

Haggl

(m) Haken

 

Haggliwawurf

(m) Halbgeschirr der Pferde

 

Hagglsteckn

(m) Spazierstock (meist aus Haselnuß)

 

Hahnei

(n) Beschäftigung, ehrenamtliche Funktion, Nebenjob

 

Håhr

(f) Angeld zum Lohn

 

hai

rutschig

 

Hais, Haisei

(m) Matthias

 

Haisl

(n) offenes Plumsklo, kleines Haus

 

Haislputza

(m) feines Heu, das früher als Toilettenpapier-Ersatz verwendet wurde

 

Hallodri

(m) leichtfertiger Mensch

 

Håndlinga

(m) rechtes Pferd im Zweiergespann - vgl. "Sôôdlinga"

 

håndsåm

friedlich, verträglich, praktisch, unkompliziert

 

Håntiera

(m) Handwerker

 

hantig

bitter, unleidlich

 

happan

sich wehren, es happascht = es geht nicht geschmiert, es ziert sich, es wehrt sich

 

Happè

(n) ein Stück Vieh

 

happig

schwer, hart, zu viel Aufwand machend

 

hårba

vom Flachs (Lein)

 

hardigattè

ärgerlicher Ausruf anstelle eines Fluches, "hergottnochmal?

 

Harmè

(n) Hermelin bzw. Wiesel

 

harrschåftseitn

Äusserung der Ungeduld, wenn etwas nicht will

 

Håschbè

(f) Haspel

 

håscht

schwer zu ertragen oder fertig zu bringen, hart

 

Hau

(f) Gartenharke, Haue

 

Haudin

(f) arme oder sehr kranke Frau

 

Haupt- und Prälåpp

(m) Obertrottel

 

hauskraffin

ein außereheliches Liebesverhältnis mit jemandem im eigenen Haus haben (Dienstboden) meist Bauer und Magd

 

haut hì

das geht in Ordnung

 

hawideri seì

fix und fertig sei

 

Hax

(m) das ganze Bein

 

haxndalig

fußkrank

 

Headarm

(m) eine Unkrautart

 

Heascht

(m) Herd

 

Heaschtrôuhr

(n) Kaminrohr, aber auch Backrohr

 

heazodln

an den Haaren ziehen

 

Hébbin

(f) Kröte

 

Hedl

(n) weibliches Ziegenkitz

 

Heez

(m) Eichelhäher

 

Héhl

(n) kleine Hühner

 

Héhnagreiffa

(m) beleidigende Titulierung unter Buben

 

Héhnahaut

(f) Gänsehaut

 

Héhnaling

(m) feiger oder furchtsamer Bub

 

Héhnaloch

(n) Schlupfloch beim Hühnerstall

 

Héhnamöih aufsah

tut man jemandem, dem man es zeigen will.

 

hei

glatt, schlüpfrig

 

Heibill

(f) zusammengeschnürter Heuballen, der auf dem Kopf getragen wurde

 

Heigeign

(f) lange, magere Frauenperson

 

heign

Heu einbringen

 

Heigråttn

(m) kleiner Heuwagen

 

Heihupfa

(m) Heuschrecke

 

heinig - heinig beinånd seì

abgemagert, nicht ganz gesund sein

 

Heita

(m) bemitleidenswerter Mensch

 

Heitaschåft

(n) Ausruf des Bedauerns

 

Heli

(m) sonderbarer Mensch, ungepflegter Mensch

 

Hémman

(m) weißer Germer, giftige Almpflanze, die gegen Läuse hilft

 

Héndling

(m) Handschuh, Fäustling

 

Héngst

(m) Hengst - dreibeiniges Eisengestell für die Pfanne

 

Héngstei

(n) Hengstfohlen

 

Hengstfuihei

(n) Hengstfohlen

 

Héngstréssl

(n) Hengstfohlen

 

herént

herüben

 

hergéh

wieder aufgefunden werden, keimen, aber auch willig sein

 

Hérist

Herbst

 

Héristhaal

(n) Pflanze namens Augentrost

 

herlings

empfindlich

 

Herrischè

(f) feine Leute (Herrschaften) Urlaubsgäste

 

héscht

hart im Sinne von: harte Konsistenz des Materials

 

Hétz

(f) Gaudi, Lustbarkeit, Spaß

 

hétzig

witzig, lustig

 

kaputt, hin

 

Hias

(m) Matthias

 

Hiata

(m) Almhirte, bei uns Bezeichnung: Küahbua - auch für ältere Hirten, im Brixental: Hiata

 

hibsch dè gleichn

immer dieselben

 

Hiewara

(m) dem Tod geweihtes Vieh, meist nach der Geburt

 

Hifôiadè - s'Hifôiadè

(n) Epilepsie

 

hifôin - herfôin

hinfallen, herfallen, wenn es tolpatschig geschieht sagt man eher herfôin

 

Hìhfè

(m) Holzstangen mit Aststumpfen zum Heu trocknen

 

hìhfèn

Heu zum trocknen an Stangen hängen

 

hikoin

wiederkauen

 

Himmibrånd

(m) Königskerze, laut Volksmund ein Indikator für die potentielle Schneehöhe im folgenden Winter

 

himmiseitn

na so was

 

himmiweit

sehr weit, da fehlt es himmelweit

 

hinddln

heißt es, wenn Hunde Junge bekommen

 

hineìschuidig

mit Defizit aussteigen

 

Hink

(m) Honig

 

hint eichè mérkn

falsch verstehen

 

hint off seì

keinen Ausweg mehr wissen

 

hintarigéh

entbinden

 

hintaschaadig

langsam von Begriff

 

hintasihnig

depressiv

 

hintastandig

rückständig

 

hintastoiïg

unterentwickelt

 

hintaweaschz

Richtung nach hinten, rückwärts

 

hintazinntig

betrügerisch, falsch, hinterfotzig

 

hintnochè hosln

Schritt zu halten versuchen

 

hintoff

ratlos, hilflos, ohne Rückhalt

 

hintrikéma

niederkommen, gebären

 

hintummiglånga - nit hintummiglånga

nach hinten greifen - nicht verlegen sein

 

hintunt

hinten unten

 

Hinundher

(m) ein wankelmütiger Mensch auf den man sich nicht verlassen kann

 

hio

(m) Rausch

 

hìseìlåssn

jemandem etwas nachsehen, verzeihen

 

hìzoan

hinschlichten, hinstapeln

 

hoàbuachan

widerstandsfähig, zäh (bei Personen)

 

hoaggl - nit hoaggl

egal, heikel,  - nicht heikel sein

 

Hoagglkropf

(m) jemand, der vieles nicht ißt oder mag

 

hoamalan

Heimweh bekommen

 

Hoamatkrax

(f) unverheiratete Erbin eines Hofes

 

hôamfahna - nit hôamdafahna

heimgehen, heimfinden - nicht nach Hause finden z. B.: weil man im Wirtshaus versumpft

 

hoamfôhn

Almabtrieb

 

hoamgeign

ausjagen

 

Hoaminger

(m) jemand der vom Hof (dahoam) auf die Alm kommt, und das Personal besucht

 

Hoamreahra

(m) jemand der immer gleich nach Hause will

 

hoamstoanign

jemanden nach Hause treiben (steinigen), meist Buben oder im Wirtshaus sitzende Ehemänner

 

Hoan

(m) Alpenerika, alpines Heidekraut, aus den Stengeln wird der "Reischpi" gemacht

 

Hoangascht

(m) gemütliches Gespräch, meist mit Nachbarn, auf Hausbank od. Garten

 

hoangaschtn

reden, tratschen

 

Hoangaschtnidei

(n) Busen

 

hoaßleidig

empfindlich gegen Wärme sein

 

hoassn

versprechen: der hôt ma's khoassn=der hat es mir versprochen

 

hoassn - éppan éppas hoassn

heißen - jemandem etwas versprechen

 

hoatagwah

Schneetreiben bei klarem Wetter

 

hôbdè

Fuhrmannsruf an die Pferde, wenn es wieder weiter geht

 

Hôdadiil

(n) leichtfertiges Mädchen

 

Hôdalump

(m) zerlumpter Mensch, Landstreicher

 

Hôfn

(m) Topf mit Henkeln

 

hôglisch

angriffslustig

 

Hôgmoar

(m) der Stärkste

 

hôi

Ausruf des Erstaunens, hoppala

 

Hoìa

(m) Hollunder, auch Bezeichnung für heuer

 

Hoiakochdepp - Hoiakochdoggl

(m) Obertrottel

 

hôian

dumpf nachklingen

 

Hôib, Hôim

(m) Stiel für Werzeug z. B.: "Zappi"

 

hôibhanisch

wenn jemand gerne besonders prächtig und beeindruckend auftreten möchte, es ihm aber nicht gelingt, bzw. er nicht der richtige Typ dafür ist, dann ist er "hôibhanisch"

 

Hôibhuh

(m) Zwitter

 

Hôibschliidn

(m) kurzer Schlitten, bei dem das Holz hinten auf dem Boden nachgezogen wird

 

höiffanzgood

sagt man, wenn es blitzt - helfe uns Gott

 

höiffgod

"Gesundheit" wenn jemand niest - helfe Gott

 

hoihgruaggat

O-beinig

 

Höiliachtè - da Höiliachtè

(m) Teufel

 

Hois, Hoisei

(m - n) Matthäus

 

hôisn

halsen, um den Hals nehmen

 

hôit

eben, nämlich, halt

 

Hoiz

(n) Holz

 

Hoiz bei da Wånd bzw. bei da Hittn

(n) großer Busen

 

Hoizbrockn

(m) grober Mensch

 

Hoizknechtmiasl

(n) Mit kaltem Wasser und viel Schmalz hergsetellte Mehlspeise

 

Hoizknechtsoihn

(f) Holzknechthütte

 

Hoizkniidl

(m) grober Mensch

 

Hoizschliddn

(m) großer Schlitten zum Transportieren des Holzes im Winter

 

Hoiztrôôt

(f) magere Heimweide, Viehauslauf

 

Hoiztrui

(f) aufgeschlichtetes Rundholz

 

Hoizzoà

(m) Holzstapel

 

hôm

halten, heben

 

hônaggln

verspotten

 

Hôôg

(m) Almstall, allgemein Einfriedung

 

hooglisch

kämpferisch, angriffsfreudig

 

Hôôr

(n) Flachs

 

Hôôrangangg

(m)  Hans Dampf in allen Gassen, jemand der gerne seine Späße mit anderen treibt vgl. Springingal

 

Hôôrgneist

(n) Haarrückstände im Kamm, Schuppen etc...

 

hôôrig

haarige, brenzlige Situation

 

Hôôrlinsn

(f) Leinsamen

 

Hôôroiei

(n) Bachstelze

 

Hoosbohn

(f) Sau- oder Pferdebohnen

 

hôôschgéh

auf gefrorenem Schnee gehen

 

Hôôscht

(m) angeeiste Schneedecke, Harsch

 

hosln

mit schnellen kleinen Schritten gehen

 

Hôsn

(m) Fohlen, Hasen

 

Hôsnbéél

(n) Hasenkot

 

Hosnbledaling

(m) Hosenbein, Hosenrohr

 

Hosnhéwa - Hosnkrax

(m - f) Hosenträger

 

Hosnsoacha - Hosnbrunza

(m) Feigling, einer, der sich in die Hose macht

 

Hoss

(f) Heuboden auf der Alm

 

hôst mi?

hast Du mich verstanden?

 

hott

nach rechts - Fuhrmannsruf an die Pferde

 

hôuch koin

etwas nur ungern bzw. widerwillig essen

 

hôuchè Ferschnstéckè

hat eine stolze, überhebliche Frau

 

hôuchgschméckt

stolz, überheblich

 

hôuchgsechn

arrogant, stolz, eingebildet

 

Hôuchweda

(n) Gewitter mit Blitz und Donner

 

Hôunschliddn

(m) Schlitten zum Transportieren des Heues im Winter

 

Houscht - an Houscht hôm

(m) Stolz - auf etwas stolz sein

 

Hôuschtputzn

(m) Lieblingskind, Lieblingstier

 

Hôuzatlôda

(m) Hochzeitslader

 

Hôuzatschaua

(m) leich beschränkter, langsamer Mann

 

Hôwagoaß

(f) Nachteule, Fabelwesen

 

Hôwan

(m) Hafer

 

Hôwich

(m) Habicht

 

Huafschoatn

(f) Abfall vom Stutzen der Hufe vgl. "schnoatn"

 

Huafzång

(f) Hufzange beim Beschlagen der Pferde

 

Hucka

(m) einer, der ungern aus dem Wirtshaus heimgeht

 

huckn

sitzen, hocken

 

Hudan

(m) Lappen, etwas schmutzig

 

hudln

schlampig arbeiten

 

Hudriwachè

(m) leichtsinniger Mann

 

Hudriwudrè

(m) Schlamperer

 

Hufa

(m) Griff beim Ranggln (alpenländische Art des Ringkampfes)

 

Huhbaam

(m) Hühnerstange

 

Hui

(f) Federbett, Hülle

 

Huia

(f) Dachboden; kleiner Balkon unter dem Dach

 

huian

hallen in einem hellen Ton (Gegensatz zu hôian)

 

Huiawuzl

(m) Fabelwesen, zum Erschrecken der Kinder vgl. Beedlbuuz

 

huischa

kalt

 

Humma

(m) Hammer

 

hunaggisch

klein, vgl. gfiggat, létz

 

hundhôuch

hundhoch, sehr klein

 

Hundling

(m) heimtückischer oder raffinierter Kerl

 

Hundsmåschta - mit Hundsmåschta

mit Hundsschanden

 

Hunif

(m) Hanf

 

Hunischneest

(n) Hornissennest

 

hunzn

sekieren, zu leid tun

 

Huschpè

(f) nicht ganz ernst zu nehmendes, geschäftiges Weibsbild

 

huschtig

freundlich und gut aufgelegt, hurtig, flink

 

husig

rasch, schnell, eilig handeln

 

hussn - aufhussn

hetzen - aufhetzen

 

Hutschareit

(f) Schaukel

 

hutschn

schaukeln

 

huttig beinånd seì

in schlechter Verfassung sein, einen schlimmen Kater haben, sich schwach und krank fühlen, auch: schlampig bekleidet sein.

 

Huttn

(m) Stofflappen, Fetzen, Rausch

 

Huttn-Vev

(f) gschlampert gekleidete Frau

 

I

 

 

iatweder bei da Seit

auf jeder Seite

 

iatz

jetzt

 

iatz geht ôachè

jetzt wirds ernst

 

iatz gehts auf

jetzt geht es erst richtig los

 

iatz woà i nit

jetzt kenne ich mich nicht mehr aus

 

Iaxn

(f) Achsel

 

Iaxnloch

(n) Achselhöhle

 

idarochn

wiederkauen

 

ihagg

ist ein zäher, auch sturer Mensch

 

iiwarè

weiter

 

Ikhaisla

(m) jemand, der in der Wohnung bzw. im Zuhaus wohnt und nicht dessen Besitzer ist, - auch: Kleinhäusler

 

Imbéé

(f) Himmbeere

 

Imbéémoas

(m) Himbeerschlag

 

Imbééschlôg

(m) Himbeerschlag

 

Imp, Impm

(f) Biene, Bienen

 

Imphaisl

(n) Bienenhäuschen

 

Impinga

(m) Imker

 

innabeiginn

innen

 

Innat

(n) Raum

 

Innrat , Innrach

(n) Eingeweide beim Vieh

 

insa (liawi Zeit)

Ausruf ähnlich wie: "um Himmels Willen"

 

Inslat

(n) Unschlitt-Rindertalg

 

irfè

hinüber in der Höhe

 

Iwaboon

(m) Plafond, Zimmerdecke

 

iwaex

über die Achsel, bzw. auch schief

 

iwahapps

über den Daumen gepeilt gemessen, in etwa, ungefähr

 

iwakärwin

im Sturz überschlagen

 

iwamanndln

überkommen im Sinne von plötzliches Interesse verspüren, auf Grund eines "Aha-Erlebnisses"

 

iwaschich

oben drauf, obenauf

 

iwasieln

Henne zum Brüten auf Eier setzen

 

Iwawurf

(m) Überwurf für Couch, Cape

 

iwazeidig

überständig

 

iwazwerch

übers Kreuz, durcheinander, gegeneinander

 

J

 

 

jå hôi

na so was!

 

Jagawuschz

(f) stengellose Distel, Silberdistel

 

jaucken

hastig, bzw. zu schnell essen

 

Jausn

(f) Jause

 

Jeet

(n) Unkraut

 

Josefbleamè

(n) Buschwindröschen

 

juchitzn

jauchzen

 

juchta, juchtan

trocken, zäh, ledern, rauh, grob, schwer genießbar, widerstandsfähig,  hart bei Personen, wenig gefühlvoll

 

Juttn

(m) Molke

 

K

 

 

Kaasbeitn

(f) Stellage für Käselaibe

 

kaasig

herzig, hübsch, lieblich

 

Kaasnockn

(f) Kartoffelnocken mit Käse

 

Kåchè

(f) Nachttopf, ordinäres Weibsbild

 

Kachei

(n) kleiner (Nacht) topf

 

Kai

(m) Keil, aber auch: lange schmale Glocke, (Tuschglocke), die bei Almabfahrt verwendet wurde

 

kaisch

fein, zerbrechlich, haarlos

 

Kaischn

(f) kleines Haus (Bauernhaus) oft in verwahrlostem Zustand

 

Kaiwei

(n) Kälbchen, Lockruf für Kälber

 

Kaiwiduttn - Kaiwidittei

(m) - (n) Person, die dummes tut und sagt, bzw. recht wichtig tut, wo aber nichts dahinter ist

 

kaiwin

herumalbern, aber auch: ein Kalb zur Welt bringen

 

Kaiwischwoaf

(m) Person, die recht wichtig tut, wo aber nichts dahinter ist

 

Kaiwistoz

(m) niedriger Futternapf

 

Kåmbertdéck

(f) Tagesdecke für Betten

 

Kaminkéhrabeidei

(n) Teufelsbowist

 

Kammpè

(m) Kamm

 

Kamodkåstn

(m) Kommode mit Schubladen

 

kånan

streiten

 

Kanapee

(n) kleines Sofa mit zwei Armlehnen

 

kaniefin

physisch plagen

 

kåraffin

streiten

 

Karettn

(f) zweirädriger Pferdewagen

 

Karm

(f) heruntergekommene, ärmliche Hütte, vgl. Kaischn

 

Kärwè

(n) Korb

 

Kåscht

(f) Karte, Landkarte, Spielkarte

 

kåschtn

Karten spielen

 

Kaseedl

(n) Kassettl, Frauentracht für hohe kirchliche Feiertage, siehe auch "Réckègwånd"

 

Kåstala

(m) Schnaps im Stubenkasten

 

Kastl

(n) Zimmer bzw. Kammer auf der Alm

 

katzln

heißt es, wenn Katzen Junge bekommen

 

Kåtzngschrôa

(n) Gröstl mit gesottenem Rindfleisch

 

Kåtznschweaf

(m) Wiesenknöterich

 

Kåtznschwoaf

(m) dicke Sorte des Schachtelhalmes

 

Kåtznzéwè

(m) Pflanze namens Schnabelsegge (der Ausdruck dürfte aus "Nuarach" = St. Ulrich am Pillersee stammen)

 

Keaschei

(n) Kuhname, aber auch: Frau, die gutgläubig und doch intelligent ist

 

Kédling

(m) Kuhflade

 

kééhn - s'Gsims kééhn

kehren - jemandem die Meinung sagen

 

Kééhrwanndl

(n) Kehrschaufel mit langem Stiel

 

kehrlôus

gehörlos

 

keit - an keit låssn

in Ruhe lassen

 

kéntn, eìkéntn

einheizen

 

kesslù seì

nicht mehr weiter wissen, anstehen

 

Késtn

(f) Edelkastanien

 

Khear

(n) Gehör, ausgeprägtes Musikgehör

 

khupft wia gsprunga

es ist gleich wie das andere

 

khuttat

welk herabhängend, z. B.: Gras, Salat aber auch Kleidung kann "khuttat" sein

 

Kiachè

(m) immer in Fett herausgebackene Mehlspeisen

 

Kiahbua

(m) Kuhhirte

 

Kiaß, Kiaßei, Kiaßkaiwè

(n) Kuhkalb, weibliches Kalb

 

Kigei

(n) kleine Kugel

 

Kiidlgreiffa

(m) einer, der Fraun zu nahe tritt, Grapscher

 

kiidln

etwas Versprochenes nicht mehr halten, mit seiner Meinung umfallen, auch: die Flucht ergreifen

 

Kiidlschliaffa

(m) kleiner Bub, der immer am Rockzipfel der Mutter hängt

 

Kiidlschmécka

(m) einer, der immer am Rockzipfel der Mutter hängt, auch: weibstoller Mann

 

Kiidlvoìk

(m) Frauen im allgemeinen

 

kiifin

kauen, nagen, auf Kleinigkeiten herumreiten

 

Kiina - an Kiinan

(n) Kinder - den Kindern (eigene Grammatikform beim 3. Fall)

 

Kiischdårfa Woaz

(m) Schilf

 

Kimmè

(m) Kümmel

 

kina

können

 

Kindskopf

(m) jemand der kindisch daherredet

 

Kindskopf

(m) alberner kindischer Mensch, einer, der mit den Kindern herumalbert

 

Kindsménsch

(n) Mutter eines unehelichen Kindes

 

kindsn

babysitten, Kinder betreuen

 

Kipf

(f) seitliche Streben beim Leiterwagen  von der Achse zu den Leitern

 

Kipfstock

(m) Halterung am Leiterwagen, in die die seitlichen Streben (vgl. Kipf) kommen

 

Kirchgåß

(f) Platz vor der Kirche, auf dem nach dem Kirchgang viel diskutiert wird und auch Geschäfte abgeschlossen werden

 

Kirchgåßhoangascht

(m) Gespräch, Diskussion nach dem Kirchgang auf dem Kirchplatz

 

Kischtôg

(m) Kirchtag, Kirchweih

 

kitzn

heißt es, wenn Ziegen, Rehe, Gämsen Junge bekommen

 

Kiwei

(n) kleiner Kübel

 

Klachè                              

(m) Gewicht bei Pendeluhren, auch Klöppel der Glocke, auch patziges Mannsbild oder Rotzpatzen

 

klåffn

unanständig reden

 

Klåfta

(m) altes Raummaß - Klafter

 

klahn

breitarschig dasitzen

 

Klampal

(n) Haarspange, Klammer

 

Klåmpara

(m) Spengler für kleinere Dinge, Pfannenflicker

 

Klånk

(m) Schlinge, wieder lösbarer Knoten, Masche beim Stricken

 

Klåss

(f) Spalt, Ritze, Lücke, meist in Holz oder Holzverkleidung

 

klaùm

z.B.Obstklauben vom Baum oder am Boden aufklauben

 

Klauwauf

(m) Krampus

 

kléckn

reichen

 

kleewa

schwach

 

kleiwin

klauben

 

klémma

einklemmen, z. B. die Finger

 

Kléwi

(m) großer Brocken,

 

kliam

spalten, klieben

 

Kloahaisinga

(m) Besitzer eines kleinen Häuschens

 

Kloahaisla

(m) ärmerer Hausbesitzer

 

kloavadraht

verwickelt, schelmisch, spitzbübisch

 

kloavaweegn

unternehmungslustig

 

kloavazôgg

untröstlich, ausweglos

 

kloavazwickt

schelmisch, spitzbübisch und vieles mehr

 

kloazritt

schlecht gelaunt sein

 

Klobn

(m) hölzerner Haken zum fixieren eines Strickes, der zum Niederbinden von Heufudern nötig war.

 

Klobnstriick

(m) Strick zum Niederbinden von Heufudern

 

Klocka

(m) Holzschuhe (für den Stall)

 

Kloiffè

(m) ungehobelter, dummer Kerl

 

Klôôf

(m) Unkraut bei schlecht gedüngten Wiesen namens "Klappertopf"

 

Klôu

(f) Klauen

 

Klôutzn

(f) gedörrte Birnen, Kletzen

 

Klôutznscheaschz

(m) Endstück vom Kletzenbrot

 

klumpan

scheppern

 

Knaffè, Knaffei

(n) Knöpfe

 

Knaiei, Knoiei

(n) kleiner Knäul, Wollknäul

 

Knålè

(m) netter, kleiner Bub

 

Knålibåcha

(m) leicht beschränkter, schwerfälliger Mensch, aber auch: netter kleiner Bub

 

knåschbén

knabbern

 

knåschzn

hocken - knieende Stellung - in die Knie gehen

 

Knåttl

(f) dickes Weibsbild, ordentlicher Rausch

 

Knåttln

(f) Dreckbrocken z. B.: Mist

 

Knautn

(m) Kneuel, wirrer Kneuel

 

Knéél

(m) Knödel

 

Kniidl

(m) Lümmel, Knüppel, Mann wie ein Holzbrocken bzw. harter Knochen

 

Knofè

(m) Knoblauch

 

Knoiei, Knaiei

(n) kleiner Knäul

 

Knopfzugin

(f) Steirische Harmonika

 

Knoschpn

(m) Hozschuhe

 

knuaditzn

draufknien, damit man etwas befestigen kann, z. B. wenn man etwas zusammenbinden muss, etwa eine "Bill"

 

Knuupf

(m) Knoten, der fest hält, vgl. Klånk - auch: das bei der Holzdrift im Wasser inernander verkeilte Holz nennt man Knuupf

 

Koch

(n) Mehl-oder Gries- (u. ä. ) -brei

 

Koi

(f) Kinn

 

Kôi oder Kôig

(m) leichter Nebel, Dunst bzw. die Fernsicht behindernde Bewölkung (Herbst)

 

Köialauch

(n) Falltüre zum Keller

 

koiarisch

rabiat

 

Köiatrog

(m) Wasserbecken im Keller auf der Alm zum Kühlen von Schmalz

 

Köiei

(n) Schöpflöffelchen, kleine Kelle

 

Koihbrigl

(m) Astwerk, Fichten- und Tannenäste (zum Einheizen)

 

Koihpeech

(n) Baumharz zum Kauen als Vorstufe des Kaugummis

 

koin

kauen

 

Köinarin aussipassn

(f) bis zur Sperrstunde im Gasthaus bleiben, um auf den Feierabend der Kellnerin zu warten

 

Kôippa

(m) Halsband für einen Hund

 

Kôita

(m) Holzbehälter für lebende Fische

 

kôitleidig

empfindlich gegen Kälte sein

 

kôiwan

Rinder bekommen Junge

 

Kôiwei

(n) dreijähriges Kalb Lockruf für Galtvieh

 

Koiweiïnger

(m) Almhirte, der das Jungvieh betreut

 

koopn

wenn Rinder mit der Zunge schlagen, lecken etc...

 

kôôt

nur

 

kôôt netta

gerade noch

 

kopfisch

eigensinnig

 

Kopfkrax

(f) Tragegestell, das auf dem Kopf und am Rücken aufliegt

 

Kopratta

(m) Kooperator

 

Kotfirm

(m) blutiger Durchfall bei Kühen

 

Kotzn

(f) Roßdecke, dicker Überwurf

 

Kôula

(m) Kaubewegung, meist bei Kautabak z.B.: " dea tuat koot dè Kôula"

 

kôuln

vor sich hin kauen

 

Kôun

(n) Roggen

 

Kôust

(m) Kasten, Holzkiste

 

Krachal

(n) Limonade mit Kohlensäure

 

Kraffè

(n) unnützes Zeug, Unrat

 

kragln

direkt aus der Flasche trinken

 

Kråhm, Kruhm

(m) Krampf

 

Krai

(f) Finger, auch: gezinkte Ackerhaue, z. B.: Mistkrai für Dungwagen

 

Kraiei

(n) kleine Kralle

 

krain

kratzen

 

Kramat - Kramatbéé

(m) Wacholder - (f) Wacholderbeeren

 

kråmiat

ungewaschen, schmierig, dreckig

 

Kramurè

(m) Unordnung, Krempel, Plunder, wertloser Kram

 

Kranawitt - Kranawitta

(f) Wacholder - (m) Wacholderschnaps (Gin)

 

Kranawittbéé

(f) Wacholderbeeren

 

Krånz

(m) Kranz, auch: Abrundung der Schittfläche nach dem Fällen eines Baumes, um den Baum ins Tal holzen zu können

 

kranzn

Abrunden der Schittfläche nach dem Fällen eines Baumes, um den Baum ins Tal holzen zu können

 

Kråpfnradl

(n) Holzrad zum Krapfenteig-Ausschneiden

 

Kraudara

(m) älterer Mann, der etwas sonderbar, eigenbrötlerisch ist; unverläßlicher, unordentlicher Mann, einer, der nichts ganz richtig macht; auch: Wildschönauer Krautschnaps

 

Kraut - z'vui Kraut aussatoà

(n) Kraut - sich übernehmen, überschätzen

 

Krautdatschei

(n) Pfannkuchen mit Sauerkraut

 

krautmôôr

besonders mürbes Holz bzw. Leinen, auch: totmüde

 

Krawattl - bein Krawattl påckn

(n) Hals, Kragen - jemanden am Kragen packen

 

krawutisch

verrückt, entnervt, rabiat

 

Krax

(f) Rückentragegestell

 

krecht

recht, richtig

 

krechtln

nörgeln, etwas auszusetzen haben

 

Krédn

(f) die Gerade

 

Kréé

(m) Kren (Meerrettich) Sainihanser Spezialität, die eng mit der Mentalität der Menschen verbunden ist

 

Kréébeidl, Krééreisser

(m) Abfällige Bezeichnung für die St. Johanner

 

Krééd

(n) Gerede

 

krein

kratzen, auch: dakrein, daherkrein etc...

 

Krein

(f) Krallen

 

kreißtn

krächzen, stark räuspern, stöhnen

 

Kreizatätta

(m) primitives Klappmesser mit rundem Holzgriff - Taschenveitl

 

Kreizhau

(n) Kreuzhaue - Harke zum Ziehen von Gräben

 

Krénngn

(m) großer, dürrer Ast, langer dürrer Mann

 

Krétzn

(f) Korb auf Schlitten für Pferdemist oder Holz zum Einheizen, auch: großer starker Mann, auch: Krätze

 

Kriachal

(n) heimische wilde Ringlotten-Sorte, sowohl gelb als auch blau

 

kriagn

bekommen

 

Kriasta

(n) Gerüst, grobe Gestalt

 

Krickei - Krickei måchn

(f) Geweih bzw. Gehörn von Reh- oder Gamsbock - auch: Bezeichnung für Gescihtsausdruck von Kleinkindern, wenn sie "fremden" bzw. kurz bevor sie zu weinen beginnen

 

kriegln

röcheln

 

kring

leicht, nicht schwer im Gewicht

 

Kroas

(m) Kreis

 

Kroi

(f) Reue

 

Krôôtzbéé

(f) Brombeere

 

Kropfitza

(m) Rülpser

 

kropfitzn

aufstoßen, rülpsen

 

Kruck

(f) Krücke

 

krump seì

hinken

 

kruzineesa

verflixt nochmal

 

Kuafkéédn

(f) Kette unter den Schlittenkufen zum Bremsen vgl. "Schårrkéédn"

 

Kuahbårm

(m) Futtertrog für Rinder

 

Kuahdåsch

(f) Kuhfladen

 

Kuahdei

(n) Lockruf für Kühe

 

Kuahduttn

(m) Zitzen am Euter der Kuh, auch: Okarina

 

kudan

kichern

 

Kudei

(n) kleine Kanne, kleiner tragbarer Behälter

 

Kufa

(m) Koffer

 

kujonieren

aufsässig behandeln, plagen, schikanieren

 

kummad z. B.: kummadè Goaß

ohne Hörner z. B.: Ziege ohne Hörner

 

Kummat

(n) Pferde- oder Ochesnkummet

 

Kumpf

(m) Behälter für den Wetzstein, große Nase

 

kunarisch

ist einer, der alles kann

 

kundamént

sekundenschnell, sofort, überraschend schnell, Augenblick

 

Kunndtn

(m) Kunden, Bezeichnung für Männer

 

kunnt

könnte

 

Kunnt - a gfeida Kunnt

(m) Kunde, Kerl - jemand, vor dem man sich in Acht nehmen muß

 

Kunta oder Kuntach

Ziegen und Schafe

 

Kuttn

(f) schlechtes Gewand, auch Kutte der Mönche

 

Kuu(d)l

(f) Henkelkanne

 

L

 

 

Laa(b)bam

(f) Balkonbrüstung

 

Laa(b)m

(f) Balkon

 

Laa(b)mbamkôda

(m) Kater, der auf Balkonbrüstung sitzt (im März), Mann, der hinter Frauen her ist

 

Laa(b)mbisch

(f) Balkonblumen

 

Laah

(f) Lawine

 

lååln

trödeln, schwer reden - lallen

 

Lackei

(n) wenig Wasser bzw. andere Flüssigkeit

 

Laffa

(m) zur Arbeit wenig geeignetes Rennpferd, auch: Mensch, der immer unterwegs ist, immer ausgeht

 

Laggl

(m) ungehobelter Kerl

 

laiffig

brünstige Hunde, läufig

 

Lålli, Lållibåcha

(m) liebenswerter Ausdruck für einen leicht beschränkten, auch patscherten Menschen

 

lålln

Streit herausfordern

 

lampin

Schafe bekommen Junge

 

Lampischwoaf

(m) Mensch, der nicht ganz hell ist, auch ein Wendehals

 

Långs

(m) Frühling

 

Långwétzstång

(f) Verbindungsstange am (Heu-) Wagen zwischen Vorder- und Hintergestell

 

Lantsch - auf d'Lantsch géh

(f) häufig, lang und exzessiv ausgehen, gilt nur für Frauen

 

Lantscha od. Schlanza

(m) jemand, der immer unterwegs ist

 

Låpp - Lappin

(m - f) geistig beschränkte Person

 

låppad kôit

besonders kalt

 

Låpphauffn

(m) jemand der sich besonders dumm benimmt

 

Larch

(f) Lärche

 

larifari

zwecklos, umsonst, sinnlos

 

Larifari

(m) Unsinn, unnütze Sache, Blödelei

 

Lårvn

(f) Faschingsmaske, häßliches Gesicht, Lederbefestigung der Furggln (Buschen) beim Almabtrieb

 

låß dés nit stiàn

laß dich's nicht verdrießen

 

lassig

wenig zu tun

 

Låtschi

(m) Dummkopf

 

Latschn

(f) Zirbelkiefern, ausgetretene Schuhe, grober Ausdruck für Füße

 

Lauch

(n) Bodenluke als Abdeckung für den Kellerabgang oder einen Futterschacht

 

Lausa

(m) Lausbub

 

Lauskammpè

(m) Läusekamm

 

lausn - i weà das no lausn

Androhung von Vergeltung

 

lauta

dünnflüssig, lauter (im Sinne von: alles)

 

lautmaarig

störend laut

 

lautmôarig

auffällig

 

Lawuschè

(m) gleichgültiger Mann aber auch: Gauner

 

weich

 

Lechn

(n) Hof bzw. Gut - kommt vom mittelalterlichen Lehen

 

Ledaépfè

(m) Boskop-Apfel

 

Lééviech

(n) ausgestiftetes Vieh, anderswo untergestelltes Vieh

 

Léffè - an Léffè vaworfn

(m) Löffel - den Löffel abgegeben, gestorben

 

Leggn

(f) Holzstapel

 

Leib

(m) innerer Teil eines Kummet mit weichem Leder und mit Roßhaar gefüttert

 

Leicha

(n) Leintücher

 

leicht hergéh

leicht zu haben sein

 

leiern

Handpumpe betätigen, leiern

 

Leit - an Leidn

Leute - den Leuten (eigene Grammatikform beim 3. Fall)

 

Leit - an Leidn gleich seì

Leute - nicht schön und nicht häßlich sein, durchschnittlich

 

Leitn

(f) Hang

 

Leiwè

(n) Gilet

 

leiwig

gut ernährt, dick

 

Lemoni

(f) Zitrone

 

léntig

flink

 

Lerch

(m) Lerche

 

Lessabuschn

(m) Hutschmuck nach der Musterung (Stellungskommission)

 

lessn géh

zur Musterung (Stellungskommission) gehen

 

letschad

weich, nachgiebig

 

létz

müde, schlaff, schlechte Konstitution, auch: sich übel fühlen

 

Lewabéé

(f) gemeiner Schneeball (Pflanze)

 

Lexei

Lockruf für Schafe - (m) Kurzform für Alexander

 

liagn - ins Sackè liagn

lügen - sich selbst gegen besseres Wissen etwas vorlügen

 

Lietz

(f) Schuhband

 

Listaschuschz

(m) Schürze aus rauhem Stoff

 

lixln

aus den Augenwinkeln heraus spähen, beobachten

 

Loà - auf d'Loà kéma

(f) - in unglückliche Umstände geraten, alleine dastehen, sich einsam bzw. alleine fühlen

 

loabbn

jemanden dulden, auch einen Rest übrig lassen, Reste beim Essen lassen

 

loabbn - éppan nit loabbn

jemanden ausgrenzen, nicht akzeptieren

 

loàdagottstausndmôi

Gott lohne es Dir tausendmal, besondere Dankesworte

 

loadig

ängstlich, scheu, schüchtern, furchtsam, zaghaft

 

Lôadsôach

(f) Harndrang

 

Loamsiada

(m) langweiliger, ungeselliger Mann

 

Loatan

(f) Leitern, seitliche Bordwände beim Heuwagen (Leiterwagen)

 

Loatawagei

(n) Leiterwagen

 

Loatseì

(n) Leitseil - Zügel

 

Loawei

(n) kleiner Brotlaib

 

Lochbedlalampei

(f) Taschenlampe

 

Lockgôiter

(m) Steckkissen

 

lockn

ein Kind auf dem Arm tragen

 

lodadamisch

mannstoll

 

lôdan

zittern

 

lodan - auflodan

Gras auf Hiefler zum Trocknen hängen, Heumänner machen  (von aufladen)

 

Lôdara

(m) Zitterer

 

Loder

Mann. Heumanndl

 

Loiga

(m) Lügner

 

Loitn

(f) Bahn aus Holz zum hinunterholzen der Bäume ins Tal

 

Loixn

(f) Stützen (Halterung) für Seitenbretter beim Heuwagen, sie gehen von der Achse nach oben

 

Lôô(d)n

(m) Brett, Laden aber auch Geschäft , Laden

 

lôôb

schlecht, übel

 

losn

horchen

 

Luadamanndl

(n) unterschätzter oder boshafter Mann

 

Luadaviech

(n) Schimpfwort für Tier, meist Pferd oder Ziege

 

luadig

groß, übermäßig

 

Luck

(f) Lücke, auch Zaundurchgang, auch: Deckel z. B. bei Heuboden

 

Ludabesn

(m) Stallbesen aus Zweigen der Alpenerle

 

Ludastaun

(f) Apenerle

 

lugg låssn

locker lassen, nachlassen

 

Luja

(m) Schnuller

 

Lumpasbua

(m) zärtlich für einen netten Buben, (Kinderspr.)

 

Lunga

(m) Lügner

 

lunzn

liegen, ausruhen, dahindösen (Kinderausdruck)

 

lupfn

anheben

 

Lurwalab

(n) Lorbeerblatt

 

Luugnbeidl

(m) Lügner

 

Luugnschippè

(m) Lügner

 

luuln

saugen

 

M

 

 

Måchkammal

(n) Werkstatt, auch: Schlafzimmer für Jungvermählte

 

maggn

zusammendrücken

 

Mah(d)l

(n) Notheuwiese (auf der Alm)

 

Maisna

(m) Mäusebussard

 

malefitzblond

rothaarig

 

Malefitzkujon

(m) vertrackter Kerl

 

manaleidig

ist eine, die hinter den Männern her ist

 

mandarè måchn

energisch Ordnung machen

 

Manggei

(n) Murmeltier

 

måntln

langsam gehen

 

Mårch

(n) Merkmal in der Ähnlichkeit von Geschwistern in ihren Gesichtszügen etc..., Mark, Markierung, Grenzmarke

 

Marend

(m) Jause, Brotzeit, Zwischenverpflegung bei der Arbeit

 

marodig

kränklich, nicht ganz gesund

 

marood

krank, beschränkt, nicht arbeitsfähig,

 

Marosln, Rosln

(f) Stachelbeeren

 

Maschierpuival

(n) Abführmittel

 

Massarei

(f) Messbecher, bzw. Maß beim Kochen auswägen

 

Matz

(f) Hündin

 

Måtz

(f) Delle

 

Mauck - mauckn

(f) Ausschlag der Kühe hinter den Klauen, Ekzeme - Ausschlag haben

 

Mäuè

(n) Mund, Maul

 

mauèn

maulen, verhalten widerreden

 

maùggitzn

miauen

 

Mautn

(f) harte Birnen, die im Heu bzw. im Bett nachgereift wurden

 

meahrawei

meistens

 

méérôit

sehr alt

 

Meescha

(m) schwere Axt mit breiter Stirn zum Keilen

 

Meeser

(f) saure Wiesen

 

Meggn

(f) Beule in der Karosserie oder Vogel im Kopf

 

Meinig - dè Meinig

(f) meine Frau

 

Ménsch

(n) ein sehr großer Mann oder ein bedeutender, angesehener Mann wird einfach als "dés is a Ménsch" bezeichnet

 

Ménscha, Ménschin

(f) Frauen, Frau

 

Menschei

(n) kleines Weiblein

 

Ménz Kuah

(f) Kuh, die schon einmal gekalbt hat, jetzt nicht mehr trächtig wird und gemolken wird, solange es sich rentiert (ménzn)

 

Merch

(f) Möhre, gelbe Rübe, Karotte

 

méschzn

brünstige Katzen

 

metta seì

zu etwas fähig sein, etwas fertig bringen

 

Méttn

(f) Lärm, auch: Gottesdienst am Hl. Abend um Mitternacht

 

Miada

(n) Mieder

 

Miadsôck

(m) aufdringlicher, lästiger Mensch

 

Mias

(n) Moos

 

Miasl

(n) Kaiserschmarren

 

minndln

urinieren (Kinder)

 

Mirggei

(n) kleines, verhutzeltes Menschl

 

Mistgåss

(f) Auslauf für das Vieh vor dem Stall

 

moan

meinen

 

moana

meinen

 

Moas

(n) Schlagflur, ein Kahlschlag, wo meist Beeren wachsen

 

mockig

schimmlig

 

mockig toà

sich unwillig und langweilig benehmen

 

mockn

beleidigt tun, schmollen

 

Môdastock

(m) verfaulter Baumstrunk

 

modatalig

zerbrechlich, schadhaft, beim Absterben, heruntergekommen

 

Môder

(m) Marder, Mäher

 

môgnweeïg

etwas, das einem Magenschmerzen aufrührt

 

môhdan

mähen

 

möichn

melken

 

Möichsechta

(m) Milcheimer

 

Möichstuih

(m) Melkstuhl

 

Möitz

(f) Mädchen

 

Mòòl

(m) Model für Butter oder Strickmustervorlage

 

Mòòltag

(m) eingetrübter,sonnenloser aber regenfreier Tag

 

môôr

schwach, mürbe

 

Môôreistl , Môôreistn

süßes Hefegebäck mit Rosinen (wird nur in der Mehrzahl verwendet)

 

Moosbéé

(f) Heidelbeeren

 

Moosbéémanndl

(n) dünnes Schwarzbeerkompott (Sauce)

 

Moosbimsn

(f) feuchtes Gebiet, Feuchtwiese, sumpfige Stelle

 

Môrei

(n) Mürbbrot

 

Môsaru

(m) Majoran

 

Motza

(m) Umstandskrämer, Vormelker (=Anrüster)

 

motzn

Zitzen streichen vor dem Melken (massieren), vormelken, langsam tun

 

môuln

zahnlos kauen, undeutlich reden

 

muadapfiatig

armseelig, zurückgeblieben, schlecht beisammen sein

 

muadasöiïg - muadasöiïg alloà

schwach, kränklich - einsam und verlassen

 

mualn

mit den Händen Mehl und Wasser zu einem Teig reiben

 

Muaraggl

(f) Unke

 

Muas, Miasl

(n) Kaiserschmarren

 

Muaser

(m) Omelettenheber bzw. Zerkleinerer

 

Muasler

(m) langsamer Mann

 

Muggitza - koan Muggitza toa

(m) Muckser - keinen Ton mehr von sich geben, weil eingeschüchtert

 

Muggnséckei

(n) sehr kleine Einheit, z. B.: "es feiht um a Muggnsékei"

 

mugln

drücken, überrollen

 

Muichpfanndl

(n) Messingpfanne, speziell zum Milch kochen

 

Muichsauf

(m) frischer Topfen in warmer Milch - erfrischende Speise

 

Muichwagei

(n) zweirädriger Wagen mit Handdeichsel

 

Muihfaaschtl

(n) Mahlgetreide liefern, Fahrt zur Mühle

 

Muizei

(n) Lockruf für Katze

 

Mulinga

(m) Mulitreiber

 

muliôschat

ist eine Kuh, wenn ihr Hinterteil abfallend ist.

 

Mullinga

(m) Müllmann

 

Munat

(n) Monat

 

Murfè

(f) Mund, Schnabel

 

murfig

ungewaschen, schmierig

 

murfin

nuscheln, undeutlich reden, in den Bart brummen

 

N

 

 

nåcha, nåchand

nachher

 

nachnd - da Nachnd nôch

nahe - kürzester Weg, Abkürzung

 

nachtig seì

fix und fertig sein (vgl. "hawideri sei"), schläfrig sein

 

Nadei

(n) Großmutter bzw. kleine Nadel

 

Nagei

(n) Nelke, kleiner Nagel

 

någgitzn

wackeln, mit dem Kopf nicken

 

Någgla

(m) älterer, oder betrunkener etwas tattriger Mann, aber auch einer, der die Fahne nach dem Wind hängt

 

någgln

hin und her bewegen

 

Nah - s'Nah

(n) Neumond

 

Nåmmitôg

(m) Nachmittag

 

Nåntsch

(f) Anna

 

nåpfitzn

kurz einschlafen

 

Nåringa

(m) herablassend für einen gutmütigen Mann

 

Nåx(inga) - Nåxei

(m - n) gutmütige Bezeichnung für einen Kerl

 

Nåxtabést

(n) Sonntagskleid, zweitbestes Kleid nach dem Kassettl

 

neambb

niemand

 

Néckei

(n) Nocken

 

neestliab

anschmiegsam im Bett

 

Neidl, Neidei (gèèm)

(n) Wange, zärtlich Wange an Wange reiben

 

neiffn

reiben, ständig wetzen, scheuern, aufscheuern , vgl. wétzn

 

neschbitzn

ziellos herumstöbern, nichts konkretes ausrichten

 

netta

nur

 

Newibéé

(f) Rauschbeere

 

newizeisln

Zustand bei Nebel, wenn der Nebel kondensiert und Tropfen in der Luft sind - wie Sprühregen

 

Nidei

(n) kleine Form von "Nuhl" - Mehlspeise

 

niedakneedn

"heftig umarmen" und noch mehr - im Liegen

 

niedakrein

sich wieder entschuldigen, wiedergutmachen

 

niedln, ôniedln

walken, abwalken, auch schütteln

 

niegln

drücken, überrollen

 

ningascht

nirgendwo

 

Nissn

(f) Lauseier

 

nit von Héhnan sei

kein Schlechter sein

 

nix z' nein seì

nicht zu beneiden sein

 

nôchè

hinterher

 

nôchè nuasln

noch immer schimpfen, auch wenn alles schon vorbei ist, nachkauen

 

nôchèfoggariern

immer wieder nachfragen, lästig nachfragen bis man es erfährt

 

nôchèschnôwin

immer wieder aus Trotz widersprechen

 

Nôchlaafbock

(m) Nachläufer bei Schlitten z.B.: zum Transportieren von Baumstämmen etc...

 

Nôchtscherm

(m) Nachttopf

 

Nôchtschôatl

(n) Stiefmütterchen

 

Nôchuntan

(n) frühes Abendessen, damit man nachher weiterarbeiten kann

 

Nôglwischzei

(n) Hautteile, die am Nagelbett aufstehen, bzw. Hautverletzungen am Nagelbett

 

Nôhdarin

(f) Näherin

 

Nôudiga

(m) finanziell armer Mann, aber auch ein Schwerenöter

 

Nôutniegl

(m) finanziell armer Mensch

 

Nuaff

(f) launiges Weibsbild (als Ausdruck sicher in der Kelchsau verwendet, ob auch in Sainihåns heimisch ist ungewiß)

 

nuasln

knabbern, z. B. Nüsse u. ä.

 

Nuggitza

(m) kurzer, kleiner Schlaf

 

nutz is' da

das geschieht dir recht

 

Nùùl

(f) Mehlspeise

 

O

 

 

o(b)mauf

darüber, obenauf

 

Oàchant

(m) Eichkätzchen

 

oàfåch

einfach

 

Oaglsbåcher Bian

(f) lokale Birnensorte aus St. Johann in Tirol, Kletzenbirne

 

oàgnaggat

einäugig, auch kleine Häuser sind oàgnaggat, wenn Gang auf der Seite ist

 

oàgschicht

allein lebend, einsam

 

oàgschichts Môì - an oàgschichts Môì

einmal, ein einziges Mal

 

oàgseitat

einseitig

 

oàhôima Bruada

(m) Halbbruder

 

oàlach

einfach, nicht doppelt

 

Oàlachgloat

(n) einhändiges Leitseil bei den Zügeln

 

oàlétzig

einzeln

 

Oàlétziga - an Oàlétziga

(m) ein einzelner

 

oanawegs

von mir aus, selbstverständlich

 

oanè flåttln

eine Ohrfeige geben

 

oanè tauchn

eine Ohrfeige geben, jemandem etwas vorlügen

 

Oanègl

(f) Frostbeißen in den Fingern wenn sie erwärmt werden

 

oara

empfindlich, leicht zerbrechlich

 

Oarschmôiz

(n) Spiegelei

 

oàschichtig

isoliert, abgeschieden

 

Oaß

(n) Abszeß

 

oatrig

eiterig

 

oazoachat

einseitig, monoman

 

ôazôachn

launig, schlecht gelaunt

 

ôbééln

Beeren von Laub und Stengeln befreien

 

ôbeidln

jemanden am Ohr schütteln, auch: abschütteln

 

ôbledan

schnell wegfahren z.B.: mit Motorrad oder mit Schi

 

ôbuidln

photographieren

 

ôcha

herunter

 

öcha

hoppala, auch: Befehl für Pferd, dass es stehen bleibt

 

Ôchant

(m) Ahorn

 

ôdaggln

niedermachen, schlecht machen, verarschen, heruntergekommen sein

 

ôdraht

pfiffig, übertrieben schlau

 

ôëssn

etwas nicht mehr essen können, weil man es zu oft gekriegt hat

 

ôfehn

Abrahmen der Milch mit "Fehnspan"

 

Ofen eìgéh

entbinden

 

Ofengschei

(n) Gestänge über dem Ofen zum Trocknen von Wäsche

 

ôfisln

abschälen (z. B.: Fleisch von einem Knochen) vgl. auch: ausfisln

 

Ôfiwåssa

(m) eitriges Wasser

 

ôflôuchn

abluchsen, entflohen

 

Ofnbrugg

(f) Liegestatt über dem Ofen

 

Ofngeschbè

(m) Gestänge über dem Ofen, an dem man die Schuhe zum Trocknen aufhängen konnte

 

Ofnstôuß

(m) Rohrnudeln, wo der Teig als ganzes in die Kasserolle kommt

 

ôfoggan

abbetteln, auch: billig abkaufen

 

ôfotzn

ohrfeigen, jemandem ins Gesicht schlagen

 

ôgehr

aufreizend, an den Nerv gehend, widerborstig sein

 

Ôgehwerch

(n) Leutwerk bei einem Wecker

 

ôgessla seì

vergesslich sein

 

ôgetracht - an ôgetracht

nicht bei der Sache gewesen sein

 

ôgetracht - ôgetrachts

gedankenlos

 

ôgfrähn

jemanden spöttisch heruntermachen, zum Narren machen

 

ôgnaggn

das Genick brechen (z.B. einem Fisch)

 

ôgrausing

verschrecken, Angst machen

 

ôgruun

Ende der Almsaison feiern

 

ôgschaut hòm

sich girrt haben bei Gesichtern

 

ôgschmôch

enttäuschend

 

ôgschmôcht

geschmacklos, bes. im Umgang mit Menschen

 

ôh fragg

Überraschungsruf wie etwa: oh je oh je

 

ôhappin

Keime von Feldfrüchten entfernen

 

ôhausn

herunterwirtschaften

 

ôi Gebut

immer wieder, zu allen möglichen Anlässen

 

ôi gnôut

alle zusammen

 

Ôibherr

(m) Obmann von Alminteressentschaft, wechselt jährlich

 

Oibnissei

(n) Gebäck aus süßem Mürbteig

 

Ôibwagei

(n) Pferdewagen, der zur Almfahrt verwendet wurde

 

oichè

hinunter

 

ôichèbeidln

abschütteln, z.B.: die Gläubiger

 

ôichèguadln

wenn etwas gut schmeckt - guter Nachgeschmack

 

ôichèkain

fallen lassen, hinunterstoßen

 

ôichèpôussn

wenn jemand in Konkurs geht und die Gläubiger um ihr Geld umfallen, wurden sie "ôichèpôusst"

 

ôichèschwoam

hinunterspülen

 

ôichètoà

schlecht machen

 

ôichigrialn

hinterher kritisieren

 

Öifè

elf Uhr

 

ôigebut

jederzeit, zu jedem Augenblick

 

Ôim - gen Ôim géh (fôhn)

(f) Alm - auf die Alm gehn, dort den Sommer über arbeiten

 

öisern

eisern, zäh, rücksichtslos

 

Öisn

(f) Traubenkirschen

 

Öisnbliah

(f) Traubenkirschenblüten

 

Öisngepöizta

(m) ein mit allen Wassern gewaschener Mensch

 

Ôita

(m) Alter - sagt die Frau zu ihrem Mann

 

Ôitè

(f) Alte - sagt der Mann zu seiner Frau

 

ôitfanggisch

altmodisch in der Kleidung - vgl. ôitvadarisch

 

Oitrôger

(m) Hausierer, die Steinöl verkauften

 

ôitvadarisch

altmodisch in der Einstellung - vgl. ôitfanggisch

 

ôiwei

immer

 

ôkéhn

schnell fahren, auch: mit einem Besen C1847abkehren

 

ôkeiwin

verarschen, verwerfen bei Rindern

 

ôkneedn

noch heftier umarben als ômaggn

 

ôkragln

den Hals umdrehen, am Hals würgen

 

ôkråtzn

sterben, verenden

 

ôlausn

Kopfläuse suchen, jemanden ausnehmen

 

ôlixln

abluchsen, jemandem mit List etwas herauslocken

 

ôloadign

Angst machen

 

ôlurma

oberflächlich abwischen

 

ôluxn

schlau abgewinnen

 

ômaggn

heftig umarmen

 

Omamm

(f) Oma

 

ômurxn

ermorden

 

ônééhn

verpflichtende Versorgung mit Essen auf Lebenszeit als Tauschhandel (eine Art Leibrente) oder Pension "abnähren"

 

ôniedln

jemanden abschütteln wie einen reifen Obstbaum

 

ôôcha

hoppla

 

Ôôchn

(f) Ache

 

Ôôfurch

(f) unterste Ackerfurche, die bei Steilhängen in die Oberste Furche gebracht werden mußte

 

ôôschaaz

im Irrtum

 

ôpassn

auflauern

 

ôpeckn

Kinderspiel - Verstecken

 

ôrahma

Rahm abschöpen, abrahmen beim Kartenspiel

 

ôrama

abräumen

 

ôråschbin

alles abfeilen, dass nichts mehr vorsteht (z. B.: nach dem Beschlagen der Pferde)

 

ôreissn

abreißen, auch: beim Watten einen Trumpf ziehen

 

ôreitn

abrutschen

 

ôrezln

letzten Fettrest beim Käsen sieden und zu Butter verarbeiten

 

ôrichtn

abrichten, anlernen, ausbilden, vgl. auch ùleana

 

ôridig

rutschig bzw. abrutschend bei einer Hangrutschung

 

ôridig måchn

abspenstig machen

 

ôriwin

abreiben

 

ôsama

jemanden in seinem Zeitplan stören und von anderen Dingen abhalten

 

ôschaadig

mehrzeitlich im Schatten liegendes Grundstück, leicht beschränkt bei Personen

 

ôschau scheich sei

nicht schwindelfrei sein

 

ôschaugn

abschauen, aber auch: jemanden auf der Straße mit jemandem anderen verwechseln

 

Ôschétz

(f) eine Frau, die niemals ruhig sitzen kann und sich meist daneben benimmt

 

ôschier seì

gedankenlos sein, irren, etwas falsch verstanden haben, etwas nicht kapieren können

 

ôschig

verkehrt, ganz daneben, dickarschig

 

ôschlauchn

nennt man es, wenn sich die Kühe, die Hörner abstoßen

 

ôschmiean

bestechen

 

ôschmoizn

zerlassene Butter über etwas gießen

 

Ôschneidhund

(m) Unterleger (Schragen) zum Holzabschneiden

 

ôschnoin

abrutschen, abschlüpfen, ohne Erefolg etwas durchführen wollen z.B.: Fensterln

 

ôschodan

nach Hause gehen, weggehen

 

Ôschpiah

(f) Spülbecken

 

Ôschpiahuttn

(m) Spültuch

 

Ôschraufa

(m) zerlegbare Büchse, bei der der Lauf abgeschraubt werden kann - für Wilderer

 

ôséckin

jemanden lästig heruntermachen

 

ôserm

dahinsiechen (aus psychischen Gründen)

 

ôsinga

stegreifer Wechselgesang, meistens Vierzeiler, bei dem der Gegner verarscht wird, bis einer nicht mehr weiter weiß

 

Ôspeisn

(n) Kommunion

 

ôspiahn

Geschirr abspülen

 

ôsprénga

verscheuchen, auch abspenstig machen

 

ôstémma

Klauen stutzen

 

ôstiahln

abluchsen

 

ôstiahn

stänkern

 

Otat

(m) Opa

 

Ôtrikknhuttn

Geschirrtuch

 

Ôuhnschliaffa

(m) Ohrwurm, jedoch nur als Tier nicht als Lied zu verstehen - vgl. auch: Ôuhwuzl

 

Ôuhwuzl

(m) Ohrwurm, jedoch nur als Tier nicht als Lied zu verstehen - vgl. auch: Ôuhnschliaffa

 

ôundla

(m) ordentlich

 

ôweaschz

Richtung nach unten, abwärts

 

ôweisig

musikalisch falsch

 

ôwirgn

abwürgen, aber auch: Brechreiz verspüren

 

Oxnfisl

(m) Peitsche aus dem Penis eines Ochsen erzeugt

 

P

 

 

Paaz

(m) teigiges, weiches, klebriges, halbflüssiges Material

 

paazbloach

sehr bleich

 

Pammarantsch

(f) Orangen (Pommeranzen) - preußisch: Apfelsinen

 

påmpfn

den Mund zu voll stopfen

 

pantschn

auf den Hintern schlagen, auch: Wein mit Wasser verdünnen

 

Panzei

(n) kleines Holzfäßchen (Schnaps)

 

Pånzn

(m) Faß zum Transport von Flüssigkeiten (Suurpånzn)

 

Pappei

(n) Brei

 

Påppin

(f) nasser, breiiger Dreck, z.B.: aus Mist oder Erde

 

Pappn

(f) Mund

 

Paradeisa

(m) Tomate

 

Parogga

(f) Perücke

 

paschzn, auspaschzn

buchten, ausbuchten

 

Pass

(f) Gruppe von etwas, z. B.: mehrere Rinder

 

Påß

(m) Löffel (der Handwerksburschen)

 

passiern låssn

dulden

 

Patate

(f) Kartoffeln

 

patschierig

umgängig, geschickt

 

Påtschn - Påtschn  aufstoin

(m) Patschen - sterben in Ordinärsprache

 

Patterséckè

(m) in Fett herausgebackene Krapfen

 

patzig

dickflüssig klebrig oder schwerfällig

 

påtzig

gefühllos, aufdringlich

 

Påtzn

(m) Steckenschlag auf die Hand, Portion von Halbflüssigem

 

påtzn

ungewollt daneben tun, kleckern

 

Påtznlippè

(m) ein Mensch, der beim Essen immer patzt, bzw. sabbert

 

Pawalaatschn

(f) dreckiger Mund in Ordinärsprache

 

Pechmanndl

(n) Sandmännchen

 

Pechnagei

(n) Bartnelke

 

peckn

mit Schnabel oder Werkzeug oder Eiern hacken

 

Pedabôscht

(m) Alpenanemone

 

Peechpflåsta

(n) Pflaster zum Auflegen

 

Pémbstl

(m) Pinsel

 

pémpan

rütteln, stoßen, auch: Geschlechtsverkehr betreiben

 

Peppi - die Peppi

(m) Josef - (f) Josefine

 

Pfånnaflicker

(m) Spengler für kleinere Dinge u. a. Pfannen flicken

 

Pfånnhoiz

(n) Holzgestell auf das man die Pfanne für den Tisch stellen kann

 

pfendt

ansprechend, sympathisch, tüchtig, im Sinne von schnell reagierend

 

Pfettn

(m) großes Kantholz am Dach in Traufenrichtung gelgt - darauf werden die Rafn (=Sparren) gelegt

 

Pfinstôg

(m) Donnerstag

 

Pflåår

(f) Kuhfladen, flüssiger Dreck oder läppisches Weibsbild

 

Pflånz reißn

angeben, groß ausgehen, elegant ausgehen

 

pflanzn

zum Narren halten

 

Pflåsta

(n) Pflaster, aber auch: faules, unbewegliches Weibsbild

 

Pflåsta - fäuès Pflåsta

Pflaster - arbeitsfauler Mensch

 

Pflåsterling

(m) Hinterteil, Pfurz, auch: Schimpfwort für faule Person

 

pflåtschn

durch Wasserlachen trampeln

 

Pflichta, Pflichtarach

(f) Blattzeug an Rüben, Kartoffeln u.dergl., Triebe, Blätter (Kraut)

 

pfnaasn

laut und schwer atmen

 

Pfnätscha

(m) dumpfer, luftiger Laut

 

pfnåtschn

mit kleinem Knall bersten oder mit den Fingern schnippen

 

Pfoad

(f) Hemd

 

pfoadlweihn

machten die Mädchen beim Fensterln. Sie winkten mit dem Nachthemd am Fenster

 

pfoadnärmig

hemdsärmelig

 

pfockn

anrempeln, jemanden absichtlich leicht anstoßen

 

pfôitzn

ungestüm, laut, übertrieben und aus Freude agieren

 

pfoosn

stehlen

 

Pfotschn

(m) Quaste

 

Pfraim

(m) Frost

 

Pfreandna

(m) Pfründner, jemand der durch Pfründe seinen Lebensunterhalt bekomt bzw. altersversorgt ist

 

pfroad

fertig, auch: in Saus und Braus leben

 

Pfrôun

(f) heimische Zwetschgensorte, rötlich, Mirabellen

 

Pfruiei

(n) kleine Köderfische, Pfrillen

 

pfundig

toll, vgl: "bärig"

 

pfurfin

Material in kleinste Stückchen zerlegen

 

Pfuschtsbrachta

(m) Schwätzer, Aufschneider, Prahler

 

Pfuschtsruam

(m) Kartoffeln

 

Pfuschzgôgl

(m) kleine Person, kleines Kind, als Kosewort verwendet

 

pfuschzn

leise hörbar furzen

 

pfuschzrogl

etwas, das zu locker befestigt ist

 

Pfuschzrogla

Aufrühren eines Pfurzes, auf daß er sich entfalten kann

 

pfuuchitzn

unterdrücktes Kichern von Kindern

 

pfuusn

schlafen

 

Pichei

(n) Petroleumlampe

 

pickè seì

in Ordnung sein

 

pickn

kleben

 

Pippei

(n) junges Huhn

 

Pippn

(f) Wasserhahn

 

pischzln, puschzln

purzeln

 

Pitschn

(f) hölzernes Wassergefäß

 

plään

stark weinen, plärren

 

Plåmpn

(m) ungeschlachtes, grobes Weib

 

Plastron

(n) Einsatz für Oberteil mit Spitzen zum bürgerlichen Gewand der Frauen

 

Pleara

(m) Pärrer, lauter Schrei, oder auch ein Bub, der immerzu weint

 

Plearin

(f) flüssiger Dreck

 

Plémpara

(m) einer, der nie zeitgerecht fertig wird

 

Plémpn

(m) verkochter, nicht genießbarer Brei

 

Pléntn

(n) Polenta

 

Pletscheerin

(f) unreine Lache in den verschiedensten Bedeutungen, schöne Bescherung z. B.: Erbrochenes

 

Pliinafuhr

(f) Übersiedlungsgut

 

pliinan

übersiedeln

 

Plôch

(f) Plane

 

Plôchnwôgn

(m) Planwagen

 

Ploè

(m) Holzgerät zum Wäsche ausschlagen

 

ploin

jemanden verhauen, bei der Wäsche den Dreck herausschlagen

 

Pofè,  Pafè

(m) das dritte Mahd (dürfte eher aus dem Inntal stammen)

 

Pofesnkiachè

(m) Brot mit Teig und Marmelade im Fett herausgebacken

 

pôifig

mit (steilen) Felsen besetzt

 

Pôifn

(m) Felsen, (steile) Felswand - Mehrzahl: Paifn

 

Pôimbaam

(m) Weidenbaum

 

Pôimésl

(m) ist jener, der am Palmsonntag als letzter aufsteht

 

Poizhosn

(f) innen gerauhte, außen satinierte Unterhose bis knapp ober das Knie

 

pôôs

passend, ansprechend

 

Poppei

(n) Baby

 

Post toà

Nachricht geben

 

pôtschad

unbeholfen, "patschert"

 

Pôuzei

(n) nettes, liebliches, kleines Mädchen, etwas mollig

 

Pragga

(m) Teppichklopfer

 

praggn

herschlagen, Teppich klopfen

 

Pråssl

(f) schwere, gewichtige Kuh, ebenso Schimpfwort für Frauen

 

pråssn

verschwenderisch sein

 

Pratschn

(f) Blätter um den Maiskolben

 

Pråtz

(f) Hand, Pratze, große Pfote

 

Pratzei

(n) Pfötchen

 

pratzln

grapschen, aber auch: leicht übervorteilen

 

pratzln - éppan pratzln

jemanden ums Ohr hauen

 

Prax

(f) Astmesser

 

preföizn

unaufhörlich schimpfen

 

prezinöin

viel daherplaudern, tratschen, auch Unssinniges reden

 

pritschln

stark regnen, mit Wasser spritzen, mit Wasser herumspielen und es verschütten

 

Pritschn

(f) schlechte Bettstatt

 

pritschn

stark regnen

 

Prosåttl

(f) dicke, schwere, massige Frau

 

Prosotta

(m) dicker, schwerer Mann

 

Protza

(m) Angeber

 

protzn

angeben

 

pruachn

gierig sein

 

Psiich

(f) Spiegelschrank, meist mit Waschtisch

 

Puchi

(f) große Lampe, eventuell Ausdruck aus Zeiten des Bergbaues

 

Puffa

(m) Messer, altes Messer

 

Puiai

(n) Huhn

 

Puifahoiz

(n) Faulbaum

 

puifan

zornig schelten

 

Puifaviech

(n) schimpfende Frau

 

Putza

(m) Mitarbeiter auf der Alm, der nichts mit dem Vieh zu tun hat. Er hält alles in Ordnung, Wege, Zäune etc... eine Art Hausmeister

 

Putzahittn

(f) Gebäude mit "Hôôg" auf der Alm, aber noch keine richtige Almhütte

 

Putzbian

kleine, trockene, grüne Birnen

 

Putzei

(n) Baby

 

puuzdunkè

ganz finster

 

Q

 

 

Quiarei

(m) Quirin

 

Quöin

(f) Quelle

 

R

 

 

Raàlbuh

(f) Schubkarren ohne Seitenwände

 

raàlô seì

verwirrt sein

 

Raatsch

(f) geschwätziges Weib, Dauerrednerin, der man nichts glauben kann, aber auch: Karfreitagsratsche

 

Raatschkattl

(f) geschwätziges Weib, das besonders gerne über die Leute redet

 

Raaznbôscht

(m) Schnurrbart

 

råchitzn

grunzen

 

Radi

(m) Rettich

 

Råggl

(f) alter, knorriger, schwer zu bearbeitender Baum, alte Kuh

 

raggln

Mistgrube manuell leeren

 

Råhma

(m) Sägezahn, der nicht schneidet, sondern das Sägemehl aus der Spalte putzt, wurde von einem Erpfendorfer namens Unterrainer erfunden.

 

råhmig

dreckig, schmierig, ungepflegt, nach Schweiß riechend etc...

 

rama

Heu auf dem Heuboden zurücktransportieren

 

Rånggn

(m) großes grobes Stück

 

Rånk

(m) Hinterfotzigkeit

 

rånkig

hinterlistig

 

rånkisch

hinterfotzig

 

rantig

schön gekleidet, fesch, herausgeputzt

 

ranzn

tun Füchse, wenn sie brünftig sind

 

Rånzn

(m) breiter Trachtengürtel für Männer meist mit Federkielstickerei

 

Råschpè

Feile, grobe Feile

 

råschpin

rascheln, abschleifen

 

Rassnagei

(n) Gewürznelken

 

Ratscherei

(f) Gerede, Tratsch

 

raùzn

nörgeln, jammern, vgl. sumsn

 

reahn

weinen

 

Reahra

(m) weinerlicher Mensch

 

Réanggn

(m) ein ordentliches Stück Brot o.ä.

 

Rechei

(n) Eierschwammerl (Pfifferling), auch: kleines Reh

 

rechtféschtig

durchdringend, rechthaberisch

 

Réckigwånd

(f) Frauentracht für hohe kirchliche Feiertage - vgl. Kaseedl

 

Réédhaus

(n) Plaudertasche

 

Rééhlkoch

(n) Haferbrei (" 1 Std. kochen, 1Std. kühlen, viel Butter drauf " )

 

reela

redlich

 

refierig

sich rühren, tüchtig sein

 

Regndôch

(n) Regenschirm

 

Regnmantei

(n) Regenmantel, Präservativ

 

Réhm

(f) Heuboden

 

Réhmbrugg

(f) freibleibender Mittelgang im Heuboden

 

Reì, Reìdei

(f) Kasserolle

 

Reib, Reim

(f) Kurve

 

Reibsäu

(f) schwenkbarer Pfosten für Kessel

 

Reibsôdl

(m) Sattel auf dem Vorschlitten, um das Langholz festzumachen

 

reìmig sei

Glück haben

 

Reischbè

(m) kleiner Herdbesen zum Pfannenputzen

 

Reischbèseit

(f) sexuelle Themen: wenn Kinder zuhörten hieß es: "aufpassen - Reischbiseit!", Neigung zu unanständiger Rederei

 

Reissa

(m) Messer zum Stutzen der Hufe und Klauen+B2052

 

reitan

sieben

 

Reitwagei

(n) kleine Kutsche  mit großen Hinterrädern und kleinen Vorderrädern, wurde ein- und zweispännig verwendet

 

reschonisch

fein, gebildet, vornehm, zurückhaltend

 

revadattisch

sich durchsetzend

 

revantiern

sich zurecht finden, sich behaupten

 

rewöin

rebellieren

 

Rézl

(m) das Abgeschöpfte bei ausgelassener Butter, bzw. der abgeschöpfte Fettrest beim Schweizerkäse

 

Riabkraut

(f) aus Rüben hergestelltes Kraut

 

Riahkiwè

(m) Butterfass

 

richtzeidln

früher übliche Form der Weidenutzung auf Almen

 

riechin

röcheln, ein schnarchendes Geräusch machen, z. B.: Pferde machen es, wenn das Futter kommt

 

riechitzn

wiehern der Pferde

 

Riegwoad

(f) Herbstweide nach Getreide auf Naturegarten

 

Riesin

(f) schmales Gerinne

 

riesln

hageln

 

Riesn

(f) große, lange Bahn zum hinunterholzen von Bäumen ins Tal

 

Riffè

(m) kammartiges Gerät zum Waldbeeren sammeln (Heidelbeeren kämmen)

 

Ringg

(f) Rinde

 

Ringlò

(m) Zwetschkensorte, gelb

 

Ringzôù

(m) Holzzaun mit geflochtenen Zweigringen

 

Rinsthau

(f) Harke zum Ziehen von Gräben

 

rinstn

kleinen Wassergraben ziehen

 

rißhaarig

stichelhaarig, juckend und rauh, z.B.: stachelige Wolle ist rißhaarig

 

riwin

reiben

 

rixna

mit einer Kette rasseln, bzw. lärmen

 

Roà

(m) Hang

 

roàln

eindrehen, einrollen, einringeln

 

roatn

rechnen, abrechnen

 

Rôbnbraadl

(n) Luder, so wie man im Allgemeindeutschen auch sagt: "das ist ein Rabenbraten"

 

rôchizn

Laute, die eine Sau von sich gibt, wenn die Ferkel saugen

 

Rôfn

(m) Dachsparren

 

Rogei

(n) Alpenanemone

 

rogga

grob, ungeschlacht

 

rohln - grohln

Donnergeräusch in weiter Entfernung

 

Rôhna

(m) rote Bete

 

rohsln

Strohreste vom Getreide trennen

 

rôht hôhm

nicht brauchen

 

roogl

locker

 

Rootzpippn

(f) freches Kind

 

Roß-Aufhéwa

(m) Beim Beschlagen des Pferdes derjenige, der den Pferdehax aufheben muss

 

Roßbaich

(m) Zwetschkensorte, groß und blau

 

Rossinga - greana Rossinger Fetzn

(m) Pferdeknecht, Pferdeführer - (m) grüne Umhängschürze der Pferdeführer aus Wollstoff

 

Roßknéé(d)l

(m) Pferdeapfel

 

Roßmistgrånsn

(f) große, aus Weiden geflochtene Körbe zum Transportieren von Schnee oder Pferdeäpfeln

 

Roßmistkrippn

(f) Misthaufen für Pferdemist

 

rossn

tun Pferde, wenn sie brünftig sind

 

rotzig seì

eine rinnende Nase haben

 

Rôuhnuùl

(f) Wuchteln, wenn sie "eìgstrichn" sind, haben sie eine Fülle

 

Rua(b)m

(f) Rübe, Rüben

 

Rua(b)mhiasch

(m) schwerfälliger, nicht flexibler Mensch

 

Ruach

(m) Grobian oder habgieriger, gieriger Mensch, der nie genug kriegen kann

 

ruachisch

habgierig, rücksichtslos

 

ruachn

hastig essen, gierig zusammenraffen, ohne Rücksicht auf Verluste agieren

 

Ruadaleiwè

(n) Unterhemd ohne Ärmel

 

Rucksôôckstier

(m) künstlicher Besamer

 

Rumpè

(f) gewellte Unterlage, Waschrumpel, auch: Frau ohne Feingefühl

 

Rumpèkumma

(f) Rumpelkammer

 

rumsichtig seì

das ist alles, das hell ist und man den Dreck sofort sieht, z. B.: Kleidung

 

Runga

(f) Stelle,  wo beim Wagen die Bretter anliegen, z. B.: beim Leiterwagen

 

runggat und bunggat

rundlich und uneben

 

Runggl

(f) Runkelrübe, Rübe als Schweinefutter; auch: häßliche Frau

 

Rungunggl

(f) naives Weibsbild

 

Runst

(m) kleiner, künstlicher Wassergraben

 

Runsthau

(f) Haue zum ziehen von kleinen Wassergräben

 

Rusch

(n) roter Vorhang auf der Alm

 

Russn

(m) Küchenschaben

 

S

 

 

Saamétzn

(m) Holzschaff zum Umhängen, wurde für die Aussaat verwendet

 

Saàs

(f) Sense

 

saggaradie

Überraschungsausdruck wie etwa: oho!

 

såggitzn

triefend naß sein

 

Sagglom

Ausruf von Überraschung

 

Saggrawôid

Ausdruck des Erstaunens, wie: Sapperlott

 

Saia

(f) Molke-Essig

 

Saiapånzn

(m) Holzgefäß für Molke-Essig

 

Sainihåns

St. Johann in Tirol

 

Såmstôgsunn

(f) kurze Auflockerung der Wolken am Samstag

 

Sanktus

(m) ermüdende Wiederholung

 

Sapparadie

Ruf des Erstaunens, so was

 

Sarm

(m) Rausch

 

Saubär

(m) Eber, auch schmutziger oder unflätiger Mann

 

Saubleamè

(n) Löwenzahn

 

Saubréém

(f) große Bremsen, Pferdebremsen

 

Saubuga

(m) Schimpfwort für ein Pferd

 

Saudiesn

(f) Kübel für Schweinefutter

 

Saugrånd

(m) länglicher Holzbottich zum Enthaaren der Schweine, das mittels Eisenketten gemacht wurde

 

saugrob

sehr grob, sehr unfreundlich

 

sauitzn

ein Gemisch von regnerisch-windig und kalt

 

saukôit

saukalt

 

Sauloda

(m) Schimpfwort für einen unangenehmen Mann

 

Saumôgn

(m) Aschenbecher

 

Saupech

(n) Harz zum Entfernen von Schweineborsten

 

Saurånzn

(m) Sauerampfer

 

Sauriassl

(m) Schweinerüssel

 

Sautrånkkiwi

(m) Kübel für Schweinefutter

 

Sauwaschl

(m) Schimpfwort für unzuverlässigen Mann

 

sawin

krummbeinig laufen

 

Schàà - koan Schàà hôm

(m) keine Lust haben

 

Schaadnriada

(m) schwerfälliger, doofer Mensch "Dumpfbacke"

 

Schaaling

(m) Wiesenbärenklau

 

Schafibauch

(m) etwas naive Frau

 

Schafiduttn

(m) Person, die dummes tut und sagt, bzw. recht wichtig tut, wo aber nichts dahinter ist

 

Schagrutschn

fette Almspeise aus Butter, Mehl, Zibeben, ähnlich wie Möichamuas (wird nur in Mehrzahl verwendet) - der Ausdruck dürfte eher aus Kössen stammen und somit kein eigentliches St. Johanner Wort sein.

 

Schamei

(n) Fußhocker, Schemel

 

Schamiizl

(n) Papiertüte

 

Schantinger

(m) Gendarm

 

schånzn

fleißig arbeiten

 

Schapfal

(n) Holzgefäß

 

Schåpfn

(m) große Schöpfkelle

 

Schårrkéédn

(f) bremsende Kette unter dem Holz bei Transport im Winter - vgl. "Kuafkéédn"

 

Schatzbaschtei

(n) Aufschneider

 

Schatzbauch

(m) Plaudertasche

 

schatzn

plaudern, auch aufschneiden, aus der Luft gegriffen reden, wenig ernsthaftes reden.

 

Schaukn

(m) Gailstelle, z.B.Gailstelle durch Kuhflade auf Weide oder kleine Staudengruppe auf Grasfläche

 

sche(d)ln

schlagen

 

schean

scharren, kratzen, scheren

 

scheanggln

blinzeln

 

Scheaschz

(m) Endstück vom Brot, vgl. allgemein österreichisch: "Scherzerl"

 

scheaschzn

aufgeregt herumspringen

 

scheassln

pfurzen

 

schedagweanggat

schief, verquert, verzogen, windschief

 

Schee(d)l

(m) Schädel

 

Scheesn

(f) Mädchen (etwas abwertend)

 

Scheewa

(f) altes, klappriges Weibsbild

 

Scheewal

(n) Babyrassel

 

Schééwal

(n) kleiner Heuhaufen

 

Scheibtruch

(f) Schubkarren mit Seitenwänden

 

Scheichn - an Scheichn hôm

(m) Angst, Scheu - sich fürchten

 

Scheidl

(f) Holzscheit

 

Scheiei

(n) Schale, Tasse

 

Scheikè

(m) Joppe, Walkjanker

 

Scheissa

(m) Feigling

 

scheißfreindlich

übertrieben freundlich

 

Scheißschicht

(f) letzter Arbeitstag

 

schendtn

stark rügen

 

Schéppi

(m) Hemdzipfel, das aus der Hose herausragt

 

Scheppseisn - Scheppsa

(f - n) spachtelförmiges Messer mit langem Stiel zum Entrinden von Bäumen

 

scheppsn

Bäume entrinden

 

Schepsas

(n) Schaffleisch

 

Scher

(m) Maulwurf

 

Scherach

(n) letzte Reste in der Pfanne

 

Scherbånk

(f) Bank zum Schafe scheren

 

schérgn

verpetzen

 

Scherm

(m) primitive Unterkunft, meist für Vieh

 

Schermföì

(n) Lederschürze des Schmiedes

 

Schermtax

(f) alleinstehender, breiter Nadelbaum, der als Unterstand für das Vieh dient

 

Scherpa

(m) altes, ungeschliffenes, schlechtes Messer, Taschenveitl

 

schewan

klappern, klirren, scheppern

 

Schewan - ôitè Schewan

(f) Schimpfwort für eine unsymphatische Frau

 

schiach seì

häßlich sein; reflexiv verwendet: Angst haben

 

schiachtoandi Weis

übertrieben über etwas jammern

 

schiaga

fast, beinahe

 

Schiefa

(m) eingezogener Holzsplitter

 

Schierhaggl

(m) Schürhaken, Feuerhaken

 

Schierloch

(n) Heizöffnung beim Ofen

 

Schiil

(m) hölzener Kochlöffel

 

schinaggln

hart arbeiten

 

Schindda

(m) kurzes krummes Eisen zum Bäume schälen, auch: Pferdeabdecker

 

Schinddagsoiïn

(f) Frau mit vielen schlechten Eigenschaften

 

schinddn

quälen, frisch gefällte Bäume schälen

 

Schindlbrossn

modriges Überbleibsel bei alten Dachschindeln (wird nur in Mehrzahl verwendet)

 

Schindln aufn Dôch                                                                           

(f) sagt man, wenn über ein Thema gesprochen wird, das die Kinder nicht hören sollen

 

Schinndabuga

(m) Schimpfwort für Pferd

 

Schinndalaatschn

(f) Almrosenart, bei der die Blätter auf der Unterseite braun sind

 

Schipfei

(n) kleine Holzhütte

 

schissln

tun junge Mädchen, wenn sie breitbeinig "unanständig" auf einem Stuhl sitzen

 

Schiwal

(n) kleine Schublade

 

Schiwaling

(m) kleine Apfelsorte mit roten Streifen, saftig

 

schiwan

Heu zu Häufchen machen als Schutz vor Regen und Tau

 

Schixn

(f) abwertende Bezeichnung für eine Frau

 

schlåån

schleifend gehen

 

Schlåårin

(f) schlechte, wässrige, kalte etc... Suppe

 

Schlaaz

(m) Schleim

 

Schlåmpåmpn

(m) verwahrloste Kleidung an einem liederlichen Menschen

 

Schlåmpthres

(f) Vorwurf an ein schlampiges Mädchen

 

Schlanggl

(m) Schlingel

 

Schlanza - Lantscha

(m) jemand, der immer unterwegs ist

 

schlårfn

beim Gehen die Füße nicht heben, die Füße dahinsteifen, auch Kühe können schlårfn

 

schlårggitzn

mit zu großen Schuhen dahergehen

 

Schlårpfn

ausgetretene Schuhe (wird nur in Mehrzahl verwendet)

 

schlaudarisch

schlampig

 

Schlawina

(m) Taugenichts

 

schléégn

ein Tier schlachten

 

Schlégl

(m) großer Holzschlägel

 

schlégln

hämmern

 

schleì, schleìn

beeilen

 

schlénggln

Bleibe wechseln, schlenkern

 

Schlénggltôg

(m) 2. Februar, Maria Lichtmess, der Tag, an dem die Dienstboten ihren Arbeitgeber wechseln konnten.

 

Schliafal

(n) hörnchenförmige Nudeln

 

schliaffn

sich in enger Umgeben durchzwängen (durchschlüpfen)

 

schliern

schleifend gehen, auf glattem Untergrund z. B.: auf Eis

 

Schliidn

(m) Schlitten, auch ungeschlachtes Weibsbild

 

schlinddn

schlucken

 

schlindn

schlucken, oft hastig schlucken

 

Schlitta oder Gschlitta

Kinder

 

Schloapf

(f) flaches Holzschlittchen, um Heu von steilen Hängen herunter zu transportieren

 

Schloar

(m) Schleier

 

schlôôfkrôdn

wenn man keine Zeit zum Schlafen hat und dies längere zeit durchstehen muß - war früher auf der Alm häufig der Fall

 

schlôrggn

beim gehen die Füße dahinschleifen

 

Schlôrggn

(f) schlampiges Weibsbild

 

schlôun

gut gelingen

 

Schluaf, Schlurf

(m) Gigolo

 

schludarig

unappetitlich

 

schlurfin

Flüssiges geräuschvoll einnehmen

 

Schluuf

(m) Schlupfloch, enger schmaler Durchgang

 

schluuzig

schlüpfrig-weich, schleimig, ekelig, feucht-klebrig

 

schmåggitzn

schmatzen

 

Schmanggal

(n) aufgewärmtes Koch, ev. auch Spezialitäten

 

schmattig

reich an Geld

 

Schmåtz - Schmåtza

(f - m) gutmütige, unbeholfene, leicht beschränkte Person

 

Schmåtzgåggl

(f) unbeholfenes, etwas beschränktes Weibsbild

 

Schmeal

(n) Nabel

 

schmealn

beim Putzen nur darüberwischen, sodass alles verschmiert wird

 

Schmear

(f) Schmierfett - nicht verwechseln mit Schmôiz

 

schmergglig

schmierig, ungustiös

 

schmerggln

ranzig riechen

 

Schmieraggl

(m) Schmierfink, jedoch nicht im Sinne von Zeitungsschmierer, dreckiger Mensch

 

Schmirm

(f) Salbe, Einreibung, Schmierfett

 

schmirm

schmeicheln, einschmeicheln

 

Schmirmkiiwi

(m) Süßholzraspler

 

Schmöichn

(f) einmähdige magere Wiese mit saurem Gras

 

Schmôiz

(n) Butter, Butterschmalz

 

Schmôizbidal

(n) geformter Butterlaib mit Muster von einem Model

 

Schmôizbrout

(n) Butterbrot

 

Schmôizkachei

(n) Butterblume

 

Schmôizmodl

(m) Butterform

 

Schmôôtz

(m) plötzliches Ereignis, z. B.: kurzer Regenguss

 

Schnadaling

(m) Verwicklung des Fadens beim Spinnen

 

schnåggitzn

schnalzen

 

Schnaggla

(m) Schluckauf

 

schnaggln

knacken mit Zunge oder Fingern oder klappern

 

Schnåppa

(m) Holzverschluß bei der Tür

 

Schnåpstrôger

(m) Hausierer, meist Zillertaler, die Schaps verkauften

 

schnaxln

Geschlechtsverkehr betreiben

 

Schnaxn

lustige Einfälle

 

Schneggnnidei

(n) schneckenförmige Mehlspeise mit Marmelade oder anderer Fülle

 

schnerfin

zusammenbinden oder schlurfen

 

Schniebvogl

(m) Schwarzspecht

 

Schnitza

(m) kastrierter Ziegenbock, auch Wallach

 

Schnôasn

Gestänge in der Selchkammer zum Aufhängen des Specks (wird nur in Mehrzahl verwendet)

 

Schnoaß

(?) Stangen in der Selchkammer

 

Schnoatmessa

(m) Messer zum Stutzen der Hufe und Klauen

 

schnoatn

zurückschneiden im Sinne von stutzen, Hufe, Äste etc...

 

Schnôda

(f) flottes Mundwerk - auch: geschwätziges Weibsbild

 

Schnôdabix

(f) geschwätziges Weibsbild

 

Schnôdahipfè

(n) Gstanzl, lustiger Vers

 

schnôdan

schnattern

 

Schnôikraut

(n) Pflanze namens Taubenkropf

 

Schnôwihôfn

(m) Schnabelkanne

 

schnuaggitzn, eichischnuaggitzn

heimlich spähen, in jeden Winkel illegal hineinschauen

 

schnufitzn

abklingendes Schluchzen

 

Schnupftiachi

(n) Schnupftuch, Taschentuch

 

Schnurfè

(f) weinerliche Frau, auch: Frau, die ihre Nase überall hineinsteckt

 

schnurfin

Feuchtes mit der Nase aufziehen, schnuppern

 

Schô(b)m

(f) Kleidermotten

 

Schô(d)n

(m) Schaden

 

schoa(d)na

scheiden

 

Schoad

(f) Eisenkeil mit hölzernem Kopf zum Spalten von Holz, auch: Scheide, Etui

 

Schoaß

(m) Pfurz

 

Schoaßtrummi

(f) eine Person, die nur Unsinn redet

 

Schoatn

(f) Späne

 

schodan

schottern, d.h. langsam gehen, dahinschlendern

 

schodan

weggehen

 

schôich

schief

 

Schöikrånz

(m) Schellenkranz beim Pferdegeschirr im Winter - beim Holzziehen wurden große Glocken verwendet

 

Schôipa

(m) große flache, längliche Glocke

 

schoppn

hineinstopfen z. B.: beim Essen, ausstopfen,

 

Schorsch

(m) Georg

 

Schoß

(m) junger Trieb, Zweig

 

Schoßdian

(f) Sennerin auf einer Alm, wo Käse produziert wird

 

Schosser

(m) Senner, der nur Arbeiten im Inneren der Almhütte verrichtet und beim Käsen hilft vgl. auch Schoßdian

 

Schottn

(n) Topfen

 

Schottsauf

(m) frischer Topfen in warmer Molke - erfrischende Speise

 

Schôukôust

(m) Mistgrube

 

Schôukruck

(f) Scharrgrät auf der Alm zum Zusammenkratzen des Mistes

 

schôun

Mist aus dem Stall schaben , Schnee räumen, scharren

 

Schôuß

(m) Schoß

 

Schraat-Zéì

(m) Kreuzzäune

 

Schrånk

(m) diagonal verschränkte Zähne einer Säge

 

Schrepfa

(m) Bremser, letzter Preis

 

schrepfn

bremsen, aber auch übervorteilen (schröpfen)

 

Schrôgn

(m) Schragen, schräg zueinanderstehende Holzfüße z.B.: Sägebock - aber auch: Schimpfwort für unausstehliche Frau

 

Schrundt

(m) Hautriß

 

Schuachbletztn

(m) Schuhblase

 

Schuachei

(n) kleiner Schuh

 

Schuachgeschbè

(m) Gestänge über dem Ofen, an dem man die Schuhe zum Trocknen aufhängen konnte

 

Schuachliiz

(f) Schuhband, Schnürsenkel

 

Schuachschmirmgsbadei

(n) Schuchcremedose

 

Schual

(m) Georg

 

Schuastanagei

(n) Frühlingsenzian

 

Schuglad

(m) Schokolade

 

schuichn

schielen

 

Schuschz

(m) Schürze zum Umbinden

 

Schuschz

(m) Schürze - vgl. Vieschta

 

schusslig

fahrig, nervös

 

schutzareitn

auf der Schaukel schwingen

 

schutzn

schaukeln, leicht anstoßen

 

Schuwa

(m) Schieberiegel, aber auch: Schublade

 

schwåbbitzn

schwappen

 

Schwaiwei

(n) Schwalbe

 

schwanzigè Gsoiin

(f) tüchtige, brauchbare, arbeitswillige Frau

 

Schwåscht - Schwaschtl

(f - n) Schwarte

 

Schwaschtling

(m) Brett als Anschnit eines Baumes - auf einer Seite abgerundet

 

schwe(b)m

schweben

 

schwefin

Unwahrheiten daherreden

 

Schweizal

(n) Gänseblümchen

 

Schweizer

(m) Käser

 

Schweizerhittn

(f) Hütte auf der Alm zum Käse-Erzeugen

 

Schwénggitzbreed

(n) auf Flüssigkeit schwimmendes Holzbrett zum Abfangen des Überschwappens

 

schwénggitzn

Flüssigkeit schwappt in einem Gefäß beim Tragen z. B.: Milchkanne

 

schwénzn

Gefäß mit Wasser ausspülen, absichtlich fernbleiben (schwänzen)

 

schwerggln

schwanken, taumeln

 

Schwerm

(m) Drehgriff bei Windmühle oder Zentrifuge, auch bei Holztüren und Gattern

 

Schwetta

(m) Pullover, Sweatshirt

 

Schwickn

(m) Pflanze namens Bürstling

 

Schwiitzkåstn

(m) Griff, bei dem man jemamdem mit dem Arm den Kopf zusammendrückt

 

Schwing

(f) Stange beim Heuwagen (Leiterwagen) - hinten und vorne, die die beiden Leitern rechts und links zusammenhält

 

Schwoa(b)m

(m) Milch mit Wasser (für Hühner), abgestandenes Bier,

 

schwoa(b)m

spülen, schwemmen, ausschwemmen, aber auch: besonders stark regnen, auch: viel Alkohol trinken

 

Schwôabwåssa

(n) Schwemmwasser

 

Schwoaf

(m) Schwanz

 

Schwoafgåttan

(m) Kamm am Webstuhl

 

Schwoafråschbè

(f) mannstolle Frau

 

Schwoafream

(m) Lederriemen beim Pferdegeschirr, der über den Rücken bis zum Schweif geht

 

schwôdig

dick - fett, füllig

 

Schwôdnrechn

(m) Heumaschine zum Machen der Zeilen

 

Schwôschzblendtn

(m) Buchweizen

 

Schwôschzpléntnknéél

(m) Knödel mit Buchweizen

 

Secha

(m) starrer Blick

 

sechada kemma

persönlich kommen - z. B.: Nikolaus

 

Séchta

(m) Gefäß zur Milchverarbeitung

 

Seechtrégl

(n) kleiner Brunntrog

 

seegndasgod

Dank als Antwort zum "göizgodtausndmoi"

 

seeln

wenn die Kühe auf der Alm während der Nacht draußen bleiben, war erst nach Jakobi (26. 7.) üblich

 

seeltreibn

am Morgen das Vieh in den Stall treiben

 

Seffal

(n) Josefine

 

segiern

ärgern

 

Segnbaam

(m) Thujen

 

seì - éppan seì

sein - jemandem überlegen sein

 

Seich

(f) Sieb

 

Seichgåtz

(f) Kellenförmiges Sieb zur Käseerzeugung

 

Seichtrichter

(m) Almwerkzeug in dem mit einem "Seichwaschl" die Milch gefiltert wurde

 

Seichwaschl

(m) Milchfilter aus Haaren vom Kuhschwanz

 

Seit - auf d' Seit géh

(f) Seite - ehebrechen, auch: aus der Spur gehen (Schlitten, Wagen), auch: ausweichen

 

seitlings

seitlich, daneben

 

seitln

wanken, schwanken

 

Seiwa

(n) Nachgeburt bei Säugetieren

 

seiwan

Bringen der Nachgeburt nach dem Kalben

 

sektisch

ausgestochen

 

Sektnkopf

(m) heikler Mensch, der immer neue Dinge findet, an denen er etwas aussetzen kann

 

Sektnkrumma

(m) einer, der mit nichts zufrieden ist

 

Sémpara

(m) Jammerer

 

Sétz

(f) Podest am Stiegenabgang, Stiegenabsatz

 

Siach

(m) geiziger, habgieriger Mensch

 

siachisch

geizig, habgierig

 

siårm

ohne Geist, ohne Sinne

 

Siaßhantigar

(m) ein hinterlistiger Mensch, charmant etc... aber hinten herum falsch

 

Siaßling

(m) Schmeichler, Süßholzraspler

 

Siaßnu(d)l

(f) Buchtel, Wuchtel

 

Siaßwuschzl

(f) Engelwurz

 

sierig

entzündet, auch: triebhaft suchen

 

Simanndl

(n) ein von seiner Frau unterdrückter Mann

 

Sink

(f) Bodenvertiefung, Mulde

 

Soachat

(n) Urin

 

soachn

urinieren

 

soachnôß

von oben bis untern durchnäßt (vom Regen)

 

Soachriin

(f) Rinne zur Verrichtung der Notdurft für Männer, ging meist von der Kammer direkt ins Freie

 

soachwårm

warm wie Urin

 

Soatling

(m) Kalbsdarm zum Füllen für Würstl

 

Sôcha, Sôchan, Sôchant

(m) Gras

 

sochn

dahinglosen, leicht glühen

 

Sockn

(m) Ausdruck für einen Menschen, oft als lästiger Sockn bezeichnet

 

Sôcktiachi

(n) Taschentuch

 

sofè seì

fähig sein

 

Soia

(m) Söller, oberer Hausgang im Bauernhaus

 

Söibschrundt

(m) Hautverletzung am Fingernagelrand, Einriss, der schwer heilt

 

Söibstbinda

(m) Kravatte

 

Söich

(f) Selchkammer

 

söifa

schlecht gelaunt, unwillig, widerborstig, auch: schlecht beisammen

 

söifa

grantig

 

Söifagorè

(m) ein grantiger Mensch

 

Söihittn

(f) Schlung

 

Sôiss

(f) Marmelade

 

Sôissnschmanndl

(n) mit Marmelade oder Dörrbirnen gefüllter Schmarren

 

Sôissnsuur

(f) verdünnte Marmelade - zu Kompott gemacht

 

söitn - a söitns Weiwas

selten - (f) eine sehr tüchtige, angesehene Frau

 

Sôôdlinga

(m) linkes Pferd im Zweiergespann - vgl. "Håndlinga"

 

Sôôg

(f) Säge, aber auch: zwei Holzarbeiter werden als "oa Sôg" bezeichnet

 

späär

grob, hart, trocken, zäh, ledern, schwer genießbar, bitter v.a. beim Obst z. B.: Birnen, auch: bitterkalt

 

Späärkaas

(m) magerer Käse

 

Spågga

(m) kleine Kugeln aus Ton oder Glas

 

spåggan

Kinderspiel mit Glas-oder Tonkugeln

 

Spaitl

(n) gedörrte Obstspalten

 

Spaitlsuur

(f) Soße von aufgekochten, gedörrten Obstspalten

 

Spargaméntln

(n) Albernheiten, extravagante Ideen

 

Spéckn

(m) Nass-Stelle auf Wiesen

 

spédan

bremsen bei Schlitten und Rodel

 

speechn

spähen, "ummi" schauen

 

Spéédl

(n) Kitz, kleines Lamm

 

Spééling

(m) heimische Zwetschkensorte, blau, rot und gelb

 

spei(b)m

sich übergeben, erbrechen, spucken

 

Speis

(f) Vorratskammer

 

Speisglogg

(f) Essensglocke, gegossen, schaut aus wie kleine Kirchenglocke

 

Spiei

(n) kleine Spule für Zwirn oder am Spinnrad

 

spineisln

versteckt gucken

 

Spitôi

(n) Spital

 

Spiwitt

(f) Spinne

 

Spôch

(f) Ziege, die nicht trächtig ist

 

Spôdl

(n) Blechbüchse

 

Språnz

(m) Abrundung der Schittfläche nach dem Fällen eines Baumes, um den Baum ins Tal holzen zu können

 

spranzn

Abrunden der Schittfläche nach dem Fällen eines Baumes, um den Baum ins Tal holzen zu können

 

Spreisl

(m) meterlange Holzabfallstangen, dünne Stangen

 

Spreiza

(m) Geck, eitler Kerl

 

Spréngling

(m) Tannentriebe

 

Springinggal

(n) quirliger Mensch, Hans Dampf in allen Gassen vgl. Hôôrangangg

 

Sprinzl

(n) mageres dünnbeiniges Bübl

 

Sprissl

(m) Holzstangen, dünnes Holz, dünne Beine

 

Spritzkiwè

(m) Gießkanne

 

Sprotzbeidl

(m) Angeber

 

Spru(d)ler

(m) Schneebesen

 

Spù - Spaa

(m) Span -  Späne

 

spudan

in feuchter Aussprache reden, spucken beim Reden

 

Spuihuh

(m) Spielhahn

 

Spuileit - zun Spuileidn géh

Musikanten (wird nur in Mehrzahl verwendet) - auf den Ball gehen, tanzen gehen

 

Spuileitschuach

(m) Tanzschuhe

 

spuin

spielen

 

Spundus

(m) Angst, Respekt vor Stärkeren

 

Spuusôg

(f) Säge mit an beiden Enden eingespanntem Blatt und zusätzlichem Holzspanner

 

staad

still

 

Staidl

(n) kleine Staude

 

stampan

dahinter sein, ausjagen

 

stangahanisch

stänkerisch, angriffslustig

 

stantepede

sofort

 

Stanz

(f) langes dürres Mädchen, aber auch: Mücke

 

Star

(n) altes Getreidemaß - 25 Liter

 

Starggl

(m) gebrechlicher Mann

 

Starschaffè

(n) Holzgefäß, das 25 Liter fasst - altes Getreidemaß

 

Staschz

(f) Bremsvorrichtung aus gebogenem Holz zum Bremsen des Wagens

 

Stau(d)n - aus d'Stau(d)n måchn

(f) Stauden - abhauen, sich verduften

 

stédig

störrisch

 

stédln

beleidigt tun

 

Steftn

(m) Stift, jedoch nicht im Sinne von Lehrling und nicht im Sinne von Kloster

 

Stémpè

(m) Zaunpfahl, auch: Stempel

 

Ster

(f) Handwerker gehen auf die "Ster" - gehen von Hof zu Hof

 

stickè

steil

 

Stiefiziacha

(m) Stiefelknecht

 

Stiera

(m) Mensch, der dauernd im Wirtshaus sitzt, aber auch: Feier mit viel Alkoholkonsum vgl. "Blitza"

 

Stiezl

(n) Milchzopfbrot

 

Stihei - nit auf's Stihei heà huckn

(n) kleiner Stuhl - nicht lange zuwarten

 

stiin

stöbern,stochern

 

Stiira

(m) unerwünscht Herumsuchender, Hineinstocherer

 

Stiitzei

(n) Fingerhandschuhe ohne Fingerspitzen

 

Stimpf

(f) Strümpfe

 

stingln

hinfallen, stolpern, besonders: Fallen beim Schifahren

 

Stinka

(m) unverlässlicher, fauler, unsympathischer Mensch

 

stinkfäui

stinkfaul

 

Stinkn zoagn

Finger an die Nase halten und Zunge herausstrecken, um jemanden zu ärgern

 

stirggln

herumstochern

 

stixln, stixn(a)

neugierig stöbern, verbotenerweise durchsuchen

 

Stoà

(m) Stein(e)

 

Stôagôi

(f) blauer Fleck am Pferdehuf (Bluterguss), wenn sich das Pferd einen Stein eingetreten hat

 

Stoahôôg

(m) Weidezaun aus Natursteinen, besonders auf Almen

 

Stoàkerwè

(n) geflochtener Korb zum Aufsammeln von Steinen auf dem Feld

 

Stockal

(n) Schemel

 

Stoin

(m) Stollen - die eigentlichen Trittpunkte am Hufeisen

 

Stôìn, Stainei

(n) kleines Abstellbrett , Regal (z. B. für Gewürze)

 

Stoppa

(m) entweder pilz- oder eierförmiger Holzbehelf zum Stopfen von Socken und dergleichen

 

Stopstl

(m) Korken, Stöpsel, auch: blöder Mann

 

Stotz

(m) Holzeimer

 

Stôussa

(m) Turmfalke

 

Strahleit

(f) Unordnung

 

strånzn, strôazln

sich räkeln, strecken

 

Strauk

(m) Schnupfen, Verkühlung

 

strawanzn

ständig unterwegs sein

 

Strelè

(m) ein Mensch, der nicht gehorchen kann

 

stringgln

unsauber essen, schlampig ansteichen

 

Strôach - an Strôach hôm

(m)  - eitel sein

 

Stroachbeidl

(m) eingebildeter Mann

 

Strumpfitz

(f) Kuh, die ganz wenig Milch gibt

 

strumpfitzn

sehr kleiner Milchfluß beim Melken einer Kuh

 

Struzn

(m) Weißbrotzopf

 

stualn

bestocken = wenn Getreide Verzweigungen bildet - auch: schnelle Fußbewegungen am Webstuhl

 

stuasln

mit kurzen Beinen gehen

 

Stuatei

(n) Stutfohlen

 

Stuatfuihei

(n) Stutfohlen

 

Stuatréssl

(n) Stutfohlen

 

stuberisch

großtuerisch, großspurig, auch: nicht passend bzw. nicht ordentlich gekleidet

 

Stuggawéggl

(n) Patenbrot, das die Patenkinder zu Ostern und zu Allerheiligen bekommen

 

Stui

(m) Werkzeugstiel, Stiel, Stuhl

 

stumpfsockna

in Strümpfen ohne Schuhwerk sein

 

Sturfn

(m) Baumstrunk, Zahnrest

 

suchtig seì

Schnupfen haben, rotzig sein, etwas verkühlt sein

 

Suh

(m) Sohn

 

suhln

langsam herumtun

 

Suhwendkäfa

(m) Junikäfer

 

Suiwafraunmantei

(n) Frauenmantel- Pflanze

 

Summ

(m) Same

 

Summamôhda

(m) Angestellter zum Mähen für die Heuernte

 

Sumpara

(m) Jammerer, dem nichts recht ist

 

Sums(a)

(m) nörgelnder, jammender, langweiliger Mensch

 

Suppnschlitz

(m) Mund

 

Surm

(m) ermüdender, langweiliger Mensch aber auch: langweiliges Gerede

 

Suud

(m) Rausch, Sud

 

Suul

(f) langsame, gutmütige, leichtgläubige, naive Frau

 

suùn

Jauche am Feld aufbringen

 

Suur

(f) Jauche, Soße zum einbeizen von Fleisch

 

Suurin

(f) mit Wasser angerührte Marmelade, verdünnt; auch schwacher Kaffee

 

Suurschåpfn

(m) große, hölzerne Schöpfkelle für Jauche

 

Sùwenndbleamè

(n) Margeriten

 

Suwétt

(m) Samt

 

Suwéttbanndl

(n) Plüsch- oder Samtband

 

T

 

 

Tachiniera

(m) Arbeitsscheuer Mensch

 

Tafa

(n) Vorbau am Heuboden unter dem Dach über dem Stall, auch Vertäfelung

 

Taff

(f) Taufe

 

tafft

(vom Regen) durchnässt wie ein frisch getauftes Kind

 

Taia

(m) Teller

 

takt

tüchtig, verläßlich, anstellig

 

Tampara

(m) Viehvermittler in den 30er Jahren als Hilfe für Viehhändler, besonders nach Wien, Salzburg etc...

 

tantln

spielen, spielerisch hantieren

 

Tantlzoig

(n) Spielsachen

 

Tappn

Gewohnheiten, Eigenheiten

 

Tåsch

(f) dummes Weibsbild

 

Tåstl

(f) schwerfällige Person

 

Tåstla

(m) Hauspantoffel

 

Tats

(f) Serviertableau

 

tåtschat

unbeholfen, dämlich

 

Tåttara

(m) Tattergreis

 

tåttrig

zittrig, tattrig

 

Tåtz

(f) Bremse beim Schlitten

 

tauchn

drücken

 

Taxn

(f) Äste und Zweige von Nadelhölzern

 

Taxôgn

(f) Nadeln von Nadelhözern

 

Taxstrah

(f) Einstreu mit Zweigen von Nadelbäumen

 

teerisch

schwerhörig

 

Teetschn

(f) Ohrfeige

 

Teixl

(m) Teufel

 

Ténn

(m) Scheune

 

Terggl

(m) lehmig-klebrige feuchte Masse

 

Texnagei

(n) kleine, kantige Textnägel zum Nageln von Pantoffeln (Doggl)

 

ticktoà

Schaden stiften, auch: bei Hochzeit "vamåchn"

 

Tintinga

(m) jemand, der die Schuld hat, der "Teschek" ist

 

Tintnblei

(n) Bleistift zum naß Machen

 

Tirggn

(m) Mais

 

Tirggnkoch

(n) Maisbrei

 

Tirggnwirga

(m) Maisgericht mit wenig Butter, sehr trocken

 

tirmisch

schwindlig, wankend, schwankend

 

Tirrgnåcker

(m) Maisacker

 

tittisch

zornig, ungeduldig, verrückt gemacht

 

toà

tun

 

Toagåff

(m) Schimpfwort für einen besonders blöden Menschen

 

Toagschléégl

(m) Schimpfwort für einen besonders blöden Menschen

 

Tôfè

(f) Anrichte

 

tôggéh låssn

das Vieh nur Tagsüber auf die Weide lassen in der letzten Almwoche, wenn Futter knapp wird

 

toia

teuer

 

Toifè

(m) Teufel

 

toifèhaidani Hosn

(f) Pseudo-Lederhose aus Tiftin-Stoff

 

Toifèhaut

(f) Tiftin-Stoff

 

Toifèpfuschz

(m) Bowist

 

Toifè's Tawaggbeidl

(m) Teufelsbowist

 

tôiggat

ungeschickt, umständlich

 

Tôiggn

(m) halbfester Futterbrei

 

toiglisch

teuflisch, besonders (als Kraftausdruck verwendet)

 

Toixl

(m) Teufel

 

Topfn

(m) Blödsinn

 

Tôutlieger

(m) ein nicht ganz lebensfähiges Wesen, dem Tod geweihtes Vieh

 

Tôutnbleamè

(n) blauer Fleck, wenn ein Äderchen platzt - vgl. Freidhofbleamè

 

Tôutnkaahl

(n) Leichenhalle, Karner

 

traamhappat

schlaftrunken

 

Traamschatza

(m) einer, der Unsinn daherredet

 

Tråchtnfischta

(n) Trachtenschürze

 

Traff

(f) Dachrinnen-Abfluss

 

Trånk

(m) halbflüssiges Futter

 

Trankè

(n) Krafttrank für die Kuh nach dem Kalben

 

Tråppn

(m) Stufe

 

tratzn

jemanden ärgern, necken, zuleid behandeln

 

Tream

Restfäden beim Weben, die man zum Speckaufhängen verwendete (wird nur in der Mehrzahl verwendet)

 

Treeda

(m) Schuhe, Füße

 

treestan

ungeduldig herumtreten, dauernd herumhüpfen

 

trefin

tropfen, triefen

 

Treibbei

(n) Ästchen, Büschel Waldbeeren

 

Trénza

(m) einer, dem der Speichel aus dem Mund läuft, auch: wehleidiger und langsamer Typ

 

Trénzaling

(m) Speichelfaden

 

Trénzhangal

(m) Lätzchen

 

trénzn

mit Speichelfluß patzen, sabbern

 

trestn Good

Gott tröste ihn, Gott sei seiner Seele gnädig

 

tréttln

von einem Fuß auf den anderen treten

 

Tréwach

(n) Satz, trübes Zeug in einer Flüssigkeit

 

tréwan

trödeln

 

Trial

(m) Schmollmund

 

Trichei

(n) kleine Truhe

 

trickna

trocknen

 

triewig

angetrieben, treibend

 

Triitgangl

(n) von Kühen auf der Alm abgetretene Pfade horizontal zur Hangneigung

 

Triiwè

(m) Treibholz

 

Trimmei

(n) kleines Stück

 

trischaggn

herschlagen

 

Trischiwè

(?) Türschwelle von Hauseingang

 

trischiwin

züchtigen, herschlagen

 

Tristn

(f) großer Stroh- oder Heuhaufen, auch: große Menge zum Essen

 

Troad

(n) Getreide

 

Troadkåstn

(m) Getreidetruhe, Getreidespeicher

 

Troadschééwa

(m) Getreideschober

 

trôgn

tragen

 

Troi

(f) Treue

 

Troi weh toà

wohltuende Anteilnahme

 

Troi woi toà

wohltuende Empfindung, Rührung

 

Troiei

(n) geistig minder bemittelte Person

 

Truhl fôhn

auf einem selbstgemachten, kleinen Karusell fahren

 

truin

reizen, ärgern, sekieren

 

Trumm

(n) großes Stück

 

Trumpfunta

(m) abwertender Ausdruck für eine Person, der mangelnde Intelligenz bescheinigt wird

 

Trupf

(f) Das Tropfen, Stelle an der es Tropft

 

trupfitzn

tropfen

 

Trupfzoot

(f) vulgärer Ausdruck für weibliche Schaambehaarung

 

Truuch

(f) Truhe, massige Frau, massige Kuh

 

Truupf

(f) Dachtraufe

 

tschaarè geh

kaputt oder verloren gehen, auch: Früh- bzw. Fehlgeburt

 

tschagg seì

auch: tschigg seì = abgeschlagen, abgeschlafft sein

 

tschåggln

langsam und etwas unbeholfen dahingehen

 

tschain

schlampig dahergehen

 

Tschamstara, Gschamstara

(m) Liebhaber

 

tscheangitzn

nervöse Zuckungen im Gesicht

 

tschechan

hart arbeiten

 

tschedaweanggat

windschief (vergleiche auch "schedagweangat")

 

Tscheesn

(f) altes Gefährt, Motorrad, Fahrrad etc.

 

Tschegg

(m) guter Arbeiter, der gut anpacken kann

 

tschein

mühsam sich dahinschleppen

 

Tscherfè-Oar

(n) Ei mit zu wenig Kalk, sodass sich die Schale wie Pergament anfühlt

 

tscherfin                              

beim Gehen Füße nachschleifen oder Eier mit weicher Schale legen oder unsauber essen oder frühzeitiger Abgang der Frucht

 

tscherggat

verwachsen, krumm, windschief

 

Tschigg

(m) Zigarette, Kautabak

 

tschiggn

rauchen oder Tabak kauen

 

tschmårganst

in der Früh

 

tschnåchz

am Abend

 

Tschôch

(m) schwere Arbeit, anstrengend und monoton

 

tschoggln

langsam trotten

 

Tschôôrè, Tschôôrè-Môôrè

(m) einfältiger dummer Mensch

 

tschowanoggln

jemanden an den Ohren bzw. Haaren ziehen

 

Tuachwöiei

(n) Ballen von handgewobenem Stoff, meist Leinen

 

Tui

(m) Hederich

 

tumpatiala

geschickt

 

Tumpatöia

(m) Schimpfwort für einen dummen Menschen

 

turma

halbwach träumen, benommen sein

 

Tuscha

(m) schwerfällig gehender und denkender, einfältiger gutmütiger Mann - auch: Taubenkropf-Lichtnelke, deren Blüten man mit einem Knall aufplatzen lassen kann

 

Tuschglogg

(f) große, bauchige, dünnwandige Viehglocke

 

Tuschn

(f) Kuh- oder Schweinefutter, weiße Rüben

 

tuschn

laut krachen oder verprügeln

 

Tuttnkrax

(f) Büstenhalter

 

Tuù

(f) Tanne

 

Tuuschtn

(m) Torte

 

Tuùzåpfn

(m) Tannenzapfen, Mehrzahl: Tuùzepfn

 

U

 

 

uarassn

wild herumtun, Zeug verschwenden

 

ùbaascht

wild tun, temparamentvoll tun

 

ùbandig

besonders stark, sehr, extrem

 

ùbrechn

Heu von kleinen Häufchen wieder auf dem Feld ausbreiten

 

ùbrénnt

weibernärrisch, auch weibisch, auch: angebrannt

 

ùbsinnd

übertrieben, auch unüberlegt

 

ùdeàstla

nicht entgegenkommend, nicht hilfsbereit

 

ùdéngg - nit ùdéngg

ungeschickt - nicht unpraktisch, nicht schlecht, nicht ungeschickt

 

ùdöi

unermesslich, sehr viel, übertrieben, wild

 

ùdrah

herausfordern, stänkern

 

ùdraharisch

stänkerisch

 

ùéém - nit ùéèm

uneben - nicht ganz flach. auch: recht gut, tragbar, nicht übel

 

ùfahna

etwas anregen, Kontakt herstellen

 

ùfliagn

mit Gewalt angehen, anspringen

 

Ùfuag

(m) etwas ständig lästiges, behinderndes, unpraktisches

 

ùfuding

stänkern

 

ùgedanks

gedankenlos, zerstreut ist es passiert

 

ùgfahr

unversehens, überraschend

 

ùgfiahrig

unangenehm unpraktisch, unbequem

 

ùgfreidig

stänkerisch, aufreizend, lieblos

 

ùgfurmb

ungeformt, grob, derb (bei Personen)

 

Ùglégach

(n) Kleidung, die nicht zusammenpasst

 

ùglufn

mit einer Sicherheitsnadel befestigen

 

Ùgriif hôm

(m) Bei der Arbeit anpacken können

 

ùgschickt

tölpelhaft, tölpelig - auch übertrieben viel

 

Ugstôit

(f) Unordnung, Schlamperei  vgl. auch "Strahleit"

 

ùguat

ungut

 

ùgustalat

unappetitlich

 

Ùgustl

(m) widerwärtiger Grobian

 

Uh

(f) eine Schindelbreite beim Dachdecken ist "oa Uh"

 

Ùhång

(m) Reif oder Schnee auf den Bäumen, Familienanhang

 

ùhawig

lästig aufdringlich, ausdauernd

 

ùhuifia

unwirsch, unfreundlich, unlieb, grob, übertrieben

 

uichè

daran

 

uìchèbettn

anhimmeln

 

uichèfrischn

zu etwas verleiten, auch aufhetzen

 

uichèfrôgn

neugierig nachfragen

 

uichègéh - dô geht nix uichè

da gibt es keine Chance

 

uichèkricht

fertig gesät - Acker

 

uichèspitzn

durch die Blume sagen

 

Uim

(f) Ulme

 

ùkhéng seì

immer zur Verfügung stehen müssen

 

ùkrain

mit Kralle oder Rechen verteilen, (Mist oder Erde)

 

Ukricht

(n) eher zweifelhafte Konstruktion, Bekleidungsstil

 

ùlaag

ist ein Gelände mit leichter Steigung

 

ùlaffn

mit Kondenswasser anlaufen, beschlagen,

 

ùleana

anlernen, ausbilden vgl. auch ôrichtn

 

ùléngst

neulich, vor kurzem, unlängst

 

ùloan

anlehnen

 

ùlustig

kalte, unfreundliche Witterung, auch ungern bei der Arbeit

 

Umbröi

(m) Regenschirm

 

umbuckn

umknicken, zum Säumen umschlagen

 

Uméss

(f) Ameise

 

umfôchn

spielen, herumtollen

 

Umgång

(m) Prozession, auch: Umgang mit Menschen z. B.: einen schlechten Umgang haben

 

umgeanggn

umkippen, mit dem Sprunggelenk umknicken

 

ùmigla

unmöglich

 

umkain

umwerfen

 

umma

herüber

 

Ummadum

(n) eine omelettartige Speise

 

ummadum

rundherum

 

Ummadum und a Schoaß drauf

(n) Ausdruck für etwas, das gar nicht vorhanden ist: also für nichts

 

ummadum zischn

umher laufen

 

ummakémma

herüberkommen

 

ummaknastln

sich mit vielen Kleinigkeiten beschäftigen

 

ummaknédln

herumbalgen

 

ummakôiwan

Blödsinn treiben, übermütig blödeln

 

ummalatschn

schlampig dahergehen

 

ummanånd simpan

lustlos herumgehen

 

Ummaschittnockn

(f) Mehlspeise mit Wasser angemacht

 

ummaschlurfn

schlampig dahergehen

 

ummastihn

herumstochern

 

ummatanndln

tändeln anstatt zu arbeiten

 

ummazanzln

nervös und ziellos herumwerken, auch: sich schön machen

 

ummè

hinüber

 

ummèhé(b)m

hereinlegen, betrügen

 

ummèseitln

umstürzen, aus dem Gleichgewicht kommen

 

umniatn

umklopfen der Nägel z. B.: nach dem Beschlagen eines Pferdes

 

umtoant

fleißig, regsam, zielstrebig, rührig

 

Umtrôger

(m) Hausierer mit Bauchladen

 

Umwurfkéédn

(f) Bremskette um die Holzstämme beim winterlichen Holztransport auf Schlitten

 

unåggln

anrütteln, lockern

 

ùnån

immerfort

 

unåntu

immer wieder

 

unehr

unverschämt

 

Untan - nôchn Untan

(n) Nachmittagsjause - nach der Nachmittagsjause etwa 15 - 16 Uhr

 

untaschich

unterhalb

 

unteì hô(b)m

"es hôt mi unteì", wenn ich etwas gerne tun würde, also es mir wünsche

 

unteì hôm

reizen, gerne tun

 

ùpfustalat

nicht gut anstellen, unschickliches Gehabe, auch äußerlich unförmig

 

ùplatzn

Platz nehmen

 

ùpuivan

einschüren

 

ùraß

zornig

 

Uréssn

(f) Speisereste, auch: Futterreste

 

ürfi

hinüber, oben drüber

 

ùridln

anrütteln, lockern

 

ùriigln

locker machen (vgl. rogln)

 

ursachig

nachtragend, empfindlich gegen Vorwürfe

 

ùsauwa - nit

nicht unschön, "a nit usauwas Dianei" ist also recht hübsch

 

Ùschiiß

(m) Rüge

 

Ùschissei

(n) kleiner Raufhandel

 

Ùschlachtn

(f) Masern

 

ùschwar

leicht geistig behindert

 

Ùsecha

(m) Eichelhäher

 

ùseechtln

Wäsche mit heißer Lauge überbrühen

 

ùstad - ùstads Weda

unsichere Wetterlage

 

ùstanig

ist jemand, dem sein Benehmen gut ansteht, das zu seiner Persönlichkeit passt, der sich geschickt anstellt

 

Ùsténz hobm

Schwierigkeiten haben oder bekommen (wird nur in der Mehrzahl verwendet)

 

ùstiefin

etwas im negativen Sinne in Gang setzen

 

ùstoihn

anstellen

 

ùstrah

Stroh für das Vieh ausstreuen

 

ùsuachn

heimsuchen (Krankheit)

 

ùsuachn - éppas ùsuachn

von einem schnellen Unwohlsein oder einer schnell auftretenden Krankheit heimgesucht werden

 

ùtauchn

anschieben, sich anstrengen

 

ùtoa

auseinanderschütteln oder antun

 

ùtroi

gefährlich, gewagt

 

uunaschtig

unermesslich, sehr viel

 

Ùvastånd

(m) Unverstand

 

ùwårma

frisch gemähtes Gras ausbreiten

 

ùweigarisch

appetitanregend, verlockend, es macht einen Gusto auf etwas

 

ùweign

begierig wünschen, als verführerisch empfinden

 

ùzekalitisch

mit Vorsicht zu genießender Mensch, Lebensmittel nahe am Verderben

 

ùzischt

leicht beschwipst

 

V

 

 

vadåmb seì

mit allen Wassern gewaschen sein, verdammt sein

 

vagembst

umsonst, vergebens

 

vagôgln

vor Angst fast sterben bzw. fast in die Hose machen

 

vaguuna

gönnen

 

vahaascht

Unter Vertrag genommen sein indem man das Angeld annahm, womit der Dienstvertrag besiegelt war

 

vahåntn

vorhanden

 

vahunaggln, vahônaggln

verunglimpfen, mißgestalten, lächerlich machen

 

vakain

verkeilen

 

valaib

bald, nahe dran

 

valaworian

verlieren, verschwenden

 

valeedagéh

es geht auf, es rührt sich was!

 

valiasn

verlieren

 

valurma

verschlampen

 

vamåchn

bei Hochzeiten das Leben der Brautleute in witziger Form vorspielen, vormachen, auch: vererben

 

vanånd

voneinander

 

vanôutn

deshalb

 

varama

verräumen, jemanden ums Eck bringen, jemanden begatten

 

vaschafin

verschlampen, verlieren, verlegen

 

vascheichn

wegjagen

 

vaschmôôchn

verschmähen, beleidigt und enttäuscht sein

 

vaschnipfitzn

langsam eingehen, z.B.: Pflanzen

 

vasechn

Sakrament der Krankensalbung spenden

 

vasinntn - sì vasinntn

sich versündigen

 

vastéh

verstehen

 

vatoà

verschwenden, irrtümlich falsch machen, für immer verlieren,

 

vaweegn

verwegen, mutig, draufgängerisch

 

vawerfn

zu früh kalben

 

vazeàzln

verzärteln

 

vazipfin

ungeduldig etwas nicht mehr erwarten

 

veascht

voriges Jahr

 

Veidl

(n) einfaches Taschenmeser

 

Veigei

(n) Veilchen

 

veigln

etwas wehrt sich, etwas macht Schwierigkeiten

 

Vétta

(m) Cousin

 

vicha stéh - stehst ma vicha?

bezeugen - stehst Du mir gerade, würdest Du es mir bezeugen?

 

vichazånggn

etwas mit Mühe nach vorne ziehen

 

vidauchn

etwas vorlügen

 

Vidiwischpal

(n) flinkes, lebendiges, lebenslustiges Mädchen

 

vie

vorbei

 

viecha, viechè

nach vorne

 

Vieschittwanndl

(n) Behälter zum Pferdefüttern

 

Vieschta

(n) schöne Schürze bei Tracht oder Trachtenkleidung

 

vieschwefiwn

jemandem etwas vorlügen und dabei aufschneiden,

 

Vihangl

(n) (kleiner) Vorhang in der Fensterscheinung

 

Viiloahbreedl

(n) Anstandswauwau, Anstandsdame

 

vìnéhma

vornehmen

 

vircha

hervor

 

vircha geèm -                     kloagweis vircha geèm

nach und nach sticheln - in kleinen Portionen herausgeben, abgeben

 

Vischitta

(m) Kellner, Pferdeknecht

 

vìschittn

Pferde füttern, (Hafer vorschütten)

 

vistéh - stehst ma vi?

vorne hinstellen - stellst du dich da vorne hin? Z. B.: damit die Kühe hier nicht durchgehen

 

vìstoin

vorstellen

 

vitauchn

jemandem etwas vorlügen

 

vìweaschz

Richtung nach vorne, vorwärts

 

vìwitzig

neugierig

 

vo Hennan nit sei

nicht schwach sein, kein schlechter sein

 

vôgôgln

vor Angst ganz fertig sein

 

Voika

Kinder

 

voiwean

Pansenblähung bei Rindern

 

Vôrüwi hôm

beleidigt sein

 

vôschuftn

eine Fehlhandlung verraten, verpetzen

 

voubeiaust

vor der Haustüre

 

Vôubeibankè

(n) Bank vor dem Haus, wie früher bei allen Bauernhäusern vorhanden

 

Vôubeibrugg

(f) Riemenboden vor dem Hauseingang

 

vôubeizuachawedan

bei Gewitter an die Hauswand regnen

 

vôufeascht

vor zwei Jahren

 

Vouhittn

(f) Küche und Wohnraum auf der Alm

 

Vôuressn

(n) Beuschel, bzw. beuschelähnliches Innereiengericht

 

Vôurumma

(n) Busen

 

Vouschtl

(n) Vorteil

 

vôuschtln

sich zu helfen wissen , den Vorteil nützen können

 

Vôustrah

(f) Vorspeise

 

vôuvôufeascht

vor 3 Jahren

 

vôuzua

kleinweise vorwärts

 

vôwean

verderben, verfaulen, dann ist es "vawôôn" = kaputt

 

vôzahn

wegzerren von seinem Platz

 

vôziachn

Sachen vom erwarteten Ort verschwinden lassen, verziehen

 

vunanztwegn

deshalb, deswegen

 

vunôutn

deswegen

 

W

 

 

Waatschn

(f) Ohrfeige

 

wachin

waten z.B.im Wasser oder im Schnee oder im tiefen Gras

 

wåmpat

dickbäuchig

 

Wånznpress, -quetsch

(f) Ziehharmonika

 

Wårb

(f) Sensenstiel, auch unhöfliche Kurzform für Barbara

 

Wasal

(n) schwächlicher Bub

 

Wåscha

(m) großer, sehr dicker, ungeschlachter Mann, auch großes, fettleibiges Tier

 

Waschl

(m) schwerer Mensch, aber auch Schimpfwort für unzuverlässigen Mann

 

wåschn

auf der Alm die Gülle über offenen Gräben aufbringen, aber natürlich auch: waschen

 

wascht nit aus!

was fällt Dir ein! Da gehst Du aber schon zu weit!

 

Wäschtôg

(m) Werktag

 

Waschznkraut

(n) Schöllkraut

 

Wåssa - a d'Wassa treìm

(n) Wasser - Vieh zum Wasser treiben

 

Wåssafèrm

(m) blutiger Urin bei Rindern

 

Wassagåß

(f) Weg der Kühe aus dem Stall zum Wassertrog und zurück

 

Wåssakuu(d)l

(f) Wasserkanne

 

Wåttl

(f) besonders große, gut genährte Kuh, auch: Schimpfwort für dicke Frau

 

Waudei

(n) luftiges Material wie Wollflocken, Federn, allgemein etwas Leichtes Luftiges. Auch als Kosewort verwendet

 

wauln

brummeln, raunzen

 

wax

stechend, dornig, rauh

 

Waxlab

(f) Stechlaub (Ilex aquifolium)

 

waxleidig seì

rauhes nicht vertragen können z.B.: barfüßig auf Schotterweg kaum gehen können

 

Weal

(n) Wimmerl

 

Wèanggin

Delle, Mulde

 

Wedabléggitzn

(n) Wetterleuchten

 

wedaschlachtig

Beeren, Obst, Erdäpfel etc..., die durch längere Schlechtwetterperiode verdorben sind

 

weedrig

wetterfühlig, gewitterträchtig

 

Weesn

(n) Menge, mehr von einer Sache, mehrere von etwas

 

Weg - an Weg um géh

(m) Weg - im Wege stehen, hinderlich sein

 

Wegnåår

(m) Salamander

 

Wehdoant

(m) Schmerz

 

Weìbéél

(n) Weinbeeren, Rosinen

 

Weichnpfinstôg

(m) Gründonnerstag

 

Weichnpfinstôgoar

(n) Gründonnerstags-Ei, das im Brauchtum eine besondere Bedeutung hat, weil es scheinbar nicht verdirbt

 

Weidling

(m) geflochtener Korb aus Weiden, große Schüssel

 

Weis - aus da Weis

(f) Art, Weise - ganz daneben (nicht nur im musikalischen Sinne)

 

Weisat

(n) Geschenk zur Genesung, für Neugeborene, bei Hochzeiten

 

Weisl

(m) Bienenkönigin

 

weislos

unverständlich, schwer verständlich, eigenartig

 

weisn

Geschenk übergeben vor allem bei einer Hochzeit

 

Weißépfè

(m) Klarapfel

 

weißgfuaßat

geckenhaft, auffällig angezogen, übergenau, penibel

 

weitgschlachta Vawåndta

(m) entfernter Verwandter

 

weitschichtiga Vawåndta

(m) entfernter Verwandter

 

Weiwa

(n) Frauen, Weiber

 

weiwaleidig

ist einer, der immer hinter den Frauen her ist

 

Weiwaleit

(n) Frau, Frauen

 

Weiwaleithéngst

(m) Aufreisser, Casanova, Don Juan

 

Weiwaleitmagga

(m) aufdringlicher Frauenverehrer

 

Weiwaleitschmierma

(m) aufdringlicher Frauenverehrer

 

Weiwaleittôà

(n) Benehmen, das auf Frauen anziehend wirkt

 

Weiwas

(n) Weibsbild

 

Wéndta

(m) bäuerliche Maschine zum Wenden des Heues, auch: Verschlussklappe beim Ofenrohr

 

Weps

(f) Wespe

 

werchas (wirchas) Tuach

(n) Tuch aus gesponnenem Flachs

 

Werchwickè

(m) ungesponnenes Bündel Flachs der zweiten Wahl

 

wétzn

scheuern, aufscheuern, auch: wetzen von Sense, Sichel und Messer, auch: schnell laufen

 

Wétzstoaniidei

(n) etwas größere Nudeln aus Erdäpfelteig mit Mehl - größer als die "Dammniedei"

 

wia

vorwärts als Fuhrmannruf an die Pferde, aber auch: wie

 

wiach

fett, üppig, feucht-fettig, bei Personen: grobschlächtig, sehr ordinär und dreckig

 

Wiagnsôg

(f) Säge für zwei Personen zum Fällen von Bäumen

 

wiast

schmutzig, wüst

 

Widibstuck

(n) Kletzenbrot ohne beide Scherze

 

Widschnaua

(m) Wildschönauer, auch: eingebildeter Mensch

 

wiefin

Gehirnerkrankung bei Rindern vgl. das heutige BSE

 

wienig

verrückt, versessen, wahnsinnig

 

wierig

rege, strebsam, tüchtig, rührig

 

Wift

(m) selbstgesponnener Zwirn

 

Wiftl

(m) Baumwipfel

 

Wiida

(m) Wasserpumpe, auch: Widder

 

Wiisch

(m) Besen aus Tannenzweigen gemacht

 

Wiischbaam

(m) Holzstange zum Niederbinden des Heufuders

 

Wiischerreisa

(n) Tannenzweige, die für einen Besen verwendet werden. zB.: um den Backofen auszukehren

 

Wiizei

(n) Rubbelwürstchen, sehr kleine Papierreste

 

Windream

(m) Zierriemen, die beim Überwurf des Pferdegeschirrs abhängen

 

Winterradi

(m) schwarzer Rettich

 

wirfig

verwirrt, schwindlig

 

Wischpè

(f) Holzhaken für Heuseil, lebhafter dünner quirliger Mensch

 

Wischpei

(n) kleine Flöte, oder Pfeife

 

wischpin

pfeifen

 

Wischtl - greanè Wischtl

(n) Würstchen - frische, ungeselchte Würste

 

wist

nach links als Fuhrmannsruf an die Pferde

 

woach

weich

 

wôffaroana

welcher

 

woi woi

verstärkte Bejahung, oja

 

wöia

schlampig, ungeschlacht, leicht verwahrlost

 

woifì

billig, wohlfeil

 

Woiga

(m) Nudelholz

 

woign, woigln

ausrollen, rollen z.B.: Teig

 

wôign, wôigln

sich wälzen, wie es Tiere machen

 

woin

wollen

 

Wöisl

(m) unappetitlich ungepflegter Mensch

 

woitan

besonders - Steigerungsstufe nach oben und nach unten z.B.: woitan kloà oder woitan grôuß

 

Wôôg

(f) Waage

 

wôs gaits denn?

was gibt es denn, was ist los?

 

wôs gib und gab bei ins da Brauch gween is

was immer schon bei uns üblich war

 

Wôsn

(m) schwerer starker Mensch, Rasenstück

 

Wôuscht - Wääschta

(n) Wort - Wörter

 

wualn

chaotisches durcheinander-agieren, etwa Ameisen, Fische im Teich etc...

 

Wuhnalgoaß

(f) neugieriger Mensch

 

wuidschissig

schreckhaft, z.B.: eine Kuh aber auch ein Mensch kann "wuidschissig" sein

 

wunala

neugierig

 

wunasöitn

fast nie

 

wusan

grundlose Tätigkeiten, Bewegungen ausführen auch herumgehen

 

Wusara

(m) schlampiger Mensch. Einer, der bei der Arbeit alles mit Gewalt tut, aber es zu nichts bringt

 

Wuschz

(f) Wurzel

 

Wuschza

(m) Murkser, unbeholfener Arbeiter

 

wusln

schnell krabbeln, durcheinander rennen

 

Wuuna - iatz nimmb mi decht Wuuna

(n) Wunder - jetzt möchte ich gerne wissen

 

Wuuz

(m) Schwein

 

Wuzei

(n) Lockruf für Schweine, auch: Ferkel

 

Z

 

 

z' Breed höifn

jemandem vorübergehend helfen

 

z' krôdn hôm

auf etwas verzichten können, auch: etwas übrig haben

 

Zaachal

(n) Tränen

 

zaahn

zerren, ziehen, schwer tragen

 

zaarweit

sperrangelweit

 

zachig

leicht bewölkt

 

Zachling

(m) lästiger, aufdringlicher Mensch

 

Zåchn

(m) Docht einer Petroleumlampe

 

Zåggl

(f) etwas großes für seine Art, überdimensioniert, oft bei Obstsorten, Beeren auch: dicke unbewegliche Frau, auch: große Pferdebremse, große Biene, mit Blut angesaugte Zecke etc...

 

Zåhnbiischtei

(n) Wiesenknöterich, natürlich auch: Zahnbürste

 

zahnig

viel, großartig, toll

 

zain

Zäune machen

 

Zam

(m) Zaum

 

zåmmbôussn

zusammenschütteln, z. B. in einem Sack

 

zåmmfoggan

zusammensammeln durch Anreden von Leuten, zusammenbetteln

 

zåmmgarm

murksen

 

Zåmmgscherach

(n) Rest in der Pfanne, besonders aus Muspfannen wird es herausgekratzt, auch: das letzte Kind, das nicht ganz aufkommt bzw. klein ist.

 

zåmmklémma

sparsam mit Geld umgehen, klammern

 

zåmmpåckn

Koffer zusammenpacken, aber auch: sterben

 

zåmmputzn

heftig tadeln, auch: putzen, sauber machen

 

zåmmreissn

abmagern, auch: sich besonders bemühen

 

zåmmrôaln

zusammenrollen

 

zåmmschlôgn

Heu zu einer Zeile vor dem Einbringen zusammen rechen, auch: jemanden niederschlagen

 

zåmmschwanzn

sich aufputzen

 

zåmmziachn wia'r a Roafôst

sich durch Schmerzen verkrümmen und winden, wie ein Ast, der zu einem Reifen gekrümmt wird.

 

zåmmzweckt

herausgeputzt, schön angezogen, etwas aufgetakelt

 

zånggitzn

zugartiger Zahnschmerz

 

zånggn

ruckartig ziehen, ausreißen, auch zugartiger Zahnschmerz

 

Zantè

(m) Meterband, Maßband

 

zåpfat

untersetzt und klein

 

Zapfei

(n) kleiner Holzzapfen, Zäpfchen

 

Zappi

(m) Sapin, Werkzeug für die Holzarbeit

 

Zappi gstoit

wenn das Rundholz fertig zum hinunterholzen ist, heißt das "Zappi gstoit"

 

Zårg

(f) vorstehende Kante, auch Waldrand

 

Zaùléggn

(n) Lücke im Zaun

 

z'breedstéh

hilfreich zur Seite stehn

 

Zeàgg

(m) Mißmut, mißmutiger, zänkischer Mensch

 

zeàggisch

mißmutig, streitsuchtig, zänkisch, launig, bissig

 

zeascht

zuerst

 

Zedahackè

(n) Hackmesser

 

z'eed seì

Heimweh haben

 

Zééwè

(m) Fäkalienwürstel in Mehrzahl. Die Einzahl heißt Zowè

 

Zégga

(m) Tragkorb, Korbtasche

 

zéggan

schwer tragen

 

zeichmasgod

Ausdruck des Erschreckens z. B. über einen lästerlichen Fluch: Gott möge es mir verzeihen

 

zeichn

verdächtigen

 

zeidig

früh, reif

 

zeisln

feinflockig schneien

 

Zéntaling

(m) ein ordentliches Stück vom Speck, eine Seite Speck

 

zésalat

ungeduldig

 

Zettn

(f) Latschen

 

zéttn

ungewollt kleine Mengen verschütten

 

z'fédascht

zu vörderst, ganz nah

 

z'fledascht

zerrupft, (zerfleddert)

 

z'fleiß toa

etwas justament mit Absicht machen

 

z'frien seì

zufrieden sein

 

z'génga

schmelzen, auftauen, zergehen lassen

 

z'gnôu

zu geizig

 

z'grund géh

zugrunde gehen

 

z'hintarist

ganz hinten, zuletzt, letztendlich

 

z'hintascht

ganz hinten

 

Ziach

(f) Federbett- oder Polsterbezug

 

Ziachmessa

(n) schmales langes Messer mit seitlichen Griffen zum Schindelschnitzen

 

Ziachrechn

(m) großer Rechen, der nach der Heuernte über das Feld gezogen wird, um zurückgebliebe Heureste aufzusammeln

 

Ziachschliidei

(n) kleiner Schlitten mit Hörnern z.B.: zum Liefern von Milch

 

Ziaggei

(n) Hälfte von einem Paar Würstl, auch Spalte von Semmel, auch eine Kleinigkeit

 

Zidarochn

(m) Ausschlag, Räude

 

Zidiwischbal

(n) zappelige, flinke Frau

 

Ziffal

(n) ungutes, zu freches, wortgewandtes Frauenzimmer

 

Zigglbrunn

(m) Handpumpe für das Grundwasser im Haus

 

ziggln

Betätigen der Pumpe

 

Zigorè

(m) Löwenzahn

 

ziigln

züchten, heranzüchten

 

ziina

sich ärgern, erzürnen

 

Ziingléggei

(n) Sterbeglocke

 

ziizln

locken

 

Zimmablei

(m) flacher Bleistift der Zimmerleute

 

Zimmahoiz

(n) Menge Holz, die man braucht, um ein ganzes Bauernhaus zu zimmern

 

Zimmatgstupp

(n) Zimtpulver

 

Zimmatringg

(f) Zimtrinde

 

Zinggn

(m) Kerl, eher im negativen Sinn, unguter Kerl

 

Zint

(m) Rechenzähne

 

Zistei

(n) kleines, geflochtenes Körbchen, meist zum Beerensammeln

 

Zistn - långè Zistn

(f) Beerenkörbchen - der lange Schlund = wenn jemand die Beeren nicht in die "Zistn" gibt, sondern schluckt

 

ziwitzn (zawitzn)

ungeduldig sein, zappeln

 

zizeiweis

kleinweise, nach und nach

 

z'kain

zerstreiten

 

z'klaubb

zerstreut, geistig verwirrt

 

z'kriagn

sich zerstreiten

 

z'lexnd

undicht, kaputt - meist in Verbindung mit Feuchtigkeit, vor allem bei Holzgefäßen, die durch Austrocknen undicht werden.

 

z'matschgan

zerquetschen

 

z'naxt

neulich, unlängst, vgl. danaxt

 

z'nepft

zerrupft

 

Zniachtei

(n) kleiner, magerer Mensch

 

z'nicht

nicht viel taugen, lebensuntauglich

 

Zoà

(m) Holzstoß

 

Zoàl

(n) Körbchen zum Beeren Pflücken

 

zoan

stapeln, schlichten

 

zoasn

verregnete Heupatzen mit dem Rechen auseinander schlagen, auch: wild um sich schlagen bzw. gestikulieren; aufsässig protestieren

 

z'ôastla - kôt z'ôastla

des öfteren

 

z'ôastla amoi

immer wieder, öfters

 

Zochn

(m) Lümmel, ungehobelter Kerl

 

zôdan

zerren, schwer tragen

 

zodat, zodig

ungekämmt, mit zerzaustem Kopfhaar

 

Zôderwåx

(n) zähe Teile im Siedefleisch

 

Zoggln

grobe Schuhe (wird nur in der Mehrzahl verwendet)

 

Zoig - bein Zoig seì

(n) Zeug - schon (wieder) handlungsfähig sein, bereit sein, vorbereitet sein

 

Zôihstôb

(m) Zollstock, Metermaßstab

 

Zöira

(m) Sellerie

 

Zöitl

(n) Bonbon

 

Zöitn

(m) Früchtebrot

 

zôôch

zäh, schwierig

 

Zoodlbock

(m) schlecht frisiertes, zotteliges Kind

 

zoodln

bei den Haaren reißen

 

Zoodn

(f) ungepflegte Kopfhaare

 

zoodropfat

zerzaust

 

Zôôgl

(m) Geländeform - schmale, längliche Erhöhung

 

Zopfn

(m) Zopf

 

Zôun

(m) Zorn

 

Zôunbinggl

(m) zorniger Mensch

 

Zowè, Zéwè

(m) Zöbel

 

z'patzt

zerdrückt

 

z'preisgeèm

überlassen

 

z'riidascht

zerrüttet

 

z'ritt

zornig, ärgerlich, böse

 

z'scheìkémma

überraschend erscheinen

 

z'schmôrganst

am Morgen, morgens

 

z'schnåchts

abends

 

Z'schnåchtsdrusch

(m) Abenddrusch, anschließend Tanz

 

z'schußkémma

rechtzeitig etwas tun

 

z'toà kémma

zwangsbeglückt werden, in einen Unfall verwickelt werden, z. B.: durch Bürgschaft Geld verloren haben

 

zuaarbn

Stalltüre verriegeln (vgl. Arb)

 

zuacha

zu einem her

 

Zuachazahra, -ziacha

(m) Fernglas

 

zuachè

ganz nahe hin

 

zuachèschliaffn

engen Kontakt suchen

 

Zuadéck

(f) Bettdecke, Federbett etc...

 

Zuagång

(m) Krach und Lärm, Tohuwabohu

 

Zuàggn

(m) Gabelzinke, auch: große Nase

 

zuagneam

etwas für jemanden reservieren, jemandem zudenken

 

Zuahuì - zuahuin

(f) Federbett bzw. Bettdecke - sich im Bett zudecken

 

zuaklau(b)m

jemandem etwas zuschanzen, das kann positiv oder negativ gemeint sein

 

zuaknaffin

zuknöpfen

 

zualosn

zuhören

 

zualuckn

verschließen, abdecken

 

zuamåcharisch seì

sich um jemanden besonders bemühen, werben

 

zuareìm

jemandem etwas zukommen lassen

 

zuaschlauchn

jemandem etwas zukommen lassen

 

zuaspéén

zusperren

 

zuastualn

Getreide schossen, zuwachsen

 

zuatôa - nit zuatôa

zumachen - mit einer Arbeit nicht nachkommen

 

zuchtboassig

ungeduldig

 

Zuggal

(n) Bonbon

 

Zugscheidl

(n) Zugscheit

 

Zugsôg

(f) Säge für zwei Personen zum Fällen von Bäumen

 

zun Bschöira fôhn

mit der Stute zum Hengst gehen siehe "Bschöira"

 

Zussabeidl

(m) aufgeregter nervöser Mensch

 

zussan

nervös überhastet arbeiten

 

Zussl

(f) nervöse, sprunghafte Frauenperson

 

Zuugin

(f) Ziehharmonika

 

Zuuzl

(m) Saugfinger, Schnuller

 

zuuzln

lutschen, saugen

 

z'védarist

ganz vorne

 

z'voudascht

ganz vorne, auch zuerst

 

zwé

wegen, weshalb, auch: deshalb

 

Zweck måchn

Späne machen

 

Zweckè

(n) kleiner Holzspan

 

zweckn

aufkratzen

 

zwéé

zwei (männlich)

 

zwén

warum auch,

 

Zwéschbn

(f) Zwetschken

 

zwieda seì

streithaft bzw. streitlustig sein

 

Zwiedawuschz

(f) streitsüchtiger, zänkischer Mensch

 

Zwiegeign

(f) Doppel-Bauernhaus, Paarhof

 

zwiegnaht

doppelt genäht

 

Zwiegschbààdeixl

(f) Deichsel für Zweiergespann - vgl. auch "Gôwideixl"

 

zwiifin

händisch bestrafen, züchtigen

 

zwoa

zwei (gemischte Geschlechter - vgl. auch zwéé und zwôu)

 

Zwoarédaling

(m) einachsiger Handwagen

 

Zwôghuttn

(m) Waschlappen

 

zwôgn

das Gesicht waschen

 

Zwôgschissl

(f) Waschschüssel (Waschbecken)

 

zwôu

zwei (weiblich)

 

zwôzln

sich trippelnd bewegen

 

zwuuzln

klein zusammendrücken, zerknüllen, zerknittern